Auslandsreise

Gespräche zu Fachkräften und Dualer Ausbildung

Gruppenbild der Delegation

Am dritten Tag seiner Reise stellte Ministerpräsident Kretschmann wirtschafts- und ausbildungspolitische Fragestellungen in den Vordergrund.

So besuchte er am Mittwoch (28. Mai 2014) zunächst die deutsche Auslandsberufsschule FEDA (Formacion Empresarial Dual Alemana) in Madrid, die mit der Kaufmännischen Schule 1 Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg einen Schulpartnerschaftsvertrag unterzeichnete. „Mit der Schulpartnerschaft zwischen Stuttgart und Madrid rücken unsere Länder im Bereich der beruflichen Ausbildung noch näher zusammen. So können wir die Duale Berufsausbildung in Spanien und die Internationalisierung der Ausbildung stärken und zugleich Schülerinnen und Schüler individuell fördern. Die praxisorientierte und marktnahe Ausbildung bietet Jugendlichen gute Zukunftsperspektiven auf dem spanischen und europäischen Arbeitsmarkt“, so Ministerpräsident Kretschmann. Konkrete Maßnahmen der Partnerschaft sind beispielsweise der Austausch von Auszubildenden über längere Zeiträume und ohne Unterbrechung der Dualen Ausbildung, der Austausch von Bildungspersonal oder auch gemeinsame Lehrerfortbildungsveranstaltungen.

Anschließend unterhielt sich der Ministerpräsident mit aktiven und ehemaligen Studierenden des FEDA-Hochschulteils EWA (Europäische Wirtschaftsakademie), die bereits erfolgreich im Berufsleben stehen. Die Praxisnähe des Studiums an der EWA wurde von den Studierenden gewürdigt, ein ehemaliger Student sagte: „Wenn alles Theorie wäre, wären alle Unternehmen gleich.“

Beschäftigungschancen durch Bildung und Arbeitsmobilität waren auch die zentralen Themen eines Vortrags von Ministerpräsident Kretschmann auf einer Veranstaltung der Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK): „Arbeitsmarkt und Fachkräftebedarf – Chancen und Herausforderungen in Spanien und Baden-Württemberg“. „Europäische Solidarität und Partnerschaft sind die Basis, um voneinander zu lernen und zu profitieren. Das bei uns etablierte und bewährte duale System mit seinem effizienten Zusammenspiel von Theorie und Praxis kann auch in Spanien einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit und zur langfristigen Standortsicherung leisten“, so der Ministerpräsident. Und weiter: „In Baden-Württemberg sind viele Ausbildungsstellen unbesetzt und Fachkräfte werden gesucht. Es ist also zum Nutzen für unsere beiden Länder, dass arbeitslose Fachkräfte zu uns kommen und dass junge Spanierinnen und Spanier in Baden-Württemberg eine berufliche Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Die geplante Kooperationsvereinbarung zur Arbeits- und Ausbildungsmobilität mit Katalonien ist ebenfalls ein Schritt in diese Richtung.“

Auch die Bildungsministerin der Region Madrid, Lucía Figar de Lacalle, und José Luis López-Schümmer Treviño, Präsident der Mercedes-Benz España S.A. und Präsident der AHK, betonten die Bedeutung einer praxisnahen, am dualen System orientierten Ausbildung. Anschließend diskutierte Dr. Walther von Plettenberg, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer für Spanien, zusammen mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und weiteren Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen eines Round-Table-Gesprächs über Perspektiven für arbeitsmarktorientierte Bildung und Personenmobilität.

Am Nachmittag besuchte die Delegation den Fertigungsstandort von Bosch in Madrid und verschaffte sich bei einer Werksbesichtigung einen Eindruck vom dortigen Produktionsstandort für Sensoren von Airbags und Einparksystemen. „Spanien und Baden-Württemberg verbindet ein enger wirtschaftlicher Austausch, den wir ausbauen wollen. Spanien ist ein traditionsreicher Automobilstandort, einer der wichtigsten in Europa, und hat mit konsequenten Wirtschaftsreformen die Wachstumszone wieder erreicht. Viele unserer Unternehmen investieren bereits seit Langem erfolgreich in Spanien – Bosch ist ein hervorragendes Beispiel dafür“, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Die von der Deutschen Botschaft Madrid organisierte Podiumsdiskussion am Abend, u.a. mit dem stellvertretenden Generaldirektor für Unternehmen und Industrie der EU-Kommission Antti Peltomäki, und dem Präsidenten des Verbands der Automobilindustrie Matthias Wissmann sowie weiteren Wirtschaftsvertretern, drehte sich um die „Zukunft der Automobilwirtschaft – Mobilität im Umbruch“. Ministerpräsident Kretschmann entwarf zu Beginn seines Impulsvortrags ein Zukunftsszenario und malte das Bild einer europäischen Metropole im Jahre 2030, die nicht mehr unter Lärm, Staus und Schmutz ächzt, sondern in welcher intelligente Ampeln den Verkehr höchst effizient regeln, und E-Bikes, Hybrid-Busse oder Car2Go-Autos die Bewohner transportieren. „Die Mobilität der Gegenwart stellt uns vor große Herausforderungen. Klimawandel, zunehmende Lärmbelastung und verstopfte Städte, Ressourcenverbrauch und Flächenversiegelung zwingen uns dazu, ressourcenschonende und klimafreundliche Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Dies macht auch ökonomisch Sinn, denn hier liegen die Märkte der Zukunft“, so der Ministerpräsident.

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