Delegationsreise

Land will Zusammenarbeit mit Indien ausbauen

Staatsministerin Theresa Schopper (l.) im Gespräch mit dem Gouverneur von Maharashtra, Bhagat Sing Koshyari (r.) (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)
Staatsministerin Theresa Schopper (l.) im Gespräch mit dem Gouverneur von Maharashtra, Bhagat Sing Koshyari (r.)

Staatsministerin Theresa Schopper besucht mit einer Delegation aus Politik, Kultur und Landwirtschaft Indien. Schwerpunkt der Reise ist die Vertiefung der Partnerschaftsbeziehung zwischen Maharashtra in Indien und Baden-Württemberg.

Mit einer über 40-köpfigen Delegation aus Politik, Kultur und Landwirtschaft besucht Staatsministerin Theresa Schopper vom 1. bis 8. Februar Indien. Begleitet wird sie unter anderem von Staatssekretärin Petra Olschowski, die eine Kulturdelegation anführt, und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, die ihrerseits die Leitung einer Wirtschafts- beziehungsweise Agrardelegation übernimmt. Darüber hinaus nehmen auch die Landtagsabgeordneten Thekla Walker und Carola Wolle an der Reise teil.

„Die Entwicklung in Indien ist rasant und das Interesse an einem Ausbau unserer Zusammenarbeit ist groß. Für Baden-Württemberg wird Indien – die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt – ein immer wichtigerer Partner und ist ein strategischer Schwerpunkt in den internationalen Aktivitäten, den wir nachhaltig pflegen“, sagte Staatsministerin Theresa Schopper zum Abschluss der Reise. „Mit dem indischen Industrie-Hub Maharashtra haben wir im Rahmen unserer Landespartnerschaft in den vergangenen fünf Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit in vielen Zukunftsfeldern aufgebaut.“ Wichtige gemeinsame Themen seien die wirtschaftliche Zusammenarbeit, Wissenschafts- und Forschungskooperationen, der Austausch in der Kultur und den Künsten, erneuerbare Energien, smart cities sowie Umwelttechnologien, so die Staatsministerin.

Fünf Jahre Partnerschaft mit Maharashtra

Schwerpunkt der Reise ist die Vertiefung der Partnerschaftsbeziehung zwischen Maharashtra in Indien und Baden-Württemberg, die in diesem Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum feiert. Aus diesem Anlass wurde auch eine Gemeinsame Erklärung zum Ausbau der Zusammenarbeit, unter anderem in den Bereichen Kultur, neue Technologien und Landwirtschaft unterzeichnet.

Am Sonntag und Montag (2. und 3. Februar) besuchte die Delegation die indische Hauptstadt New Delhi. Auf dem Programm standen politische Gespräche mit der Staatssekretärin für ländliche Entwicklung und Landwirtschaft, Dr. Alka Bhargava dem Staatssekretär für Kultur, Shri Yogendra Tripathi, dem Vorstand der staatlichen indischen Denkfabrik Niti Aayog, Amitabh Kant, sowie mit Kunal Kumar, dem Leiter der Smart City Initiative der indischen Regierung. Weitere Treffen und Besuche bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Goethe-Institut und dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus dienten der Vertiefung fachlicher Themen. Bei einem Zusammentreffen mit Vertretern indischer Gewerkschaften wurde der Fokus auf die Entwicklung der Arbeitsbedingungen in Indien und nachhaltige Lieferketten gelegt.

„Indien verfolgt zur Steigerung seiner Wettbewerbsfähigkeit und zur Verbesserung des Umweltschutzes ehrgeizige Initiativen und ist hier sehr interessiert am Austausch mit Deutschland und Baden-Württemberg. Für unsere Firmen, die effektive Technologien und nachhaltige Lösungen im Bereich der Umwelttechnik anbieten, gibt es hier gute Chancen“, so Staatsministerin Theresa Schopper.

Neue Kooperationen im Kulturbereich

Die Kulturdelegation unter Leitung von Staatssekretärin Petra Olschowski besuchte mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kunst, Medien, Film, Musik und Tanz Kultureinrichtungen und Hochschulen wie beispielsweise die National School of Drama und das Kiran-Nadar-Museum in New Delhi, die Savitribai  Phule Universität und das Lalit Kala Kendra (Center for Performing Arts) in Pune sowie das National Center of Performing Arts und das TATA Institute of Social Sciences in Mumbai. „Wir freuen uns über neue Kooperationen mit indischen Partnern im Kulturbereich“, so Staatssekretärin Olschowski.

Die Wirtschaftsdelegation mit Experten aus dem Agrarbereich informierte sich auf der Reise unter anderem über die Forschung zu Klimawandel und nachhaltigen Produktionsmethoden. „Zwischen Indien und Baden-Württemberg gibt es schon eine lange Zusammenarbeit im Bereich Weinbau, bei der wir den professionellen Austausch und Know-How-Transfer unterstützen. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, der Indien wie auch Baden-Württemberg betrifft, streben wir eine weitere Kooperation in der angewandten Agrarforschung an“, so Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch.

