Antisemitismus

Warnung vor antisemitischen Verschwörungsmythen

Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus (Foto: © Staatsministerium Baden-Württemberg)

Aus Sicht des Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung nimmt die digitale Verbreitung von antisemitischen und demokratiefeindlichen Verschwörungs­mythen immer weiter zu. So würden Antisemiten Ängste in der Bevölkerung vor dem Coronavirus schüren.

Der Beauftragte der Landesregierung gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, hat am Montag, 2. März 2020, bei einer Veranstaltung der katholischen Erwachsenenbildung in Heilbronn vor einer Zunahme von antisemitischen Verschwörungsmythen gewarnt. „Antisemiten versuchen Ängste in der Bevölkerung vor dem Coronavirus Covid19 zu schüren und zu nutzen, um Verschwörungserzählungen in die Welt zu setzen“, berichtete Dr. Blume.

Antisemiten schüren Ängste in der Bevölkerung vor dem Coronavirus

So werde unter anderem durch YouTuber wie Mazdak behauptet, das Coronavirus würde von US-amerikanischen Akteuren gezielt hergestellt und verbreitet. Über die Impfstoffentwicklung der Bill & Melinda Gates Stiftung werden dabei weitere, internationale Verschwörungszusammenhänge konstruiert. In den weiteren, digitalen Kontexten werden dabei auch die Fake News gestreut, das Ehepaar Gates sei jüdisch bzw. Teil einer zionistischen Weltverschwörung für eine „Neue Weltordnung“ (NWO).

Bürgerinitiativen gegen Elektrosmog klagen über gezielte Unterwanderungsversuche

Aus dem Bereich von Bürgerinitiativen gegen Elektrosmog in Baden-Württemberg erhalte der Antisemitismusbeauftragte Hinweise auf gezielte Störungen und Unterwanderungsversuche von digitalen und auch analogen Foren und Aktionsgruppen durch antisemitische Verschwörungsmythen. Eine besonders aktive Rolle spielten dabei Rechtsesoteriker um die Sekte OCG (Organische Christus-Generation) des Schweizers Ivo Sasek. Dieser verkünde u.a. Verschwörungsmythen über vermeintlich geplante Genozide und bezieht sich dabei auch auf Holocaustleugnerinnen und Holocaustleugner sowie die Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“.

In beiden Kontexten – so Dr. Blume - werden gezielt Ängste in weiteren Teilen der Öffentlichkeit angesprochen und geschürt und gleichzeitig die Berichterstattung seriöser Medien massiv delegitimiert, also für unwahr erklärt. Eine vermeintliche „Zensur“ werde einerseits beklagt, andererseits werde Widerspruch nicht geduldet bzw. wiederum als Teil der vermeintlichen Weltverschwörung gedeutet. Dies könne nicht nur zur Isolation der Opfer von ihrem bisherigen sozialen und medialen Umfeld führen, sondern auch zu digitaler Radikalisierung beitragen.

Digital gegen Verschwörungsmythen aufklären

Dr. Blume hegte die Befürchtung, dass sich entsprechende Phänomene in den kommenden Monaten weiter verstärken werden. „Das Internet ist großartig, wird aber genau wie frühere, neue Medien zum Aufbau abgeschotteter Blasen und zur Verbreitung von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus missbraucht“, so Dr. Blume. „Wir brauchen daher mutige Stimmen, die auch digital gegen Verschwörungsmythen aufklären. Wir brauchen mehr Bildung und Begegnung im realen Leben, eine entschiedene Strafverfolgung und auch strengere Gesetze gegen die Internetkonzerne, die mit diesen Mythen und Memes auch noch Werbeplätze verkaufen. Nach Halle und Hanau sollte auch den Letzten klargeworden sein, dass digitale Radikalisierung längst kein harmloser Spaß mehr ist.“ Er rief Userinnen und User dazu auf, entsprechende Beobachtungen nicht zu verschweigen, sondern der baden-württembergischen Meldestelle #Antisemitismus zu übermitteln.

