Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 7. März 2023

Das Kabinett hat sich mit der Einrichtung einer Forschungsstelle Rechtsextremismus befasst. Weitere Themen waren das Projekt Klimaneutralität des Stuttgarter Flughafens, eine Pflichtversicherung bei Elementarschäden, die Europaministerkonferenz und die Digitale Bildungsplattform.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Die Kabinettsmitglieder sitzen am Kabinettstisch der Villa Reitzenstein.

Forschungsstelle Rechtsextremismus wird eingerichtet

Das Land Baden-Württemberg baut eine Forschungsstelle Rechtsextremismus an der Eberhard Karls Universität Tübingen auf. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski informierte am Dienstag, 7. März 2023, das Kabinett über die Einzelheiten. Eine unabhängige Kommission aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat sich einstimmig für das Konzept der Universität Tübingen ausgesprochen. Mit der ersten politikwissenschaftlichen Professur zur Rechtsextremismusforschung in Deutschland wählt Baden-Württemberg einen innovativen Ansatz. Die bundesweit erste institutionell verankerte Forschungsstelle Rechtsextremismus stellt zugleich sicher, dass das Thema Rechtsextremismus dauerhaft und systematisch erforscht und bearbeitet wird. Das Land wird für die neue Forschungsstelle bis zu 1,2 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stellen.

Mehr

„STRzero“ – Stuttgarter Flughafenterminal auf dem Weg zur Klimaneutralität

Das Land Baden-Württemberg will bis zum Jahr 2040 die Netto-Treibhausgasneutralität („Klimaneutralität“) erreichen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet der Flughafen Stuttgart, der bis 2040 zum ersten klimaneutralen Flughafen Deutschlands weiterentwickelt werden soll. Das Landeskabinett hat sich heute mit einem zentralen Bestandteil dieses Plans befasst: dem Projekt STRzero, das unter anderem die energetische Sanierung der 30 Jahre alten Terminals vorsieht. Die Gesellschafter Land Baden-Württemberg und Landeshauptstadt Stuttgart sowie der Flughafen Stuttgart GmbH unterzeichneten im Februar 2023 eine Zukunftsvereinbarung, welche die weiteren Schritte zur Umsetzung der Klimaziele beinhaltet.

Der Kapitalbedarf für die Umsetzung soll aus verschiedenen Quellen bestritten werden: einen Großteil der benötigten Mittel strebt die Flughafengesellschaft an, aus ihrem Unternehmensergebnis zu erwirtschaften beziehungsweise über Fremdkapital zu finanzieren. Eingeplant sind jedoch auch Kofinanzierungsbeiträge der Gesellschafter. Als Beitrag des Landes Baden-Württemberg ist nach aktuellem Planungsstand – und vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers – in den Haushaltsjahren 2026 bis 2039 insgesamt ein Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich vorgesehen. Mögliche Fördermittel und Zuschüsse der Europäischen Union (EU), des Bundes oder des Landes können den Bedarf an Eigenkapitalzuschüssen gegebenenfalls in gleicher Höhe reduzieren.

Land setzt sich im Bundesrat für Pflichtversicherung bei Elementarschäden ein

Angesichts zunehmender Unwetterkatastrophen mit hohen Schäden setzt sich Baden-Württemberg seit Jahren für eine bundesweite, verpflichtende versicherungsrechtliche Absicherung ein. Dies soll hohe Schadenssummen für die betroffenen Menschen und auch die öffentlichen Haushalte abfangen. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatten die Bundesregierung aufgefordert, eine solche Pflichtversicherung einzuführen. Sie wurde bislang aber nicht ausreichend tätig, um sich für die „Unwettersaison“ im Sommer zu wappnen. Daher nutzt das Land noch diese Woche gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen im Bundesrat das Instrument des sogenannten Entschließungsantrags. Damit wird der Bund aufgefordert, kurzfristig einen konkreten Regelungsvorschlag vorzulegen.