Kooperationsvereinbarung zu alternativen Kraftstoffen

Am Dienstag (4. Februar) reiste die Delegation weiter nach Pune, dem Sitz des Kooperationsbüros des Landes Baden-Württemberg in Maharashtra, das von der Repräsentantin Iris Becker geleitet wird. Dort eröffnete Staatsministerin Schopper gemeinsam mit dem Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den internationalen Teil einer Wirtschaftskonferenz zum Thema Industrie 4.0 mit der vor Ort ansässigen Wirtschaftskammer MCCIA. In diesem Rahmen wurde auch eine Kooperationsvereinbarung zu alternativen Kraftstoffen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Karlsruhe und Pune unterzeichnet. „Maharashtra und Baden-Württemberg feiern ihre fünfjährige Partnerschaft – und Karlsruhe ist wieder mit dabei, wie schon in der Anbahnung dieses Abkommens. Hand in Hand mit der Landesregierung vertiefen wir jetzt die Kontakte in den Themenfeldern Wirtschaft, Kultur, Bildung und Gesellschaft“, sagte Oberbürgermeister Dr. Mentrup anlässlich der Unterzeichnung.

Im Rahmen eines Runden Tisches traf Staatsministerin Schopper außerdem  hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von baden-württembergischen Unternehmen in Pune. Inzwischen sind mehr als 60 Firmen aus Baden-Württemberg in Pune ansässig, viele wachsen weiter. Auch umgekehrt konnten in den letzten Jahren einige Investitionen indischer Unternehmen in Baden-Württemberg realisiert werden. So ist auch ein enger Wirtschaftsaustausch und ein enges Netzwerk entstanden, von dem beide Seiten profitieren.

Termine bei der „MIT World Peace Universität“ und einer lokalen Frauenorganisation sowie Gespräche mit Nichtregierungsorganisationen widmeten sich insbesondere dem Austausch mit Studierenden sowie den Themen Frauenrechte und Frauenförderung in Indien.

Politische Gespräch in Maharashtra

In Mumbai standen am Donnerstag und Freitag (6. und 7. Februar) politische Gespräche mit der neuen Regierung in Maharashtra im Vordergrund, um den Ausbau der Landespartnerschaft voranzutreiben. Die Delegation traf dort mit dem Gouverneur von Maharashtra, Bhagat Sing Koshyari, mit Industrieminister Subhash Desai sowie dem Chief Secretary von Maharshtra, Ajoy Mehta, zusammen. Zum Abschluss besuchen die Delegationsteilnehmerinnen und -teilnehmer traditionell das Weinfest „Stuttgart meets Mumbai“, das vom Honorarkonsul der Republik Indien, Andreas Lapp, ausgetragen wird. Ebenfalls auf dem Programm stand ein Besuch in Dharavi, dem größten Slum Asiens sowie ein Treffen mit der Organisation Don Bosco, die eine Einrichtung für Straßenkinder betreibt.

Auch die Stadt Stuttgart war mit einer Delegation in Mumbai vertreten, beide Städte verbindet eine über 50-jährige Städtepartnerschaft. In Mumbai traf die Stuttgarter Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration
Dr. Alexandra Sußmann mit politisch Verantwortlichen der Stadt zusammen. „Gerade der Austausch über soziale Projekte ist uns sehr wichtig. Auf der Tagesordnung standen neben sozialen Themen auch Themen der Stadtplanung, des Klimaschutzes und des Parkraum-Managements“, so Bürgermeisterin Sußmann.

„Indien ist unglaublich vielfältig und hat eine aktive Zivilgesellschaft. Besonders beeindruckt haben mich starke Frauen, die für ihre Rechte kämpfen. So haben wir beispielsweise ein Frauen- und Familienzentrum in Pune besucht, das ein unglaublich breites Angebot für Frauen und Kinder anbietet - von Englisch- und Computerkursen über Gesundheitsversorgung bis hin zu Unterkunftsmöglichkeiten für arbeitende Frauen. Dieses Engagement zeigt, wie Frauen für Frauen vor Ort vieles bewegen können und damit auch tief in die Familien und die Gesellschaft hinein wirken“, erklärte Staatsministerin Schopper.

Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra

Die Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra wurde am 22. Januar 2015 begründet. Bereits zwei Jahre später reiste eine große Delegation aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter der Leitung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach Indien, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Mobilität, Wasser, Abfall und Smart City voranzutreiben. Eine wichtige Rolle spielen auch die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Mumbai sowie die erfolgreiche Kooperation, die Karlsruhe mit Pune aufgebaut hat. Pune ist die zweitgrößte Stadt in Maharashtra und Hub für deutsche Unternehmen, von denen rund 350 dort angesiedelt sind.

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