Europa

Dritter Bürgerdialog zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Die Europabrücke über den Rhein zwischen Kehl und Straßburg (Bild: Manfred Grohe)

Um die grenzüberschreitende Kooperation am Oberrhein weiterzuentwickeln, hat die Landesregierung vor Ort drei Bürgerdialoge durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Verkehrsthemen, grenzüberschreitende Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie bilinguale Kinderbetreuung. Die Ergebnisse fließen in die Frankreich-Konzeption der Landesregierung ein.

„Wir wollen von den Menschen am Oberrhein wissen, was sie beim grenzüberschreitenden Zusammenleben alltäglich bewegt. Damit können wir aktiv das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger aus Baden-Württemberg und aus Frankreich verbessern“, so die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung Gisela Erler in Kehl anlässlich der dritten und letzten Auflage der Bürgerdialoge zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In der Landesregierung ist Erler zuständig für die Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Beziehungen zu Frankreich.

Mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen

„Gerade in Zeiten, in denen eine Europaskepsis besteht, ist es wichtig, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. So können wir erfahren, welche Themen sie wirklich bewegen“, so Erler. Daher hat die Landesregierung Baden-Württemberg drei Dialogveranstaltungen am Oberrhein durchgeführt – in Breisach am Rhein, in Baden-Baden und in Kehl. Heute in Kehl diskutierten dabei 120 Teilnehmende aus Kehl und Straßburg unter anderem über Fragen des Zusammenarbeitens, Zusammenlebens und der gemeinsamen Freizeitgestaltung in der Region. „Kehl ist der perfekte Ort, um miteinander grenzüberschreitend ins Gespräch zu kommen. Nirgendwo sonst wurden bislang so viele erfolgreiche deutsch-französische Projekte realisiert wie hier zwischen Kehl und Straßburg“, so Erler.

„Für die Menschen, die in den Städten und Gemeinden am Oberrhein leben und arbeiten, ist die Grenze zu Frankreich längst kein Nachteil mehr, sondern birgt eine große Chance. Wenn wir aus dieser Chance noch mehr konkrete Vorteile für den Alltag der Menschen in dieser Grenzregion schaffen möchten, so ist es unabdingbar, dass wir die Menschen fragen, was sie brauchen. Das erreichen wir mit diesem Format der Bürgerdialoge hervorragend“, so Freiburgs Regierungspräsidenten Bärbel Schäfer.

Für die drei Dialoge wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Zufall aus dem Melderegister ausgewählt. Staatsrätin Erler zeigte sich erfreut über die Vielfalt der Themen und der Teilnehmenden: „Mit der der zufälligen Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten wir auch Personen erreichen, die sich vorher noch nicht so intensiv mit grenzüberschreitenden Fragen beschäftigt haben. Ich freue mich, dass sich insgesamt mehr als 250 Bürgerinnen und Bürger Zeit genommen haben, mit uns zu diskutieren.“ Vor allem Verkehrsthemen – wie etwa gemeinsame Tarifsysteme und ÖPNV-Verbindungen – standen dabei im Mittelpunkt. Aber auch eine Erleichterung der grenzüberschreitenden Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten, die bilinguale Kinderbetreuung sowie die Verbesserungen von Veranstaltungsinformationen dies- und jenseits der Rheinseite wurden diskutiert.

Grenzüberschreitende Kooperationen am Oberrhein weiterentwickeln

Hintergrund der grenzüberschreitenden Dialoge ist das Anliegen des Landes, seine guten nachbarschaftlichen Beziehungen mit einer Frankreich-Konzeption Ausdruck zu verleihen und damit grenzüberschreitende Kooperationen am Oberrhein qualitativ weiterzuentwickeln. „Während der Dialoge haben wir erfahren, wo den Menschen tagtäglich der Schuh drückt“, so Erler. „Wir haben alle Ergebnisse aufgenommen und prüfen nun, welche Stelle wofür zuständig ist. Die Landesregierung kann dabei nur einen Teil der Themen bearbeiten. Einige Anliegen der Bürgerinnen und Bürger sollten etwa auf kommunaler und regionaler Ebene angegangen werden. Anderes muss auf europäischer oder nationaler Ebene thematisiert werden“, so Erler.

In einem Jahr wird die Landesregierung eine Frankreich-Konzeption verabschieden, in die auch die Ergebnisse der Dialoge einfließen werden. „Wir werden dann wieder in die Region kommen und den Menschen erläutern, wie wir uns das zukünftige Zusammenleben entlang der Oberrheins vorstellen“, verspricht Staatsrätin Gisela Erler.

Weitere Meldungen

Blick in den Saal bei der Eröffnung des 11. Donausalons in der Landesvertretung Baden Württemberg durch Verkehrsminister Winfried Hermann
11. Donausalon

Wirtschaftliche Resilienz und stärkerer Zusammenhalt im Donauraum

Wirtschaft

Hoffmeister-Kraut kritisiert Industrial Accelerator Act

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Schriftzug „MEDI:CUS“ auf einer Bühne
Gesundheit

Gesundheitscloud MEDI:CUS wird verstetigt

Eine Sozialarbeiterin misst die Blutdruckwerte eines Probanden und übermittelt diese drahtlos per Smartphone an einen Arzt.
Medizintechnik

Land setzt sich für Reformen in der Medizintechnikbranche ein

Fähnchen der Europäischen Union und der Schweiz stehen im Nationalratssaal in Bern
Europa

Vertragspaket zwischen der EU und der Schweiz unterzeichnet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Eltern und Kinder turnen in einer Sporthalle in Berlin.
Sport

Mehr als 600 Millionen Euro für Sportvereine und -verbände

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026

Windräder stehen während des Sonnenaufgangs auf einem Feld.
Erneuerbare Energien

Schnellere Genehmigungen für Windkraft-Anlagen durch Digitalisierung

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
Wirtschaft

Land präsentiert sich auf Messe für Sicherheit und Verteidigung

Ein Beratungsgespräch. (Bild: Roland Weihrauch / dpa)
Soziales

4,3 Millionen Euro für Weiter­bildung von Langzeitarbeitslosen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Festnahme eines deutschland­weit aktiven Serieneinbrechers