Reise

Kretschmann besucht Sachsen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l.) und seine Frau Gerlinde Kretschmann (2.v.l.) mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (r.) und dessen Partnerin Annett Hofmann (2.v.r.) in Dresden (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l.) und seine Frau Gerlinde Kretschmann (2.v.l.) mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (r.) und dessen Partnerin Annett Hofmann (2.v.r.) in Dresden

Nach Sachsen-Anhalt hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann Sachsen besucht. Er ist dort mit dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer zusammengetroffen. Auf dem Programm standen vielfältige Begegnungen, Besichtigungen und ein Austausch zu vielerlei Themen.

Nach Sachsen-Anhalt besuchte Ministerpräsident Winfried Kretschmann gestern und heute (16. und 17. Juli) in Begleitung seiner Frau Gerlinde Kretschmann und von Staatssekretär Dr. Florian Stegmann, Chef der Staatskanzlei Baden-Württemberg, Sachsen und traf mit Ministerpräsident Michael Kretschmer zusammen. Hier hatte er unter anderem bei Begegnungen mit Engagierten aus der Lausitz sowie Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, seinem erklärten Reiseziel, Land und Bevölkerung noch besser kennenzulernen, näherzukommen. Dabei wurde auch der Frage nachgegangen, wie die Menschen sich die Zukunft ihrer Heimat vorstellen und wie sie den Strukturwandel, der die Gesellschaft im digitalen, ökologischen und sozialen wie kulturellen Bereich erreicht, angehen. Chancen aus der Corona-Pandemie und die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und insbesondere im Gesundheitsbereich waren weitere Themen der Reise.

Voneinander lernen – Partnerschaft mit weiterem Leben füllen

„Die regionale Vielfalt ist eine Stärke unseres föderalen Deutschlands. Sie schafft ein Mehr an Erfahrungen, Idee und Lösungsansätzen. Die Länder können voneinander lernen und durch Zusammenarbeit ihre Chancen stärken. Wir haben großes Interesse, die Beziehung zu Sachsen zu verfestigen und unsere Partnerschaft mit weiterem Leben zu füllen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Und weiter: „Die Gemeinsamkeiten Baden-Württembergs und Sachsens sind inzwischen fast schon legendär: ob das Fleiß und Erfindergeist ist, Dialekt und Zusammenhalt oder die gute Partnerschaft zwischen unseren Ländern in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Beide verfolgen wir gleichermaßen eine bürgernahe Politik, nah am und im Gespräch mit den Menschen. Ich freue mich daher sehr, dass ich das lebendige, alte, stolze Sachsen besuchen konnte, das so viel Geschichte, so viel Kultur und so viel Klasse hat.“

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und dessen Partnerin Annett Hofmann begrüßten die Baden-Württemberger am Donnerstag mit einer visuellen Zeitreise in den Barock in Form einer Führung durch das Grüne Gewölbe im Residenzschloss. Es beherbergt heute eine historische Museumssammlung mit Kleinodien und Kunst und war einstmals die Schatzkammer der Wettiner Fürsten. Prof. Dr. Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die bis 2009 Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart war, leitete die Gruppe an, der sich auch der sächsische Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Wolfram Günther, und Oliver Schenk, Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien sowie Chef der Sächsischen Staatskanzlei, anschlossen.

Gute Zusammenarbeit pflegen und ausbauen

Beim anschließenden Empfang im Kleinen Schlosshof anlässlich „30 Jahre Freistaat Sachsen“ traf Ministerpräsident Kretschmann auch auf ehemalige Aufbauhelfer aus Baden-Württemberg, die in den 1990er-Jahren die Neustrukturierung der Landesverwaltung unterstützten. Kretschmann: „Die Menschen in Sachsen haben nach der Wende einen enormen Umbruch gemeistert und vieles aufgebaut, was wir heute hier sehen dürfen – das verdient großen Respekt. Heute geht es beim Zusammenwachsen innerhalb Deutschlands vor allem um Austausch, gegenseitiges Verständnis und Anerkennung. Und in ganz besonderem Maße darum, die gute Zusammenarbeit, die im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut wurde, zu pflegen und auszubauen.“

