Landwirtschaft

Auftakt des Strategiedialogs Landwirtschaft

Ein Feldweg schlängelt sich durch eine hügelige Landschaft mit Feldern. Oben links im Bild ist das Logo des Strategiedialogs Landwirtschaft zu sehen.

Der Strategiedialog Landwirtschaft bringt alle Akteurinnen und Akteure zusammen, um in den kommenden Jahren gemeinsam die Zukunft der Landwirtschaft zu gestalten.

„Wir stehen vor der Herausforderung, genau das richtige Maß zu finden, bei dem das Land nachhaltig bewirtschaftet, Artenvielfalt erhalten, das Tierwohl beachtet und Kulturlandschaften gepflegt werden – und diejenigen dafür angemessen bezahlt werden, die das am Ende für uns alle stemmen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag, 23. September 2022 bei der Auftaktveranstaltung des Strategiedialogs Landwirtschaft in Stuttgart. „Nach jahrelanger Dauerkonfrontation sind hier nicht nur Innovationen und Dialog gefragt. Was wir brauchen, ist ein neuer Gesellschaftsvertrag. Weil alle betroffen sind und jeder sich ein bisschen bewegen muss, damit wir zu einem breiten Konsens kommen.“

Bei dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Strategiedialog Landwirtschaft sollen Wege aufgezeigt und eröffnet werden, um die kleinstrukturierte, bäuerliche Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu erhalten und gleichzeitig die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu stärken.

Im Zentrum steht dabei zudem die Förderung regionaler Produkte, die Erhöhung des Bio-Anteils der Produkte und die Bewusstseinsschärfung der Verbraucherin und des Verbrauchers. Dabei bezieht der Strategiedialog Akteurinnen und Akteure aus Erzeugung, Verarbeitung, Handel, Konsumforschung, Naturschutz, Landwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ein.

Landwirtschaft muss zahlreichen Ansprüchen genügen 

„Was braucht die Natur, damit die Landwirtschaft mit ihr im Einklang funktionieren kann? Was brauchen die Landwirte, damit sie im Sinne von Natur, Artenvielfalt und Klimaschutz arbeiten, aber dabei rentabel bleiben können? Was brauchen die Verbraucher, um mehr zu regionalen Lebensmitteln zu greifen, was der Handel, um mit mehr regionalen Produkten Geschäfte zu machen? Auf diese Fragen müssen wir dringend gemeinsam Antworten finden“, so Kretschmann. 

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung des vierten Strategiedialogs der Landesregierung mit verschiedenen Talkrunden und Keynotes, unter anderem von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, stellte Staatssekretär Florian Hassler die Struktur des Strategiedialogs vor, Ministerin Walker und Minister Hauk diskutierten über Herausforderungen und Handlungsfelder im Strategiedialog und Ministerpräsident Kretschmann unterzeichnete zusammen mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels eine Absichtserklärung zur Stärkung von regionalen beziehungsweisen lokalen Erzeugnissen im Lebensmitteleinzelhandel. 

Viele guten Ideen gemeinsam umsetzen

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir unterstrich in seiner Rede: „Der Strategiedialog à la Baden-Württemberg ist ein Erfolgsgarant. Daher freut es mich als Bundeslandwirtschaftsminister natürlich ganz besonders, wenn dieser Strategiedialog nun auch für mein Thema, die Landwirtschaft, hier im Ländle startet. Klimakrise, Artensterben und auf der anderen Seite die Folgen des verbrecherischen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine zeigen, die Landwirtschaft hat lange Zeit nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient. Das tägliche Brot ist eben nicht selbstverständlich. Mit den Ergebnissen der gesellschaftlich breit besetzten Zukunftskommission Landwirtschaft liegen bereits Ideen für eine nachhaltigere Landwirtschaft auf dem Tisch und der hiesige Dialog wird uns da ganz konkret und vor Ort weiterbringen. Aber wir müssen uns auch gemeinsam an die Umsetzung der vielen guten Ideen machen, um Landwirtschaft und Naturschutz bestmöglich miteinander zu verbinden.“

