Regierungsaustausch

Schweizer Grenzkantone auf virtuellem Besuch in Baden-Württemberg

Ein Länderschild «Deutschland-Schweiz» ist an der deutsch-schweizerischen Grenze zu sehen. (Bild: Patrick Seeger / dpa)

Baden-Württemberg und die Schweizer Grenzkantone wollen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie und darüber hinaus weiter vertiefen. Das haben sie im Rahmen eines virtuellen Regierungsaustauschs vereinbart.

„Am Anfang der ersten Corona-Welle haben wir in Europa kein besonders gutes Bild abgegeben: Es gab unkoordinierte Grenzschließungen, zu wenig Abstimmung bei der Krisenbewältigung, zu wenig Hilfe für die, die stark in Bedrängnis geraten sind. Doch im zweiten Schritt waren wir besser und haben dazugelernt. Innerhalb der EU und auch in der Partnerschaft zwischen den Schweizer Grenzkantonen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Rahmen eines virtuellen Regierungsaustauschs mit den sieben Schweizer Grenzkantonen Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich. „Je besser wir auch in Zukunft zusammenarbeiten, desto besser werden wir auch die weiteren, anstehenden Herausforderungen meistern. Deshalb freue ich mich, dass wir als gute Nachbarn in den vergangenen Monaten bereits einen sehr engen Austausch zu den Pandemiemaßnahmen aufgebaut haben. Und diesen werden wir weiter vertiefen. Etwa bei der Künstlichen Intelligenz und der Digitalisierung insbesondere im medizinischen Bereich – von der Telemedizin über Assistenzsysteme bis zur Diagnostik oder der Corona-Warn-App.“

Weitere Vertiefung der engen Zusammenarbeit

Neben Ministerpräsident Kretschmann nahmen auch die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, der Minister für Soziales und Integration, Manfred Lucha, die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler, der Schweizerische Botschafter Dr. Paul Seger und der Generalkonsul der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Ernst Steinmann, an dem Gespräch teil. Außerdem diskutierten unter anderem der Regierungsrat des Kantons Aargau, Dr. Urs Hofmann, die Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Stadt, Elisabeth Ackermann, der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Isaac Reber, der Regierungspräsident des Kantons Schaffhausen, Martin Kessler, der Regierungsrat des Kantons St. Gallen, Fredy Fässler, der Regierungspräsident des Kantons, Thurgau Walter Schönholzer, und der Regierungsrat des Kantons Zürich, Dr. Martin Neukom.

„Die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem Land Baden-Württemberg und den Schweizer Grenzkantonen wurde uns im Zuge der Corona-Pandemie einmal mehr schlagartig bewusst. Stete Pflege der Beziehungen und fortlaufender Dialog sind wichtige Voraussetzungen für diese Zusammenarbeit“, so Regierungsrat Dr. Urs Hofmann für die Schweizer Partner. „Die Schweizer Grenzkantone freuen sich, dass dieser Austausch bei Gelegenheiten wie heute und auch in Zukunft immer wieder gepflegt und vertieft werden kann – im Interesse der Bevölkerung, der Gesellschaft und der Wirtschaft in unserem gemeinsamen Grenzraum."

Virtuelle Führung durch das Cyber Valley

Am Nachmittag begab sich die Delegation auf eine virtuelle Führung durch das Tübinger Cyber Valley unter der Leitung des Direktors des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und Mitbegründer der europäischen ELLIS-Initiative, Prof. Bernhard Schölkopf. Neben dem Max-Planck-Institut wurden dabei auch die Kooperationen ELLIS und das Center for Learning Systems (CLS), als Partner an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, innerhalb des Cyber Valley Forschungskonsortiums vorgestellt. Während eines Besuchs im Tübinger Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) sprach die Delegation unter anderem mit dem Direktor des ZPM Prof. Nisar Malek über den Umgang mit Daten in der personalisierten Medizin sowie über KI in der Medizin.

„Die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ist unabdingbar, um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern“, so Prof. Schölkopf. „Bereits seit 2015 haben wir mit dem Max-Planck ETH Center for Learning Systems eine strategische Partnerschaft der Max-Planck-Gesellschaft mit der ETH Zürich aufgebaut, die zuletzt noch einmal durch gemeinsame Berufungen verstärkt wurde. Die Zusammenarbeit mit der Schweiz mit neugegründeten ELLIS-Units in Zürich und Lausanne spielt für uns eine zentrale Rolle.“

„In der Schweiz wie in Baden-Württemberg wird das Thema der Personalisierten Medizin sowohl durch nationale Forschungsinitiativen wie auch in der konkreten Patientenversorgung intensiv vorangetrieben. Der Aufbau transnationaler Verbünde auch zur Schaffung evidenzstiftender Datengrundlagen mit unseren direkten Nachbarn wäre von großem Nutzen sowohl für zukünftige Forschungsvorhaben unter Nutzung von KI-Ansätzen aber langfristig auch für die Versorgungsqualität in Baden-Württemberg“, so Prof. Malek. „Hieraus ergeben sich hochinteressante Verbundmöglichkeiten, insbesondere im Bereich der Datennetzwerke und Datenanalyse, nicht zuletzt auf Grund der sprachlich gleichen Ontologien und des vergleichbaren Solidarprinzips in der Medizin."

