Europa

Wirtschaftskonferenz mit Rumänien und Moldau

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Wirtschaftskonferenz der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer in Stuttgart eröffnet. Der Donauraum gewinnt zunehmend an Bedeutung.

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Gruppenbild anlässlich der Deutsch-Rumänisch-Moldauischen Wirtschaftskonferenz in Stuttgart
Deutsch-Rumänisch-Moldauische Wirtschaftskonferenz in Stuttgart

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Donnerstag, 27. November 2025, die hochkarätig besetzte Wirtschaftskonferenz der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer eröffnet, gemeinsam mit der rumänischen Vize-Premierministerin Oana-Clara Gheorghiu, dem Vize-Premierminister der Republik Moldau, Eugen Osmochescu sowie zahlreichen hochrangigen Ministern aus beiden Ländern.

Donauraum gewinnt zunehmend an Bedeutung

Im Haus der Wirtschaft betonte er in seiner Eröffnungsrede vor rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft, dass „der Donauraum nicht nur zentral ist für die europäische Sicherheit und Stabilität, sondern auch Chancen bietet für die Wirtschaft“, so Kretschmann. „Bei meinem Besuch in Rumänien und in der Republik Moldau im vergangenen Jahr konnten wir den Grundstein legen für einen Ausbau unserer Zusammenarbeit und ich freue mich sehr, dass wir mit der Deutsch-Rumänisch-Moldauischen Wirtschaftskonferenz in diesem Jahr daran anknüpfen können. Mit unseren beiden Gemischten Regierungskommissionen und unserem Engagement in der EU-Strategie für den Donauraum stärkt Baden-Württemberg ganz konkret den Schulterschluss mit dem EU-Partner Rumänien und unterstützt die Republik Moldau auf ihrem europäischen Weg.“

Gemeinsame Projekte zu Zukunftsthemen

Für die Landesregierung nahm auch Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, teil. Sie betonte: „Rumänien ist längst nicht mehr die verlängerte Werkbank der EU. Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Wasserstofftechnologien eröffnen vielfältige Möglichkeiten für gemeinsame Win-win-Projekte mit Baden-Württemberg. Die Wirtschaftskonferenz und die Sitzungen der Gemischten Regierungskommissionen bieten eine hervorragende Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung in diesen und vielen anderen Bereichen. Moldau gewinnt für Baden-Württemberg zunehmend an Bedeutung als aufstrebender Wirtschaftsstandort in Südosturopa. Für unsere Unternehmen eröffnen sich Chancen in Bereichen wie IT, grüne Technologien und industrieller Zulieferung. Außerdem bietet der angestrebte EU-Beitritt Moldaus neue wirtschaftliche Perspektiven, die den Zugang zu europäischen Märkten erleichtern und die Investitionssicherheit weiter erhöhen. Baden-Württemberg und Moldau sind bereits jetzt engagierte Partner im Donauraum. Unser Ziel ist es, neue Impulse für gemeinsame Projekte zu setzen zum Vorteil beider Regionen.“

Donauraumstrategie ist wesentlicher Bestandteil der Nachbarschaftspolitik

Eine vertiefte Zusammenarbeit mit Rumänien und der Republik Moldau als Ausgangspunkt für die Idee einer Wirtschaftskonferenz mit Diskussionsrunden, Vorträgen und der Möglichkeit für einen direkten Austausch zwischen Politik und Unternehmen entstand im Jahr 2022 bei einer Delegationsreise des Europastaatssekretärs Florian Haßler im Donauraum. „Unsere Donauraumstrategie ist ein wesentlicher Bestandteil der Nachbarschaftspolitik des Landes Baden-Württemberg und bietet die Chance auf eine langfristige, gemeinsame Regionalentwicklung“, so Haßler, der sich für diese Art der Zusammenarbeit daher intensiv eingesetzt hatte. Besonders vor dem Hintergrund der Herausforderungen des andauernden Ukraine-Krieges seien die Stabilität Südosteuropas und die Integration dieser Region in die EU von hoher Bedeutung, so der Europastaatssekretär.

Bei einer weiteren Delegationsreise im vergangenen Jahr war unter anderem eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, in der die Landesregierung erklärt, die Republik Moldau auf dem Weg in die Europäische Union aktiv zu unterstützen. Die Erklärung sieht dazu unter anderem die Einrichtung einer Gemischten Regierungskommission vor, die verschiedene Kooperationsbereiche steuert und sich im Turnus von zwei Jahren abwechselnd in Baden-Württemberg und der Republik Moldau trifft.

Die Kick-off Sitzung fand ebenfalls heute in Rahmen der Wirtschaftskonferenz statt. Geleitet wurde sie durch die beiden Co-Vorsitzenden, Europastaatssekretär Florian Haßler und Eugeniu Osmochescu, den moldauischen Wirtschaftsminister und Vize-Premier. Auf der Agenda standen dabei unter anderem Kooperationen auf wirtschaftlicher Ebene sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit in der Energiepolitik und der Landwirtschaft. „Baden-Württemberg setzt sich seit vielen Jahren im Rahmen seiner Gemischten Regierungskommissionen und in der EU-Strategie für den Donauraum ganz konkret für die EU-Integration ein. Die Republik Moldau geht mit Mut und Konsequenz ihren Weg in die Europäische Union. Baden-Württemberg begleitet und unterstützt dies mit konkreten Projekten und gemeinsamen Aktivitäten“, so Haßler.

Enge Zusammenarbeit weiter intensivieren

Am Freitag, 28. November 2025, trifft sich auch die Gemischte Regierungskommission mit Rumänien zu ihrer 10. Sitzung unter dem Co-Vorsitz von Europastaatssekretär Florian Haßler auf baden-württembergischer Seite und des rumänischen Ministers für Wirtschaft, Digitalisierung, Unternehmertum und Tourismus, Radu-Dinel Miruță. Ziel dabei ist es, die enge Zusammenarbeit angesichts geopolitischer Herausforderungen und der fortschreitenden Transformation weiter zu intensivieren. Die inhaltlichen Schwerpunkte für die nächsten beiden Jahren liegen unter anderem auf der Außenhandelsförderung und neuen Technologien, bei der Cybersicherheit und der Verteidigungsindustrie sowie der Energie- und Klimapolitik.

„Rumänien ist unser wichtigster Handelspartner in Südosteuropa, mit einem hohen Zukunftspotential auch für den KI-Standort Baden-Württemberg, den Energiesektor oder die Sicherheitskooperation, sei es bei der Polizei oder im Katastrophenschutz. Und die Republik Moldau hat unter schwierigsten Bedingungen einen pro-europäischen Kurs eingeschlagen. Eine Anstrengung, die allen Respekt verdient“, so der Europastaatssekretär Florian Haßler. „Beide Länder sind in diesen geopolitisch herausfordernden Zeiten verlässliche Partner, mit denen wir unsere Kräfte erfolgreich bündeln wollen. Dafür ist die Wirtschaftskonferenz eine sehr gute Plattform.“

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