Heute trafen die beiden Ministerpräsidenten und der sächsische Staatsminister für Wissenschaft, Sebastian Gemkow, bei einem Frühstücksgespräch auf den Rektor der TU Dresden, Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen, Prof. Dr. Wieland B. Huttner vom Max Planck Institut, Prof. Dr. Michael Baumann vom Deutschen Krebsforschungszentrum sowie vier Studierende. Beim Gedankenaustausch und der Diskussion ging es um Gesundheitswirtschaft und künstliche Intelligenz. „Die Digitalisierung verändert alles: Wirtschaft, Arbeitswelt, Gesellschaft. Künstliche Intelligenz hat vielleicht die stärkste Veränderungskraft, die der technische Fortschritt je gesehen hat. Sie pflügt ganze Märkte um und erfasst immer mehr Branchen und Anwendungsbereiche. Ein Hochtechnologieland wie Baden-Württemberg muss hier richtig dran bleiben, um morgen bestehen zu können“, betonte Kretschmann. Er hob zudem hervor, dass Gesundheitsforschung ein strategischer Schwerpunkt der Forschungspolitik des Landes Baden-Württemberg ist: „Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass die Gesundheitswirtschaft ein absolutes Zukunftsfeld ist.“

Bautzen in der Oberlausitz war das nächste Ziel. Dort besuchten die beiden Ministerpräsidenten das Schiller-Gymnasium und diskutierten mit Schülerinnen und Schülern, was Digitalisierung für Schulen und für die Jugendlichen bedeutet. Dabei sprach die Gruppe darüber, wie und wo die neuen digitalen Hilfsmittel in den pädagogischen Konzepten verankert werden sollten, welche Rolle die Lehrerbildung spielt und welche Erfahrungen in der Corona-Zeit gemacht wurden.

Den Menschen zuhören und mit ihnen ins Gespräch kommen

Im sorbischen National-Ensemble, das die kulturelle Tradition des Volkes der Sorben, einer nationalen Minderheit in Deutschland, in Tanz, Gesang und Instrumentalmusik pflegt, bewahrt und entwickelt, fand eine Bürgerbegegnung statt. Dabei trafen die Ministerpräsidenten zusammen mit Katja Meier, der sächsischen Staatsministerin für Justiz, Demokratie, Europa und Gleichstellung, auf zahlreiche Aktive aus der Lausitz, um sich zu den Themen Strukturwandel, Regionalentwicklung, soziale Projekte, Kultur sowie Wirtschaft und Tourismus auszutauschen. „Ein Land lernt man am besten kennen, wenn man den Menschen zuhört und mit ihnen ins Gespräch kommt. Das ist ja eines meiner zentralen Anliegen auf dieser Reise. Die Sorben sind mit etwa 60.000 Menschen eine beträchtliche Bevölkerungsgruppe. Und so freue ich mich besonders, dass ich Einblicke in ihre jahrhundertealte Traditionen bekommen habe und mich mit Engagierten auch zu ganz aktuellen Themen, die die Menschen hier in der Lausitz unmittelbar betreffen, austauschen konnte“, so Ministerpräsident Kretschmann.

Gerlinde Kretschmann besuchte die Gedenkstätte Bautzen. Hier wird an die Opfer der beiden Bautzener Gefängnisse erinnert, die während des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur als politische Gegner unter unmenschlichen Haftbedingungen gefangen gehalten wurden.

Beispiel für eine gelungene enge Zusammenarbeit

Zum Abschluss seines Aufenthalts in Sachsen besuchte Ministerpräsident Kretschmann zusammen mit seinem sächsischen Amtskollegen die SICK Engineering GmbH in Ottendorf-Okrilla. „Das Unternehmen ist eine sächsische Erfolgsgeschichte und ein Beispiel für eine gelungene enge Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Sachsen“, betonte er. SICK ist einer der weltweit führenden Hersteller von intelligenten Sensoren und Sensorlösungen für die Fabrikautomation. Sein Mutterunternehmen sitzt in Waldkirch.

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Zuvor war Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Gast bei seinem Amtskollegen Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt.

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