Technologie

Chipindustrie-Ökosystem in Baden-Württemberg wächst

Arbeitsplätze, Wertschöpfung und mehr Souveränität: SUSS MicroTec SE, das KIT und die Landesregierung bündeln Kräfte für den strategischen Ausbau des Mikroelektronik-Netzwerks im Land.

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Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
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Mit einem „Letter of Intent“ (PDF) haben SUSS MicroTec SE, das KIT und die Landesregierung am 29. Juli 2026 ihre gemeinsamen Pläne zum weiteren Ausbau der Chipindustrie in Baden-Württemberg vorgestellt.

Inhalt der Vereinbarung

  1. Einrichtung einer neuen Professur für Advanced Packaging und Heterointegration:
    Die Professur soll zentrale Herausforderungen der modernen Mikro- und Nanotechnologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Materialien über Prozesse bis hin zur Systemintegration, abdecken.

    Das Land wird hierfür einen Betrag von bis zu fünf Millionen Euro bereitstellen und die Professur nach Ablauf des Förderzeitraums weiter erhalten. Das KIT wird die neue Professur für Advanced Packaging und Heterointegration organisatorisch aufbauen und betreiben. Die inhaltliche Ausrichtung der Professur ist eng mit den Zielen der Hightech Agenda Deutschland des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt verknüpft. Sie zielt darauf ab, die Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands durch gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien zu stärken.
  2. Neubau eines Applikations- und Entwicklungszentrums in Karlsruhe:
    In diesem Zentrum plant SUSS seinen Kunden aus der globalen Halbleiterindustrie und der Forschung die Fähigkeiten der Anlagen von SUSS zu demonstrieren, neue Anlagen zu entwickeln und in enger Zusammenarbeit mit dem KIT neue Prozesse für die Halbleiterfertigung zu erforschen.

Für den Neubau plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von etwa 45 Millionen Euro. Neben der Verlagerung bestehender Arbeitsplätze nach Karlsruhe sollen in den nächsten Jahren bis zu circa 100 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Ziel ist die zeitnahe Ansiedlung von etwa 300 bis 350 Mitarbeitern mit weiteren Ausbaupotenzialen abhängig vom Umsatzwachstum.

SUSS ist einer der weltweit führenden Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen ist seit mehreren Jahren auf einem starken Wachstumskurs. Die Anwendungen von SUSS leisten bereits heute einen entscheidenden Beitrag in der Fertigung fortschrittlichster Halbleiter und tragen zur Weiterentwicklung von Hochleistungsrechnern und künstlicher Intelligenz bei.

Die nun auf den Weg gebrachte Vereinbarung sei ein wichtiger Baustein zur Stärkung des Chip-Technologie-Ökosystems im Land und zur Förderung von Forschung und Wertschöpfung im Land, so die Projektbeteiligten. Halbleitertechnologie sei entscheidend für die Entwicklung von innovativen und intelligenten Technologien, die in Schlüsselindustrien wie der Automobilindustrie, der Medizintechnik oder der Kommunikationstechnologie ebenso wie in Pflege und Logistik eingesetzt werden.

Landesweites Netzwerk stärkt Zusammenarbeit der Akteure

Baden-Württemberg verfolgt mit dem Runden Tisch „Chip-Ökosystem“ intensiv die Stärkung der Wertschöpfungskette in der Mikroelektronik und unterstützt die europäischen Souveränitätsziele im Rahmen des EU Chips Act. Wichtiger Erfolg dieser Strategie ist die Ansiedlung von imec Germany, das am Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn an chiplet-basierten Architekturen für die Automobilindustrie arbeitet. Flankierend arbeiten im Verbundprojekt „Fraunhofer KI-Entwurf – FRAUKE“ die Forscherinnen und Forscher am IPAI gezielt an der Verbindung von KI-Methoden und CMOS-Schaltungsdesign. Eine landesweite Vernetzung von Akteuren aus Forschung, Industrie und Politik erfolgt über „Chip Connect BW“ unter Koordination von microTEC Südwest. Die Geschäftsstelle arbeitet mit den Partnern von Heilbronn aus landesweit daran, Kräfte zu bündeln und die internationale Sichtbarkeit von Baden-Württemberg als leistungsstarker Mikroelektronik-Standort weiterzuentwickeln.

Halbleiterindustrie

Die globale Halbleiterindustrie wird voraussichtlich im Jahr 2026 einen jährlichen Umsatz von nahezu einer Billion US-Dollar erreichen, angetrieben durch den sich weiter verstärkenden KI-Boom. Für Baden-Württemberg als ein Bundesland mit einer sehr starken Maschinen- und Anlagenbau-Industrie bieten sich damit herausragende Möglichkeiten, in einer exzeptionellen Wachstumsbranche weiter zu expandieren.

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