Europa

Gemeinsamer Brief der Schweizer Kantone und der Grenzregionen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Fähnchen der Europäischen Union und der Schweiz stehen im Nationalratssaal in Bern
Symbolbild

In einem gemeinsamen Brief an den Schweizer Bundespräsidenten und die Europäische Kommission appellieren die Schweizer Kantone und die Grenzregionen, nach dem Scheitern des Rahmenabkommens tragfähige Antworten auf die Fragen einer künftigen Zusammenarbeit zu finden.

„Das künftige Verhältnis zwischen der Europäischen Union (EU) und der Schweiz muss rechtssicher, verlässlich und offen für neue Kooperationsfelder ausgestaltet werden. Wir appellieren daher an den Schweizer Bundesrat und die Europäische Kommission, tragfähige Antworten auf die Fragen einer künftigen Zusammenarbeit zu finden“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 7. Juli 2022 in einem gemeinsamen Brief (PDF) mit dem Präsidenten der Konferenz der Kantonsregierungen, Dr. Christian Rathgeb, dem Präsidenten der Region Auvergne-Rhône-Alpes, Laurent Wauquiez, der bayrischen Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Melanie Huml, der Präsidentin der Region Bourgogne-Franche-Comté, Marie-Guite Dufay, dem Landeshauptmann der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, Arno Kompatscher, dem Präsidenten der Region Grand-Est, Jean Rottner, dem Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein, Dr. Daniel Risch, und der Landesstatthalterin des Bundeslandes Vorarlberg, Dr. Barbara Schöbi-Fink, an den Schweizer Bundespräsidenten und Vorsteher der Departments für auswärtige Angelegenheiten, Ignazio Cassis, sowie den Vizepräsidenten der EU-Kommission, Maroš Šefčovič.

Starke Verflechtungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft

„Die Schweizer Kantone und ihre benachbarten Regionen blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück. Unsere Regionen sind heute sehr eng und vielfältig miteinander verbunden. Der Grenzraum zwischen Frankreich, Italien, Österreich, Liechtenstein, Deutschland und der Schweiz ist gelebtes Europa und bildet einen gemeinsamen Lebensraum für die Menschen vor Ort“, heißt es in dem gemeinsamen Brief weiter. „Unsere Verflechtungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sind stark. Diese Kooperationen haben ganz wesentlich zu wirtschaftlicher Dynamik, Wohlstand und Stabilität in unseren Regionen beigetragen. Wir bedauern daher den Abbruch der Verhandlungen über ein Institutionelles Rahmenabkommen zwischen dem Schweizer Bundesrat und der Europäischen Kommission. Die Auswirkungen des Scheiterns des Rahmenabkommens werden schon heute in der Grenzregion deutlich.“

Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müsse man die Zusammenarbeit stärken. „Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine führt uns nochmals vor Augen, dass wir in Europa einen gemeinsamen Weg gehen müssen. Frieden, Freiheit, Stabilität und Wohlstand können wir nur gemeinschaftlich gewährleisten.“

Strategische Entscheidung

Die Gestaltung der künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Schweiz sei eine strategische Entscheidung. „Um als Grenzraum gemeinsam weiterhin innovativ zu bleiben, benötigen die Schweizer Kantone und die benachbarten Grenzregionen stabile Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene. Wir werden die Schweizer Regierung und die Europäische Kommission mit voller Tatkraft unterstützen“, heißt es in dem gemeinsamen Brief.

„Das erodieren der Bilateralen Verträge macht uns große Sorgen. Wir verstehen uns als Brückenbauer und versuchen, auf beiden Seiten für ein gegenseitiges Verständnis zu werben“, so der Staatssekretär für politische Koordinierung und Europa, Florian Hassler. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die Schweiz auch in Zukunft am EU-Forschungsprogramm Horizon teilnehmen kann. Die Schweiz ist seit Jahren ein wichtiger Partner in EU-geförderten Forschungsprojekten und trägt zur Wissenschaftsexzellenz in Europa bei. Jedes vierte EU-Forschungsprojekt mit Beteiligung aus Baden-Württemberg hat auch Schweizer Partner. Gleichzeitig ist es klar, dass die Binnenmarktregeln beachtet und von der Kommission geschützt werden müssen. Mit dem entsprechenden politischen Willen auf beiden Seiten lassen sich die offenen institutionellen Fragen zwischen der EU und der Schweiz aber lösen.“

Gemeinsamer Brief der Schweizer Kantone und der Grenzregionen vom 5. Juli 2022 (PDF)

Weitere Meldungen

Gruppenbild Teilnehmer Podiumsdiskussion
Wissenschaft

Widerstandskraft von Wissenschaft stärken

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Eine Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) im Schnee (Bild: © dpa).
Landwirtschaft

Pragmatischer Umgang bei der Bekämpfung von Schadnagern

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten

Innenminister Thomas Strobl (Mitte) in Begleitung von zwei Gardemädchen
Fastnacht

Empfang für Karnevals- und Fasnachtsvereine

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Festnahme eines deutschland­weit aktiven Serieneinbrechers

Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."
Gesundheit

Einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

Eine Lehrerin in der Grundschule mit Schülerinnen und Schülern.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)
SPNV

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Lucha kritisiert Zulassungsstopp bei Integrationskursen

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Ein Windrad ist auf der Holzschlägermatte bei Freiburg zu sehen.
Erneuerbare Energien

Mehr Windkraft für Baden-Württemberg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Dritter von rechts) und der Antisemitismusbeauftragte Dr. Michael Blume (Vierter von links) mit den Vorständen der Israelitischen Religionsgemeinschaften Württembergs und Baden
Religion

Kretschmann trifft Vorstände der jüdischen Gemeinschaften