Bauforschung

Pionier für nachhaltiges Bauen im neuen Forschungsverbund

Baden-Württemberg baut seine bundesweite Spitzenstellung in der Bauforschung weiter aus. Das Land gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen.

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Holzbau
Symbolbild

Baden-Württemberg baut seine bundesweite Spitzenstellung in der Bauforschung weiter aus. Das Land gehört neben Thüringen und Sachsen zu den Gründungsmitgliedern des Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen (BFZ Bau) und will damit bundesweit Impulse für die Bauwende setzen. Das neu zu gründende Zentrum soll nach den Planungen der Bundesregierung die herausragende Einrichtung und zugleich der Dreh- und Angelpunkt in Deutschland werden, um die Transformation des Bauwesens in Richtung Klimaneutralität zu forcieren.

Das Land Baden-Württemberg verfügt mit seiner starken Bauforschung, innovativen Unternehmen und Start-ups sowie einer vielseitig vernetzten Akteurslandschaft über einen bundesweit einzigartigen Standort im Bauwesen. Die besonderen Stärken des Landes liegen dabei in den Kompetenzfeldern, die für die Bauwende und die Ziele des BFZ Bau entscheidend sind: digitale Methoden, zirkuläres Bauen und das Bauen mit biogenen Baustoffen wie etwa Holz. Damit das volle Potenzial des Standortes ausgeschöpft wird, ist die Ansiedlung einer Landeszentrale geplant. Diese soll die Innovations- und Forschungspotenziale des Baustandorts bündeln und gezielt weiterentwickeln. Schwerpunkte sollen dabei auf digitalen Technologien, Automatisierung für effiziente Sanierungen sowie auf kreislaufgerechten Bauweisen liegen.

Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und Ökologie

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte: „Unser deutschlandweit herausragendes Bau-Ökosystem bringt uns die Chance, Gründungsmitglied am neuen Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen zu werden. Damit können wir gleich mehrere Ziele des Landes verbinden: die Stärkung unseres exzellenten Wirtschafts- und Forschungsstandortes, den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen, die Erhöhung der Attraktivität von Unternehmungsansiedlungen oder Start-up-Gründungen sowie die gezielte Weiterentwicklung unseres Landes in Richtung Klimaneutralität. Es ist ein ideales Beispiel, wie Wissenschaft, Wirtschaft und Ökologie zusammenwirken können.“

Die Landesregierung ist davon überzeugt, dass der Bund mit den Plänen zur Etablierung eines neuen Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen einen wichtigen Hebel bedient. Durch den Status eines Gründungsmitglieds im Bundesforschungszentrum gestaltet das Land den Aufbau des Forschungsverbundes in erster Reihe aktiv mit und setzt sich für effiziente und schlanke Strukturen ein, um so viel Geld wie möglich in die Forschung zu investieren.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Die Bauforschung ist eines der innovativsten Wissenschaftsfelder in Baden-Württemberg. Unsere Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen entwickeln permanent Ideen und bahnbrechende Lösungsansätze für den so dringend notwendigen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit im Bausektor. Dazu gehören digitale Methoden und Automatisierungstechniken sowie zirkuläre Bauweisen. Die Forschung ist so weit. Nun muss der Transfer in die Anwendung dieser neuen Methoden verstärkt werden. Das Bundesforschungszentrum ist dafür ein wichtiger Baustein.“

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte: „Wir investieren mit diesem Innovationspfad im Baubereich gezielt in die Wertschöpfung und Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts. Gerade die Baubranche hat einen hohen Einfluss auf unseren Lebensstandard in unseren Städten und Gemeinden, bei Wohnraum, Infrastruktur und öffentlicher Daseinsvorsorge. Doch wenn hohe Kosten und überlastete Kapazitäten dazu führen, dass dringend benötigte Bauvorhaben nicht mehr umgesetzt werden können, gerät dieser Lebensstandard unter Druck. Deshalb brauchen wir einen echten Innovationsschub im Baubereich, für höhere Produktivität zu geringeren Kosten.“

Land mit umfassender wissenschaftlicher Expertise

Aufgrund von rund 40 einschlägigen Forschungseinrichtungen – unter anderem an der Universität Stuttgart (insbesondere mit dem Exzellenzcluster Integratives Planen und Bauen – IntCDC), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Biberach und acht von insgesamt 15 Instituten der Fraunhofer-Allianz Bau, die in Baden-Württemberg beheimatet sind – kann das Land seine umfassende wissenschaftliche Expertise ab dem ersten Tag im BFZ Bau einbringen und Impulse für nachhaltiges Bauen setzen. Überzeugt von der starken Stellung des baden-württembergischen Wissenschafts-, Wirtschafts- und Innovationsstandorts im Baubereich plant der Bund nunmehr den Aufbau des BFZ Bau neben den Ländern Sachsen und Thüringen auch mit Baden-Württemberg als drittem Gründungsland.

Nachdem der Ministerrat am 22. Juli 2025 über den Aufbau eines Gründungsstandortes zum BFZ Bau in Baden-Württemberg und die finanzielle Beteiligung an innovativen Forschungsclustern entschieden hat, steht die Beteiligung des Landes am BFZ Bau nun noch unter dem Vorbehalt der Einwilligung durch den Finanzausschuss des Landtages von Baden-Württemberg, der im Herbst hierzu beraten wird.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird gemeinsam mit den Ländern Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg in den nächsten Monaten die Ausgestaltung der Gründungsmitgliedschaften weiter ausarbeiten.

Strategiedialog „Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen“ und BFZ Bau

Die Initiative zur Beteiligung Baden-Württembergs geht aus dem Strategiedialog „Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen“ (SDB) hervor, der im Jahr 2022 vom Ministerpräsidenten eingesetzt wurde. Übergeordnete Ziele sind, die Voraussetzungen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, das Bauen nachhaltiger zu gestalten sowie die Digitalisierung und den Wandel in der Bauwirtschaft zu fördern. Inzwischen umfasst das darin entstandene Expertennetzwerk über 200 Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung.

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