Landwirtschaft

Landesregierung fördert fünf neue Bio-Musterregionen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)

Die Landesregierung fördert fünf weitere Bio-Musterregionen. Damit stärkt sie das Bewusstsein für ökologischen Landbau und Bio-Lebensmittel. So nützt die immer größere Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln der heimischen Landwirtschaft sowie der Umwelt und der Artenvielfalt.

„Der Bio-Sektor in Baden-Württemberg wächst stetig. Immer mehr Menschen wollen wissen wie, aber auch wo ihre Lebensmittel produziert werden. Sie legen Wert auf regionale Bio-Lebensmittel. Die Nachfrage übersteigt mittlerweile das regionale Angebot deutlich. Dieses Nachfragepotenzial möchte die Landesregierung für die heimische Landwirtschaft sowie für Umwelt und Artenvielfalt nutzen und den ökologischen Landbau in unserem Land weiter stärken“, erklärt Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Der wachsende Öko-Markt in Baden-Württemberg bietet sehr gute wirtschaftliche Chancen für unsere heimischen Erzeuger und Verarbeiter“, betonte Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg stehe für bäuerliche Familienbetriebe, Vielfalt, die Produktion hochwertiger Lebensmittel und den Erhalt einer besonderen Kulturlandschaft. Um diese Werte zu erhalten und weiterzuentwickeln sei es wichtig, die vorhandenen regionalen Marktchancen für die Betriebe im Land zu nutzen.

Bewusst für ökologischen Landbau stärken

„Mit den fünf neuen Bio-Musterregionen in den Landkreisen Hohenlohe/Schwäbisch Hall, Ludwigsburg/Stuttgart, Emmendingen/Breisgau-Hochschwarzwald/Freiburg, Biberach und Neckar-Odenwald werden unsere bestehenden Bio-Musterregionen durch starke Partner ergänzt. Die vorgelegten Konzepte sind vielfältig, innovativ, ideenreich und handlungsorientiert“, so der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk. „Damit kann das Bewusstsein für ökologischen Landbau und für regionale Bio-Lebensmittel weiter gestärkt und in die Fläche getragen werden.“ Die wesentlichen Akteure, also die Landwirte, handwerkliche Verarbeiter und regionale Vermarkter, sollen durch ein vom Land gefördertes Regionalmanagement miteinander ins Gespräch gebracht werden. Das Regionalmanagement solle gemeinsam mit den Akteuren des Öko-Sektors vor Ort Maßnahmen für mehr Öko-Landbau in Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung entwickeln. „Dies wird zu einem Sogeffekt für Bio in den Regionen führen“, so Minister Hauk. „Über die Aktivitäten in den Regionen hinaus ist es Teil der Maßnahme, die insgesamt neun Bio-Musterregionen miteinander zu vernetzen, gemeinsame Projekte zu entwickeln und so Impulse für das ganze Land zu setzen.“

Die neuen Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg

Im Bereich des Regierungsbezirks Freiburg werden die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald sowie die Stadt Freiburg gemeinsam zukünftig die bestehende Bio-Musterregion Bodensee ergänzen. Das Konzept weist breite Unterstützung aus der Region und konkrete Ideen für die Umsetzung auf. Schwerpunktthema ist hier die Stadt-Land-Vernetzung, welche beispielsweise durch einen erhöhten Anteil von regionalen Bio-Produkten in Schulen, Betriebskantinen und Mensen gestärkt werden soll.

Im Bereich des Regierungsbezirks Tübingen wird zukünftig der Landkreis Biberach, welcher an die bereits bestehende Bio-Musterregion Ravensburg angrenzt, ans Werk gehen. Hier wurden bereits viele Ideen und Projekte entwickelt, bei welchen Querschnittsthemen, wie Biodiversität, konsequent mitgedacht werden. Es sind beispielsweise umfassende Maßnahmen in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Streuobst vorgesehen.

