Bildung

5.750 neue Lehrer im Schuljahr 2015/2016

„Zum kommenden Schuljahr 2015/2016 können in Baden-Württemberg rund 5.750 Lehrerinnen und Lehrer neu in den öffentlichen Schuldienst eingestellt werden. Das ist die höchste Einstellungszahl in Baden-Württemberg seit den 1970er-Jahren“, sagten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusminister Andreas Stoch.

Auch das sehr gute Einstellungsjahr 2014 mit rund 4.600 neu eingestellten Lehrkräften werde damit deutlich übertroffen. „Wir brauchen gut ausgebildete und motivierte Lehrerinnen und Lehrer, um die Qualität unserer Schulen weiter zu stärken“, betonten Ministerpräsident und Kultusminister.

Insbesondere an den Grund-, Haupt-/Werkrealschulen sowie Gemeinschaftsschulen, den Realschulen und den beruflichen Schulen gibt es im Jahr 2015 deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als im vergangenen Jahr. „Ich freue mich, dass wir den jungen Lehrerinnen und Lehrern so hervorragende Einstellungschancen bieten können“, so Stoch. Verstärkt gesucht werden auch Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen für inklusive Bildungsangebote.

Schülerzahlen nicht so stark rückläufig wie erwartet

Dem Einstellungsplan des Kultusministeriums liegen die neuen Schülerzahlprognosen basierend auf den Lehrerberichten der Schulen vom Frühjahr 2015 zugrunde. Diese zeigen, dass im kommenden Schuljahr im allgemein bildenden Bereich der Schülerrückgang mit über 4.100 Schülern deutlich geringer ausfällt als prognostiziert. Insbesondere bei den Grundschulen werde anstelle eines Schülerrückgangs ein deutlicher Schüleranstieg (Lehrerberichte: plus 3.000 Schüler) erwartet. Das liege vor allem an der aktuellen Zuwanderung nach Baden-Württemberg. „Auch für die Förderung von Flüchtlingskindern benötigen wir zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass wir im Nachtragshaushalt auf die aktuellen Herausforderungen reagieren und zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten schaffen“, sagte Stoch.

Wodurch ist diese hohe Einstellungszahl möglich?

Möglich sei die hohe Einstellungszahl vor allem durch die Entscheidung der Landesregierung, die ursprünglich zum Schuljahr 2015/2016 zur Streichung vorgesehenen 1.829 Stellen (so genannte kw-Stellen) nicht abzubauen, sondern im System zu belassen, so Stoch. Zum Schuljahr 2015/2016 fallen deshalb keine Stellen weg. Darüber hinaus werden zusätzliche Lehrerneustellen geschaffen.

Landeshaushalt setzt Schwerpunkt auf Bildung

Die Landesregierung habe mit dem Nachtragshaushalt einen Schwerpunkt bei der Bildung gesetzt und über 700 neue Stellen bereitgestellt: Die schrittweise Aufstockung der Poolstunden an den Realschulen erfordere im kommenden Schuljahr zusätzliche 241 Stellen. Für die Umsetzung der schulischen Inklusion seien im Schuljahr 2015/2016 insgesamt 200 Stellen eingeplant. Die Grundschulen erhalten zusätzliche 180 Stellen zur gezielten Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben. Für die schulische Förderung von jungen Flüchtlingen in den Vorbereitungsklassen und VABO-Klassen könne die Schulverwaltung mit 165 neuen Stellen planen. „Von den bildungspolitischen Entscheidungen der Landesregierung profitieren nicht nur die Schulen im Land, sondern auch die Absolventen der Lehramtsstudiengänge“, erläuterte Minister Stoch. „Wie in den vergangenen Jahren sorgt das Kultusministerium auch in diesem Jahr durch Abordnungen zwischen den Schularten für eine ausgewogene Unterrichtsversorgung.“

Informationen zum Einstellungsverfahren

Bei der Lehrereinstellung geht es letztlich darum – unter Beachtung der verfügbaren Stellen, laufbahnrechtlicher Vorgaben und bildungspolitischer Entscheidungen – jedes Jahr die passende Lehrerin und den passenden Lehrer dort einzusetzen, wo sie oder er gebraucht wird. Gleichzeitig müssen natürlich auch die persönlichen Wünsche der Lehrkräfte hinsichtlich des Einsatzortes beachtet sowie die stellenwirksamen Änderungsanträge von Lehrkräften verwaltet und gesteuert werden, wie etwa Beurlaubungen, Teilzeit, Deputatsänderungen, Ruhestand usw.. Bei rund 4.000 öffentlichen Schulen im Land und knapp 120.000 Lehrerinnen und Lehrern lässt sich erahnen, wie komplex die Lehrereinstellung, Personalplanung und Ressourcensteuerung ist.