Staatsministerium: Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus

Frau in einem Labor zeigt Test für das neue Coronavirus
  • Coronavirus

Infektionen und Todesfälle in Baden-Württemberg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht während einer Pressekonferenz der Landesregierung Baden-Württembergs, die im Internet gestreamt wird. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Coronavirus

„Es gibt keinen Grund zur Entwarnung“

Ausbilderin mit Lehrling
  • Wirtschaft

190.000 Anträge für „Soforthilfe Corona“

Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Start-up BW

Frühphasenförderung „Start-up BW Pre-Seed“ wird ausgeweitet

  • Hochschulen

Vereinbarung zur Hochschulfinanzierung

Screenshot Video Städtebauförderung
  • Städtebauförderung

265 Millionen Euro für den Städtebau im Land

  • Coronavirus

Neues Internetangebot „Zusammen Abstand halten“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht während einer Pressekonferenz der Landesregierung Baden-Württembergs, die im Internet gestreamt wird. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Coronavirus

„Entscheidend ist, dass sich alle an die Regeln halten“

Ein Wahlzettel wird in eine Wahlurne geworfen. (Foto: © dpa)
  • Coronavirus

Erlass des Innenministeriums zu kommunalen Wahlen

Ausbilderin mit Lehrling
  • Coronavirus

Über 166.000 Anträge für „Soforthilfe Corona“

Bauarbeiter laufen in Stuttgart an Neubauten der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) vorbei. (Foto: © dpa)
  • Wohnungsbau

Neue Impulse für die Wohnraumförderung

Ein Mitarbeiter arbeitet in der Produktion an einer Zelle für eine Elektroauto-Batterie. (Bild: dpa)
  • Wirtschaft

Land unterstützt europäische Batterie-Projekte

Eine junge Frau trägt einen selbstgemachten Mund- und Nasenschutz.
  • Coronavirus

Auch einfache Masken helfen

Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen einen Porsche 718 Cayman. (Foto: dpa)
  • Arbeitsmarkt

Arbeitsmarktzahlen im März

Ein leerer Hörsaal der Universität Stuttgart (Bild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Coronavirus

Digitale Wege für den Studienbetrieb

Zwei Männer arbeiten gemeinsam an einem Computer (Symbolbild: © dpa).
  • Coronavirus

Über 137.000 Anträge für „Soforthilfe Corona“

Symbolbild: Ein Auto steht neben einem Baustellenschild am Neckartor. (Bild: Sebastian Gollnow / dpa)
  • Corona-Pandemie

Herausforderungen für Verkehrsprojekte

Maulbronner Kammerchor bei den Tagen der Chor-und Orchestermusik in Bruchsal (Bild: © dpa)
  • Coronavirus

Unterstützung auch für Musikvereine und Chöre

Eine Frau bringt ihrer Nachbarin Einkäufe. (Bild: © picture alliance/Roland Weihrauch/dpa)
  • Coronavirus

Beispielhafte Hilfen für den Zusammenhalt

Die schwarz-gelbe Landesflagge von Baden-Württemberg weht im Wind.
  • Coronavirus

Vorbereitung des Bundes-Soforthilfeprogramms

Zwei Bauarbeiter auf einer Baustelle in Mannheim. (Bild: dpa)
  • Coronavirus

Arbeitsschutzmaßnahmen auf Baustellen

Symbolbild: Ein junger Mann trainiert in einem Fitnessstudio.(Bild: picture alliance/Britta Pedersen/ZB/dpa)
  • Sport

Mach mit – bleib fit! Sportangebot für zu Hause

Berittene Polizisten reiten auf Streife durch Park.
  • Coronavirus

Bußgeldkatalog für Verstöße gegen Corona-Verordnung

Zwei Männer arbeiten gemeinsam an einem Computer (Symbolbild: © dpa).
  • Soforthilfen

Erleichterungen bei den Förderbedingungen für Soforthilfen

Zwei Stadtbahnen der Stuttgarter Straßenbahnen AG stehen in Stuttgart an der Haltestelle Erwin-Schöttle-Platz (Bild: © dpa).
  • Coronakrise

Schüler-Abos im Nahverkehr bitte nicht kündigen