Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Helga und Norbert Linsler

von links nach rechts: Helga Linsler, Staatssekretär Rudi Hoogvliet und Norbert Linsler
v.l.n.r.: Helga Linsler, Staatssekretär Rudi Hoogvliet und Norbert Linsler (r.)

Staatssekretär Rudi Hoogvliet hat Helga und Norbert Linsler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht und ihr herausragendes Engagement über Kontinente hinweg gewürdigt.

„Helga und Norbert Linsler zeigen, was engagierte Menschen auch über Kontinente hinweg gegen Hunger, Krankheit und schlechte Schulbildung ausrichten können. Sie haben sich weit über das normale Maß hinaus für ihre Mitmenschen und unsere Gesellschaft eingesetzt“, sagte Staatssekretär Rudi Hoogvliet bei der Überreichung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an das Ehepaar Linsler am Montag, 26. Juli 2021, in Stuttgart.

Herausragendes Engagement über Kontinente hinweg

Helga und Norbert Linsler engagieren sich seit rund vier Jahrzehnten im Verein „Aktion Hungernde Kinder e.V.“ für Kinder und Jugendliche in der Diözese Awasa in Äthiopien. „Sie sind Kopf, Herz und Motor des Vereins“, so Hoogvliet. Im Jahr 1982 wurde der Verein aus der Taufe gehoben, um der bereits seit Jahren gewachsenen Initiative von sozialen Projekten an der Realschule in Buchen, wo Norbert Linsler als Lehrer tätig war, eine feste Organisationsstruktur zu geben. „Als Gründungsmitglied übernahm Norbert Linsler zunächst den stellvertretenden Vorsitz, seit 1995 bis heute ist er Vorsitzender des Vereins. Gemeinsam mit seiner Frau koordinierte er seither unzählige Hilfsprojekte zur Beschaffung von Spendengeldern“, so Staatssekretär Hoogvliet. Längst reichen diese über die Buchener Schule hinaus: Auch Schulen in Gundelsheim, Neckarelz, Schefflenz und Osterburken tragen beträchtliche Teile bei. „Die Awasa-Aktionen sind fester Bestandteil des schulischen Jahres und werden von Schülern, Lehrern und Eltern immer tatkräftig unterstützt“, sagte Rudi Hoogvliet. Über die schulischen Aktionen hinaus gibt es zudem zahlreiche weitere Aktivitäten. Auf diese Weise konnten inzwischen Spendengelder von mehr als 2,5 Millionen Euro gesammelt werden. „Hinter einer solchen Spendensumme steckt aber nicht nur viel Arbeit. Dahinter stecken auch Menschen, die durch ihre Persönlichkeit überzeugen können“, betonte Staatssekretär Hoogvliet.

Mit den Spendengeldern wurden in Äthiopien neun Schulgebäude errichtet, bestehende Schulen vergrößert und Schulpatenschaften finanziert. „Dies hat Tausenden Jungen und Mädchen den Zugang zu einer soliden Schulbildung eröffnet“, so Hoogvliet. An der mit Vereinsmitteln erbauten Hauswirtschaftsschule werden beispielsweise Frauen und Männer nicht nur handwerklich, sondern auch im Umgang mit dem Computer und der Buchhaltung ausgebildet. „Es ist großartig, dass fast alle Absolventinnen und Absolventen eine berufliche Anstellung fanden oder sich sogar mit einem Geschäft selbständig gemacht haben“, zeigte sich Hoogvliet erfreut.

Auch im Gesundheitssektor konnten wichtige Projekte auf den Weg gebracht werden. Die Mutter-Kind-Spezialklinik, als eine von fünf durch den „Aktion Hungernde Kinder e.V.“ aufgebaute Klinikstationen, begleitet über 3.200 Geburten pro Jahr und betreut jährlich auch rund 5.000 kranke und unterernährte Kinder unter fünf Jahren. „So konnte die Todesrate bei Geburten und die Sterblichkeit bei Kleinkindern drastisch gesenkt werden“, unterstrich der Staatssekretär. Erhebliche Mittel flossen auch in den Entwicklungssektor, in die Soforthilfe und in pastorale soziale Projekte.

Über Jahrzehnte im Dauereinsatz für die Ärmsten der Armen

„Das Ehepaar Linsler hat immer wieder betont, dass sie es nicht alleine sind, sondern dass der Erfolg nur durch die Zusammenarbeit aller möglich ist. Das ist richtig, aber es gibt eben auch immer die Wenigen, die die Fäden zusammenhalten“, sagte Rudi Hoogvliet. „Helga und Norbert Linsler haben Projekte angestoßen, die den Alltag und das Leben unzähliger Menschen in Äthiopien nachhaltig verbessern. Was sie über Jahrzehnte gemeinsam im Dauereinsatz für die Ärmsten der Armen geleistet haben und noch leisten, darauf dürfen sie zu Recht stolz sein.“

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