Transformationsregionen Thema bei Europaministerkonferenz der Länder

Europa-Staatssekretär Florian Hassler berichtete von der Sitzung der Europaministerkonferenz der deutschen Länder in Brüssel. Thema dort war unter anderem die Industriestrategie der Europäischen Union (EU). Im Gespräch mit der zuständigen Generaldirektorin Kerstin Jorna brachte er das Anliegen Baden-Württembergs ein, dass die wirtschaftsstarken und innovativen Regionen nicht benachteiligt werden dürfen – etwa im EU-Beihilferecht. Die Bedürfnisse von Regionen, die von der grünen und digitalen Transformation der Wirtschaft besonders betroffen sind, waren auch Thema im Gespräch mit der EU-Kommissarin. Sie bestätigte im Gespräch mit den Europaministerinnen und -ministern, dass die Förderung solcher Transformationsregionen, insbesondere bezüglich der Automobilwirtschaft, in Brüssel intensiv diskutiert werde. Ein weiteres Schwerpunktthema war die Unterstützung der Ukraine. Im Kreis der Europaministerkonferenz bestand Einigkeit, dass die deutschen Länder ihre Unterstützung und die Zusammenarbeit mit der Ukraine fortsetzen wollen.  

Digitale Bildungsplattform zeigt ihr „Gesicht“

Seit 2019 arbeitet des Kultusministerium unter Einbeziehung einer Vielzahl von Projektpartnern an dem Aufbau einer Digitalen Bildungsplattform. Nun steht die Präsentation der Startkonfiguration bevor, gewissermaßen ihr „Gesicht“ in Form der Nutzeroberfläche. Dies war Anlass für Staatssekretärin Sandra Boser, dem Ministerrat über den Stand der Entwicklung zu berichten. Mit der Plattform „schule@bw – lehren, lernen, kommunizieren“ werden zentral Werkzeuge zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Unterricht bereitgestellt. Zugleich werden die Schulen dadurch von operativen Verwaltungsaufgaben entlastet. Mit nur einer Anmeldung („Single Sign On“) mit hohem Sicherheitsstandard stehen auf der Plattform verschieden Module zu Verfügung, sodass später noch weitere Programme eingebunden oder gegen andere ausgetauscht werden können. In den kommenden Monaten soll die schrittweise Einführung der Digitalen Bildungsplattform in den Schulen starten.

Quelle:

\red

Weitere Meldungen

Zwei Straßenwärter knien auf dem Boden und verlegen Steine.
Straße

44 neue Straßenwärter für Baden-Württemberg

Ein Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (r.) erklärt einem angehenden Gärtner (l.) das Einpflanzen einer Dachbegrünung. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Meisterbriefe für Floristen und Gärtner

Ein Hauskaninchen wartet in seinem Stall in einem Gartengeschäft auf einen neuen Besitzer.
Tierschutz

Schülerinnen und Schüler machen sich für Tiere stark

Verfassungsschutzbericht 2025
Verfassungsschutz

Verfassungsschutzbericht 2025 vorgestellt

Eine Hand hält einen in augmented Reality illustrierten Kopf.
Wirtschaft

Zwei Millionen Euro für vier Digital Hubs

Ein Mitarbeiter der Robert Bosch GmbH überprüft mit einem Tablet die Betriebsdaten von vernetzten Maschinen für Metallspritzguss. (Foto: © dpa)
Wirtschaft

Land fördert Stärkung resilienter Lieferketten

Eine Gruppe von Jugendlichen steht vor einer Wiese.
Schule

Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur 2026

Marco Hess
Land und Kommunen

Marco Hess wird Erster Landesbeamter im Hohenlohekreis

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Krisenvorsorge

Gemeinsam gesellschaftliche Resilienz stärken

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Mitte) bei der Bescheidübergabe
Forschung

Rund eine Million Euro für Robotik-Innovation

Landwirtschaft
Ländlicher Raum

Vereinbarkeit von Ernährungssicherung und Naturschutz

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Wissenschaft und Forschung

99 Projekte für eine postfossile Zukunft

Zu sehen ist eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne zur 40-jährigen Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und der Provinz Liaoning
Wirtschaft

Baden-Württemberg und Liaoning setzen auf Kontinuität und Zukunft

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut.
Bildung

Festival zur nachhaltigen Entwicklung

Visualisierung Campus St. Alban
Wohnen

Vernetzungstreffen „Kirche gibt Raum“