Ansiedlungsstrategie

Maßnahmen für erfolgreiche Standortpolitik beschlossen

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Roboterarm in einer Fabrik
Symbolbild

Der weltweite Standortwettbewerb hat sich deutlich verschärft. Mit der Aktiven Ansiedlungsstrategie will das Land daher international und offensiv um neue Zukunftsunternehmen werben und heimische Unternehmen noch besser bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen. Der Ministerrat hat dazu konkrete Maßnahmen beschlossen.

Nach dem Beschluss der Eckpunkte der Ansiedlungsstrategie Baden-Württemberg im vergangenen Jahr hat der Ministerrat in seiner Sitzung am Dienstag, 23. Mai 2023, die konkreten Umsetzungsmaßnahmen der Aktiven Ansiedlungsstrategie Baden-Württemberg verabschiedet.

Im harten Wettbewerb um wichtige Zukunftsbranchen und Unternehmen müssen wir schnell handeln, mit agilen Strukturen und passgenauen Angeboten punkten und uns im Standortmarketing international noch breiter aufstellen. Das wollen wir mit unserer Ansiedlungsstrategie erreichen.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

„Die Transformation und der Strukturwandel durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit stellen nicht nur unsere Unternehmen, sondern auch den Standort Baden-Württemberg insgesamt vor enorme Herausforderungen. Im harten Wettbewerb um wichtige Zukunftsbranchen und Unternehmen müssen wir schnell handeln, mit agilen Strukturen und passgenauen Angeboten punkten und uns im Standortmarketing international noch breiter aufstellen. Das wollen wir mit unserer Ansiedlungsstrategie erreichen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Kabinettssitzung.

Baden-Württemberg zukunftsfest zu machen

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte: „Die Aktive Ansiedlungsstrategie ist ein weiterer wichtiger Baustein, um Baden-Württemberg zukunftsfest zu machen. Mit dem Fokus auf bestimmte Branchen und Zukunftsfelder wollen wir offensiv für unseren Standort werben, Unternehmen für eine Ansiedlung in Baden-Württemberg gewinnen und gleichzeitig unsere heimischen Unternehmen – etwa bei Investitions- und Erweiterungsvorhaben – an ihren Standorten in Baden-Württemberg unterstützen. Zentraler Baustein ist unsere Landesagentur Baden-Württemberg international (BW_i). Diese wird gepusht, um schneller, agiler und zielgerichteter agieren zu können.“ Der Ministerpräsident unterstrich: „Das schafft neue Arbeitsplätze und hilft uns, unsere Wirtschaft unabhängiger zu machen. Beides dient dem Erhalt des Wohlstands in unserem Land.“

„Gleiches gilt auch für Start-ups, die im Rahmen der Aktiven Ansiedlungsstrategie ebenfalls stärker in den Fokus genommen werden sollen“, ergänzte die Wirtschaftsministerin. Die Strategie sehe vor, so Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, hochinnovative Start-ups aus dem Ausland für eine Ansiedlung in Baden-Württemberg zu gewinnen. Gleichzeitig sollen heimische, bereits fortgeschrittene und erfolgreich wachsende Start-ups im Land gehalten werden.

Umsetzungsmaßnahmen auf den Weg gebracht

Vor dem Hintergrund der im Staatshausplans 2023/24 zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel konnten das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus und das Staatsministerium nunmehr die konkreten Umsetzungsmaßnahmen der Aktiven Ansiedlungsstrategie auf den Weg bringen.

Der Schwerpunkt des Konzepts liegt zunächst auf dem Ausbau von Baden-Württemberg International (BW_i) zu einer „One-Stop-Agency“. Als zentraler Ansprechpartner wird BW_i künftig weitere Aufgaben in der Akquise von ausländischen Unternehmen übernehmen, neue ansiedlungsinteressierte Unternehmen begleiten, Akteure vor Ort bei der Standortsicherung von Unternehmen in Baden-Württemberg unterstützen sowie die Gewinnung und Standortsicherung von hochinnovativen Start-ups verfolgen.

Mit zusätzlichen Personalkapazitäten wird BW_i in die Lage versetzt, ansiedlungswilligen Unternehmen schnell umfassende Informationen über den Standort Baden-Württemberg zur Verfügung zu stellen sowie attraktive Unterstützungsangebote bei konkretem Ansiedlungsinteresse zu unterbreiten. Diese Angebote können zum Beispiel geeignete Flächen, die Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien, Forschungskooperationen oder Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung umfassen.

Geeignete Zielmärkte für die Ansiedlungsakquise identifizieren

Um vermehrt ausländische Unternehmen für Ansiedlungen in Baden-Württemberg zu gewinnen, werden im Rahmen einer Zielbranchenanalyse durch BW_i geeignete Zielmärkte für die Ansiedlungsakquise identifiziert. In dafür besonders geeigneten Zielmärkten sollen vor Ort zudem insgesamt bis zu vier Ansiedlungsscouts etabliert werden, die qualitativ hochwertige Kontakte generieren und potentielle Investoren identifizieren sollen. Bei diesen Ansiedlungsscouts wird es sich um Personen handeln, die über einschlägige Erfahrungen in der Wirtschaft des jeweiligen Zielmarkts sowie die notwendige Expertise in den für Baden-Württemberg wichtigen Zukunftsbranchen verfügen.

Die Aktivitäten des Landes werden im engen Schulterschluss mit den Kammern, den Landkreisen, Städten, Gemeinden sowie den regionalen Wirtschaftsförderungen umgesetzt. Ihnen kommt eine zentrale Rolle in der Standortsicherung von bereits ansässigen Unternehmen zu. In Abstimmung mit den Akteuren vor Ort wird BW_i daher bei Bedarf gezielt Unterstützungsleistungen für Bestandsunternehmen anbieten.

Mit der seit Herbst 2022 verfügbaren Flächendatenbank Baden-Württemberg kann BW_i bereits jetzt Standorte in Baden-Württemberg prominent, mehrsprachig und grafisch ansprechend vermarkten und interessierte Unternehmen auf mögliche Ansiedlungsflächen hinweisen.

Mittel für die Ansiedlungsstrategie

An Mitteln für die Ansiedlungsstrategie (Ausbau BW_i zur „One-Stop-Agency, Ansiedlungsscouts, einmalige Studie zu Optimierungsbedarfen bei Ansiedlungsvorhaben) werden im Haushalt 2023/24 bereitgestellt:

  • 2023: 4.359.000 Euro
  • 2024: 4.109.000 Euro

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus: Wirtschaftsstandort

Baden-Württemberg international (BW_i)

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