Energie

Kabinett befasst sich mit Bericht zur Strompreisentwicklung

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l.) und Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller (r.) am 12. Juni 2012 bei der Regierungspressekonferenz im Landtag in Stuttgart

Das Kabinett hat sich mit einem Bericht von Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller zur Strompreisentwicklung befasst. Im Mittelpunkt des Berichts, der sich maßgeblich auf ein Gutachten des Leipziger Instituts für Energie GmbH (IE Leipzig) stützt, standen die Preisprognosen bis zum Jahr 2020.

Angesichts der aktuellen Diskussionen um steigende Strompreise traten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller zuvorderst Befürchtungen entgegen, die Kosten der Energiewende würden zu einer Preiserhöhungswelle für Energieverbraucher führen: „Die wild ins Kraut schießenden Spekulationen über den angeblich steilen Anstieg der Strompreise sind weder hilfreich noch sachlich gerechtfertigt“, erklärten Kretschmann und Untersteller. „Dass es die Energiewende nicht kostenlos gibt, ist hinlänglich bekannt. Es besteht aber überhaupt kein Grund für Schreckensszenarien!“

Die Landesregierung geht bis 2020 von einem Anstieg der Strompreise für Privathaushalte um rund 22 Prozent aus. Diesen Preisanstieg hat das IE Leipzig in einem so genannten Trend-Szenario errechnet, in das alle für den Endkundenpreis relevanten Kostenfaktoren eingearbeitet wurden: Großhandelspreis, Steuern und Umlagen sowie Netzentgelte inklusive zu erwartender Ausbaukosten.

Ministerpräsident Kretschmann: „22 Prozent bedeuten bei einem heutigen Strompreis von etwa 25 Cent pro Kilowattstunde einen Anstieg um gut 5 Cent. Das ist sicher viel, aber auch in der Vergangenheit, vor dem Atomausstieg, kannte der Strompreis nur eine Richtung: nach oben.“

Zwischen 2002 und 2010 etwa seien die Endkundenpreise in Baden-Württemberg trotz des liberalisierten Strommarktes um mehr als 45 Prozent gestiegen und damit deutlich schneller als für die kommenden Jahre bis 2020 prognostiziert. Eine der Hauptursachen für den Anstieg in der Vergangenheit sei neben dem Inflationsausgleich insbesondere der rasante Preisanstieg für fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle gewesen, erläuterte Umweltminister Untersteller: „Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns mit dem Umstieg auf nachhaltige, erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne, langfristig von diesen begrenzt zur Verfügung stehenden, klimaschädlichen Rohstoffen unabhängig machen.“

Diese Unabhängigkeit komme auch der baden-württembergischen Industrie zugute. Insbesondere die energieintensiven Betriebe würden stark vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Denn deren Strombezugskosten zum Großhandelspreis würden durch die Einspeisung aus Wind und Sonne in den nächsten Jahren weiter sinken.

Die Leipziger Wissenschaftler sagten in ihrem Trend-Szenario einen Anstieg der Stromkosten für energieintensive Betriebe um „nur“ acht Prozent vorher, betonten Kretschmann und Untersteller: „Im günstigsten Szenario des IE Leipzig wird der Strom für energieintensive Unternehmen sogar um drei Prozent günstiger als er heute ist. Die Industrie, die besonders auf Strom angewiesen ist, bekommt ihn durch die Befreiung von der EEG-Umlage und den Netznutzungsentgelten also auch künftig besonders günstig.“

Zwar treffe es zu, dass es durch den Ausbau der erneuerbaren Energien kurz- und mittelfristig zu Strompreissteigerungen kommen werde, fassten Kretschmann und Untersteller zusammen: „Wir erwarten aber keine Preisexplosion. Langfristig wird der steigende Anteil an regenerativen Energien die Stromkosten sogar dämpfen.“

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