Landesagrarminister Peter Hauk thematisierte die Attraktivität des landwirtschaftlichen Berufs auch für kommende Genrationen als wichtige Aufgabe. Hauk: „Ich erhoffe mir vom Strategiedialog gemeinsam erarbeitete, zukunftsweisende Impulse für die Weiterentwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter angemessener Berücksichtigung der Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Herausforderungen und Zukunftsfragen für die Landwirtschaft und den gesamten Agrarsektor können nur mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren gemeinsam angegangen werden. Hier sind gegenseitige Wertschätzung und ein kooperatives Miteinander sowie ein Dialog auf Augenhöhe insbesondere mit den Landwirtinnen und Landwirten erforderlich. Dass es gelingen kann, gemeinsame Wege zu gehen, haben wir bereits mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz gezeigt. Wenn der Strategiedialog dazu führt, dass die Gesellschaft sich wieder bewusstmacht, welch wichtige Bedeutung die Landwirtschaft für Mensch und Natur hat, haben wir einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

Schulterschluss zwischen Naturschutz, Klimaschutz und Landwirtschaft

Landesumweltministerin Thekla Walker betonte: „Wir brauchen den Schulterschluss zwischen Naturschutz, Klimaschutz und Landwirtschaft, und wir müssen die Weichen jetzt stellen. Denn mit Blick auf die Klimaveränderung und den Verlust der Artenvielfalt ist dieses Jahrzehnt entscheidend. Wie kaum ein anderer Sektor ist die Landwirtschaft von den negativen Folgen direkt betroffen – und hat zugleich ein gewaltiges Potenzial, durch angepasstes Bewirtschaften das Klima zu schonen und die Arten zu schützen. Landbewirtschaftung, die für biologische Vielfalt, für sauberes Wasser, intakte Böden und saubere Luft sorgt, muss uns als Gesellschaft etwas wert sein und entsprechend honoriert werden.“

Kretschmann erklärte, dass der Prozess allen Dialogpartnern viel Kompromissbereitschaft und Arbeit abverlangen werde. Gleichzeitig sei er sich aber sicher, dass die kontinuierliche Zusammenarbeit in diesem Format, Lösungen bringen werde, die der Komplexität der Fragen gerecht würden: „Es wird nicht einfach werden – aber ich freue mich auf die Zusammenarbeit!“
    
Noch am Nachmittag kamen die Arbeitsgruppen zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen. Im Sommer 2024 sollen die konkreten Ergebnisse vorliegen. 

Struktur des Strategiedialogs Landwirtschaft

Der Strategiedialog ist beim Staatsministerium angesiedelt. Die Gesamtsteuerung und Koordinierung übernimmt Staatssekretär Florian Hassler. Im Staatsministerium ist die Geschäftsstelle die strategische Koordinations- und Anlaufstelle für den Gesamtprozess. Beteiligte Fachressorts sind das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.

Es wird eine Interministerielle Arbeitsgruppe unter der Leitung des Staatsministeriums eingerichtet, die den ressortübergreifenden Austausch und Informationsfluss sicherstellen soll. Der Strategiedialog ist ein Arbeitsformat der Landesregierung, das in thematisch eingesetzten Arbeitsgruppen regelmäßig – vier bis sechs Sitzungen in den Jahren 2022 und 2023 und mit klarer Zielsetzung Schwerpunktthemen bearbeitet. Der Strategiedialog soll innerhalb von zwei Jahren konkrete Ergebnisse erzielen und Empfehlungen aussprechen. 

Themenschwerpunkte der fünf Arbeitsgruppen sind die folgenden

  • Weiterentwicklung regionaler, nachhaltiger und resilienter Wertschöpfungsketten
  • Biodiversitätsfördernde Produktion vom Acker bis zur Verpackung sichtbar machen
  • Ein Netzwerk für die bäuerliche Landwirtschaft: Naturschutz als Geschäftsmodell
  • Herausforderung Klimawandel und Biodiversität: Landwirtschaft in BW im Kontext der nationalen und internationalen Rahmenbedingungen
  • Reallabore/Modellprojekte

Strategiedialog Landwirtschaft

Mediathek: Bilder zum Herunterladen

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  • Klima und Energie

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  • Kunstausstellung

Berliner Zimmer Reloaded

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  • Bauen und Wohnen

Ergebnisse der 140. Bauministerkonferenz

Mitarbeiter verschiedener Herkunft arbeiten bei SAP im Silicon Valley an den Trends von Morgen.
  • Start-up BW

Bessere Rahmenbedingungen für Start-ups

Ein Beamter sitzt an seinem papierlosen Schreibtisch und arbeitet an einer eAkte. (Foto: © dpa)
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Künstliche Intelligenz in der Justiz

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101. Landwirtschaftliches Hauptfest

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Eine Schülerin schreibt das ABC an die Tafel. (Foto: dpa)
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