Im Regierungsbezirk Stuttgart kommen zwei Bewerber zur bestehenden Bio-Musterregion Heidenheim plus dazu: Die Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall haben gemeinsam ein Konzept vorgelegt, welches hervorragend an die bereits bestehenden Erfahrungen und vorhandenen Strukturen in der Region anknüpft. Das Thema der Informations- und Bildungsarbeit bekommt hier einen besonderen Stellenwert. So sollen beispielsweise bestehende Ökobetriebe als Ausbildungs- und Vernetzungsstellen eine zentrale Rolle in der landwirtschaftlichen Ausbildung bekommen. Ein weiteres vorgesehenes Projekt soll sich der Erzeugung von Bio-Ferkeln widmen.

Der Landkreis Ludwigsburg wird gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart eine weitere neue Bio-Musterregion werden. Die Region zeichnet sich durch eine große Vielfalt in der landwirtschaftlichen Produktion aus, zudem bietet die Landeshauptstadt ein umfassendes Nachfrage- und Absatzpotential. Hier sollen beispielsweise die vielen Betriebskantinen mit mehr biologischen Produkten aus der Region versorgt werden.

Im Regierungsbezirk Karlsruhe wird der Neckar-Odenwald-Kreis als neue Bio-Musterregion, neben der bereits bestehenden Bio-Musterregion Enzkreis, etabliert werden. Die Ideen und Maßnahmen knüpfen an vorhandene Strukturen an, so soll beispielsweise der in der Region stark vertretene Sektor der Christbaumerzeugung vermehrt öko-zertifiziert werden. Eine weitere Idee ist die Herstellung und Vermarktung eines „Odenwälder Käseherzes“ mit Biomilch aus der Region.

Die Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg

Mit den Bio-Musterregionen setzt die Landesregierung eines ihrer Koalitionsziele um. Im Januar 2018 wurden in Folge eines Wettbewerbs die ersten vier Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt. Im Rahmen eines zweiten Wettbewerbs wurden Anfang 2019 nun fünf weitere Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt.

In den ausgewählten Regionen fördert das Land ein Regionalmanagement zur Unterstützung des Öko-Landbaus vor Ort mit bis zu 100.000 Euro jährlich für einen Zeitraum von drei Jahren.

Übersichtskarte der Bio-Musterregionen (PDF)

Weitere Meldungen

Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von links), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Vierte von links), Dr. Markus Volz Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart (5. v. l.)
Justiz

Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ gestartet

Die Staufermedaille ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Staufermedaille an Dr. Edwin Ernst Weber

Streuobstwiese
Streuobst

20. landesweiter Streuobsttag in Hohenheim

Jugendliche halten ein Banner mit der Aufschrift «Ehrenamt» in den Händen.
Ländlicher Raum

Jugendliche fürs Ehrenamt begeistern

Drohne mit Auslegearm zum Einölen der Eier beim Anflug an einen Baum mit Kormorannestern
Fischerei

Drohnen-Testflug zum Kormoranmanagement am Bodensee

Euro-Banknoten
Krankenversicherung

Versicherungsfremde Leistungen endlich aus Bundeshaushalt finanzieren

Asiatische Hornisse
Artenmanagement

Königinnen und Nester der Asiatischen Hornisse melden

Logo "Turmwärts"
Ländlicher Raum

Kreative Nachnutzung von Trafo­türmen im Ländlichen Raum

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sitzt am Schreibtisch.
Ministerpräsident

Serenade zur Verabschiedung von Ministerpräsident Kretschmann

Weg im ländlichen Raum
Ländlicher Raum

Land unterstützt Modernisierung Ländlicher Wege

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
Ernährung

Zweite Runde der Lebensmittelretter-Challenge startet

Blick über Hohenlohe
Landwirtschaft

Hauk kritistiert EU-Wiederherstellungsverordnung

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk kritisiert deutsche Spritpreise

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel