Artenschutz

Slowenischer Bienenstock für den Park der Villa Reitzenstein

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Sloweniens Generalkonsulin Dragica Urtelj (r.) überreicht Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l.) einen traditionellen slowenischen Bienenstock.

Sloweniens Generalkonsulin Dragica Urtelj hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen traditionellen slowenischen Bienenstock überreicht. Honigbienen, Wildbienen und viele weitere Insekten finden im Park der Villa Reitzenstein ein natürliches Refugium.

„Bei der Umgestaltung des Parks der Villa Reitzenstein haben wir viel Wert daraufgelegt, dass sich Honigbienen, Wildbienen und viele weitere nützliche Insekten hier wohl fühlen und ausreichend Nahrung finden“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Überreichung eines traditionellen, slowenischen Bienenstocks durch die Generalkonsulin der Republik Slowenien Dragica Urtelj. „Insbesondere Wildbienen sollen hier ein Refugium haben. Schließlich werden immer noch viele ihrer Nistplätze durch Flächeninanspruchnahmen vernichtet. Deswegen wurden im Park der Villa Reitzenstein neben Bienenstöcken auch Bienenhotels und wichtige Trockenstandorte angelegt.“ Der ursprünglich für die heutige Übergabe des Bienenstocks vorgesehene Übergabetermin anlässlich des Weltbienentags am 20. Mai 2021 musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Park der Villa Reitzenstein als natürliches Refugium

„Schon als ich im Rahmen meines Antrittsbesuchs hierher kam, sah ich mit voller Begeisterung die Bienenweide und auch sonst den wunderschönen Garten. Es war auf dieser Grundlage, also dieser Beziehung zur Umwelt, dass sich schnell die Idee einer Zusammenarbeit entwickelt hat“, so Generalkonsulin Urtelj. „Der slowenische Umgang mit der Natur spiegelt sich auch durch folgende Tatsachen wider: Jeder zweihundertste Bewohner Sloweniens ist Imker. Für mehr als zehntausend Slowenen ist die Bienenzucht eine Lebensart mit langer Tradition. Der Krainer Lavendel ist Teil der slowenischen nationalen Identität. Auf den Vorschlag und die Initiative der slowenischen Imker hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Dezember 2017 den 20. Mai für den Weltbienentag ausgerufen. Ungeachtet der Tatsache, dass wir in Slowenien eine lange Tradition haben, können slowenische Imker noch viel von den baden-württembergischen Kollegen lernen. Es freut mich sehr, dass diese Idee des Bienenstockes in Baden-Württemberg so herzlich angekommen ist, und würde mir wünschen, dass sich hier auch eine Art Kooperation im Bereich der Wissenschaft entwickelt. Es soll zugleich ein Zeichen zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Slowenien sein, und zeigen, was uns verbindet.“

Der vom slowenischen Generalkonsulat in Auftrag gegebene und angefertigte Bienenstock wurde mit einer traditionell bemalten Holzverkleidung bestückt, einem sogenannten Bienenstockstirnbrett. Derart künstlerisch verzierten Bienenstockstirnbretter sind eine kostbare Besonderheit der slowenischen Volkskunst. Solch ein Bienenstock wurde bereits den Vereinten Nationen, dem Heiligen Stuhl und der Norwegischen Königsfamilie überreicht. Zwei der vier Bienenvölker im Park der Villa Reitzenstein sollen nun durch die Imker der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in den farbenfrohen, slowenischen Bienenstock umgesiedelt werden. Der Park der Villa Reitzenstein ist auf die Bedürfnisse der Bienen besonders abgestimmt: Auf über 1.600 Quadratmetern wurden hier naturnahe Stauden- und Rosenpflanzungen vorgenommen, auch die Bäume, Sträucher und krautigen Pflanzen bieten den Bienen einen natürlichen Lebensraum.

Aktiver Beitrag zum Artenschutz

„Schließlich stehen uns die Probleme des Artenschutzes deutlich vor Augen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „39 Wildbienenarten sind in Deutschland inzwischen ausgestorben. Die Biomasse von Fluginsekten ist im Offenland um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Doch Insekten stehen in der Nahrungskette weit vorne. Geht die Anzahl an Insekten zurück, hat das Auswirkungen auf alle folgenden Arten. Etwa die Hälfte aller Vogelarten in Deutschland ist vom Aussterben bedroht, im Offenland sind sogar drei von vier heimischen Vogelarten gefährdet. Experten sprechen inzwischen vom größten globalen Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier. Mit dem Lebensraum für Bienen im Park der Villa Reitzenstein wollen wir einen aktiven Beitrag zum Artenschutz leisten.“

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