Gemeinsame Erklärung

Baden-Württemberg und die sieben Grenzkantone gaben außerdem eine gemeinsame Erklärung zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie und darüber hinaus ab. Hierin sprechen sich die grenzüberschreitenden Partner dafür aus, den Grenzverkehr in der zweiten Welle der Corona-Pandemie offen zu halten und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Pandemiebekämpfung weiter zu stärken. So etwa bei der grenzüberschreitenden Öffentlichkeitsarbeit, der Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern bei weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, der verstärkten Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und der Gesundheitswirtschaft sowie bei der Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Gemeinsame Erklärung zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie und darüber hinaus (PDF)

Frau in einem Labor zeigt Test für das neue Coronavirus
  • Coronavirus

Infektionen und Todesfälle in Baden-Württemberg

Das Opernhaus in Stuttgart (Foto: © dpa)
  • Bürgerbeteiligung

Viertes Bürgerforum zur Opernhaus-Sanierung

Wann muss ich in Quarantäne oder Isolation?  Die Corona-Verordnung Absonderung tritt am 28. November 2020 in Kraft. Sie trifft Regelungen  zur Quarantäne und Isolierung im Krankheitsfall. Die Quarantänepflicht für Einreisende aus Risiko- gebieten besteht weiterhin.   Was bedeutet Quarantäne? In Quarantäne begebe ich mich, wenn ich direkten Kontakt zu einer an Corona erkrankten Person hatte. Die Quarantäne endet nach frühestens 10 Tagen*  *ab 1. Dezember 2020  Was bedeutet Isolation? In Isolation begebe ich mich, wenn ich selbst typische Corona-Symptome habe und eine Erkrankung  vermutet wird. Die Isolation endet nach frühestens 10 Tagen.  Ich fühle mich krank. Empfehlung: Wenn Sie typische Corona-Symptome haben, begeben Sie sich sofort in Isolation. Gehören Sie zu einer Risikogruppe oder haben zunehmende Beschwerden wenden Sie  sich telefonisch an den Hausarzt oder unter 116 117 an den kassenärztlichen Notdienst.  Ich habe Symptome und bei mir wurde ein PCR-Test durchgeführt.  Pflicht: Begeben Sie sich sofort in Isolation und warten Sie dort das Testergebnis ab.  Wie lange muss ich in Insolation? Die Isolation endet, sobald ein negativer PCR-Test vorliegt.
  • Corona-Verordnung

Neue Corona-Verordnung zu Quarantäne und Isolation

Die französische Région Grand Est, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland stärken die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Gesundheitskrisen mit einem Beistandspakt.
  • Grenzüberschreitende Kooperation

Beistandspakt stärkt Zusammenarbeit bei Gesundheitskrisen

Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2. (Bild: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa)
  • Coronavirus

FFP2-Masken für Lehrkräfte, Pflegeeinrichtungen und Obdachlose

Ein Apotheker hält in einer Apotheke eine FFP2 Atemschutzmaske. (Bild: ©picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
  • Coronavirus

Marktüberwachung verstärkt Kontrollen bei importierten Atemschutzmasken

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
  • Coronavirus

Land zahlt Pflegeprämie an Mitarbeitende in Krankenhäusern

ASMK 2020
  • Arbeit und Soziales

Ergebnisse der 97. Arbeits- und Sozialministerkonferenz

Eine Mitarbeiterin der Kunsthalle Mannheim steht im Atrium vor der digitalen Monitor-Wand „Collection Wall“ und betrachtet ein Kunstwerk. Auf dem Touchscreen können Besucher interaktiv einen Blick in die Sammlung und auch ins sonst verborgene Depot werfen (Bild: picture-alliance/Uwe Anspach/dpa).
  • Kunst und Kultur

Abschlussveranstaltung „Digitale Wege ins Museum“

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: © Martin Stollberg)
  • Wirtschaft

Verschärfung des Teil-Lockdowns

E-Ladesaeule im Parkhaus des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
  • Strategiedialog Automobilwirtschaft

Netzanbindung an Parkflächen fördern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.) ehrt bei der Online-Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 2020 das Gewinnerteam Michael Kösters (2.v.l.), Peter Kürz (2.v.r) und Sergiy Yulin (r.) für die Entwicklung der EUV-Lithographie – einer innovativen Technologie, die auf ultraviolettem Licht basiert.
  • Auszeichnung

Zeiss und Trumpf erhalten Deutschen Zukunftspreis 2020

  • Europa

Land fördert kleine Initiativen zum Austausch mit Frankreich

  • Corona-Maßnahmen

Zahl der Kontakte weiter senken

Save the date-Karte des Stakeholder-Dialogs Nachhaltige Digitalisierung
  • Nachhaltigkeit

Stakeholderdialog Nachhaltige Digitalisierung

Traurige Frau schaut in ihren Badspiegel.
  • Aktionstag

Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Gegen Gewalt an Frauen. (Bild: Sozialministerium Baden-Württemberg)
  • Aktionstag

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Eine Frau liest in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart ein Buch (Bild: © dpa).
  • Verbraucherschutz

Konsumkompetenzen der Verbraucher stärken

  • Corona-Impfung

Baden-Württemberg bereitet sich vor

Eine Maus sitzt auf einem Finger (Bild: © dpa)
  • Tierschutz

Weniger Tierversuche im Studium

Jugendfußballmanschaft
  • Corona-Hilfen

Land verlängert Corona-Hilfen

Schülerinnen und Schüler in Leutenbach nehmen im Klassenzimmer einer neunten Klasse am Unterricht mit Hilfe von Laptops und Tablets teil.
  • Schule

40 Millionen Euro für die Schulen im Land

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
  • Automobilwirtschaft

Lenkungsrat des Transformationsrats diskutiert Green Deal

Zwei Polizeibeamte bei einer Streife.
  • Polizei

Polizeikontrollen zur Corona-Verordnung

Übersicht der 20 Kommunen, das im Rahmen des Projekts „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ als Modellkommunen ausgewählt wurden.
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Lebenswerte und barrierefreie Ortsmitten für Baden-Württemberg