Um frühzeitig geeignete Lehrerinnen und Lehrer zu gewinnen und zu binden sowie den schulorganisatorischen Vorsprung der Nachbarländer aufgrund der frühen Ferientermine zu begegnen sowie den Schulen Planungssicherheit bieten zu können, setzt die Schulverwaltung Baden-Württemberg auf ein mehrstufiges Einstellungsverfahren. So konnten etwa Schulen im ländlichen Raum mit Schwierigkeiten bei der Lehrergewinnung – ohne die Konkurrenz von Standorten in Ballungsgebieten – bereits im Februar vor der Hauptausschreibung Stellen direkt ausschreiben. Durch die vorgezogene Ausschreibung können jedes Jahr rund 85 Prozent der ausgeschrieben Stellen frühzeitig besetzt werden. Die Schulen haben dadurch einen zeitlichen Vorteil und die Lehrerinnen und Lehrer profitieren durch frühe Einstellungszusagen.

Mediathek: Bilder zum Download

Lehrer Online BW: Die Einstellungsverfahren in Baden-Württemberg im Kurzüberblick 

Weitere Meldungen

Hände von Personen und Unterlagen bei einer Besprechung an einem Tisch.
  • Entlastungsallianz

Erstes Entlastungspaket für Bürokratieabbau vorgelegt

Innenminister Strobl im Gespräch mit Generaldirektor Popowski
  • Bevölkerungsschutz

Strobl trifft Generaldirektor Maciej Popowski

Seillagenweinbau
  • Weinbau

Weinbranche zukunftsfähig weiterentwickeln

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
  • Schülerpraktika

Start der Praktikumswochen Baden-Württemberg 2024

Auswärtige Kabinettssitzung in der Landesvertretung in Brüssel
  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 20. Februar 2024

Ein Mann hält in Stuttgart den Zapfhahn einer Wasserstofftankstelle an den Stutzen eines Wasserstoffautos.
  • Wasserstoffwirtschaft

Land fördert Wasserstoff­tankstellen in drei Gemeinden

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
  • Ländlicher Raum

Positionspapier zur Weiterent­wicklung des EFRE überreicht

Baden-Württemberg und die Vereinigten Arabischen Emirate vereinbaren Zusammenarbeit in Energie- und Wirtschaftsfragen (von links): Energieministerin Thekla Walker, Minister für Industrie und Fortschrittstechnologien der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Dr. Sultan Ahmed al Jaber, und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
  • Klimaschutz

Zusammenarbeit mit den Ver­einigten Arabischen Emiraten

  • Kultur

CO2-Rechner für Kultur­einrichtungen aktualisiert

Symbolbild: Ländlicher Raum. (Bild: Elke Lehnert / Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Ländlicher Raum

Online-Konsultation zur künf­tigen Ausrichtung von EFRE

Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Dr. Ute Leidig in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel mit Leinwand im Hintergrund.
  • Integration

Integrationsmanagement in Brüssel vorgestellt

Brachebegrünung beim Winzerhof Vogel
  • Landwirtschaft

Ausnahme der Flächen­stilllegung rasch umsetzen

Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht. (Foto: © dpa)
  • Notruf

Tag des Europäischen Notrufs 112

Züge der Regio S-Bahn Donau-Iller
  • Nahverkehr

Ausbau der Regio S-Bahn Donau-Iller

Portraits der vier ausgewählten Wissenschaftlerinnen des Margarete von Wrangell-Programms
  • Hochschulen

Vier Wrangell-Juniorprofessuren vergeben

Blick in den Wald
  • Landwirtschaft

Europäische Verordnung zur Wiederherstellung der Natur

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) mit seiner Frau Gerlinde sowie Närrinnen und Narren.
  • Fastnacht

Närrischer Staatsempfang der Landesregierung

Ministerpräsident Winfried Kretschmann
  • Kreisbesuch

Kretschmann besucht Alb-Donau-Kreis

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) mit Prof. Dr. Dr. h.c. Heribert Prantl (links) und Thomas Schmid (rechts)
  • Auszeichnungen

Kretschmann zeichnet zwei Journalisten aus

Die Kabinettsmitglieder sitzen am Kabinettstisch der Villa Reitzenstein.
  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 6. Februar 2024

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
  • Gesundheit

Mehr Datenaustausch für bessere medizinische Versorgung

Minister Strobl spricht im Bundesrat
  • Bundesrat

Gesetz zum Staatsangehörig­keitsrecht im Bundesrat

Eine Person sitzt an einem Laptop, in das Bild sind verschiedene Symbole eingeblendet.
  • Künstliche Intelligenz

Schulen testen erstmals KI-Anwendung in Moodle

Ein Krebsforscher arbeitet in einem Labor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg mit einer Pipette. (Bild: picture alliance/picture alliance / dpa)
  • Forschung

Land erfolgreich in Vorrunde der Exzellenzstrategie

Gruppenbild bei Unterzeichnung eines Momorandum Of Understanding an der Universität Zürich
  • Wissenschaft und Forschung

Baden-Württemberg und Zürich stärken Zusammenarbeit