Forschung

Baden-württembergische Ergebnisse der Exzellenzstrategie bislang eindrucksvoll

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Zwei Wissenschaftler arbeiten gemeinsam in einem Labor. (Foto: © dpa)

Die baden-württembergischen Universitäten haben bisher im Bund-Länder Wettbewerb der Exzellenzstrategie sehr gut abgeschnitten. Aus Sicht von Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist dies das Ergebnis einer konsequenten, strategisch ausgerichteten und an Exzellenz orientierten Forschungspolitik.

Die baden-württembergischen Universitäten haben bisher im Bund-Länder Wettbewerb der Exzellenzstrategie sehr gut abgeschnitten. Zwölf Exzellenzcluster haben die Landesuniversitäten für die anstehende Förderperiode eingeworben, das bedeutet zusätzliche Mittel in Höhe von 62 bis 75 Millionen Euro pro Jahr für die universitäre Spitzenforschung im Land. Damit befinden sich 21 Prozent aller erfolgreichen Forschungscluster in Baden-Württemberg.

„Zukunftsthemen sind Wissenschaftsthemen!“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Das bisherige Abschneiden ist Ergebnis einer konsequenten, strategisch ausgerichteten und an Exzellenz orientierten Forschungspolitik. Ich gratuliere Frau Ministerin Bauer und allen, die dazu beigetragen haben. Es geht aber um mehr als nur um einen Titel oder zusätzliche Ressourcen. Wir brauchen starke Universitäten als Wissenschaftszentren in einem dichten Netz von Forschung und Innovation. Sie müssen die Talente von morgen hervorbringen und die entscheidenden Impulse geben, um die notwendige Erneuerung unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft zu gestalten.“ Der Wohlstand des Landes sei untrennbar mit der Kraft des Wissenschaftsstandortes verbunden. „Deshalb dürfen wir uns keine Minute ausruhen, sondern müssen unsere Bemühungen noch verstärken. Nur eine Wissenschaftspolitik mit langem Atem und Weitblick kann sicherstellen, dass Baden-Württemberg international ein Technologieführer bleibt. Wir müssen heute die Weichen richtig stellen, wenn wir in zehn Jahren die Erfolge für unser Land ernten wollen. Zukunftsthemen sind Wissenschaftsthemen!“, so Kretschmann.

Fast ein Drittel der antragsberechtigten Universitäten aus Baden-Württemberg

Gleich sechs baden-württembergische Universitäten sind zudem noch im Rennen um die Auszeichnung als „Exzellenzuniversität“. Von den 19 antragsberechtigten Universitäten um den Titel „Exzellenzuniversität“ ist somit fast ein Drittel aus Baden-Württemberg. Die zweite Förderlinie „Exzellenzuniversität“ ist als dauerhafte Stärkung der Universitäten und des Ausbaus ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung angelegt. Sie wird auf Basis der erfolgreichen Exzellenzcluster vergeben. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Der Exzellenzwettbewerb ist härter geworden, das bundesweite Feld der Spitzenforschung ist gewachsen und dichter geworden. Allein das ist schon ein Erfolg; aber auch, dass wir trotz dieses Wettbewerbs so erfolgreich sind. Es ist kein Selbstläufer, auch in der nächsten Stufe des Wettbewerbs um die Titel ‚Exzellenzuniversität‘ ganz vorne dabei zu sein. Wir werden unsere Universitäten hierbei aber nach Kräften unterstützen.“ Als besondere Stärke Baden-Württembergs gilt seine verteilte Exzellenz über viele Standorte im ganzen Land hinweg. Mit dieser dezentralen Aufstellung ist aber auch ein Risiko verbunden, wenn es um die Herstellung von „internationaler Sichtbarkeit von Forschungsexzellenz“ geht. Es kommt hierzulande deshalb ganz besonders auf die Kraft zur Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, mit anderen Hochschulen sowie mit forschungsnahen Unternehmen an, so Bauer.

Von erfolgreichen Forschungsclustern profitiert ganzes Land

Wer am Ende zu den bundesweit maximal elf gekürten Exzellenzuniversitäten gehören wolle, müsse belegen, dass die Qualität und Intensität seiner Forschung so stark sei, dass sie international in der Spitzenliga sichtbar werde. „Hier geht es nicht um wissenschaftliche Eitelkeiten, wie manche unken. Es geht darum, sich als herausragender Forschungsstandort zu profilieren, der die Attraktivität besitzt, die klügsten Köpfe weltweit anzuziehen. Dafür ist ein optimales Umfeld der Zusammenarbeit in Forschung, Lehre, Transfer und Gründerkultur nötig. Aber genauso wichtig ist die Lebens-, Wohn- und Arbeitsqualität für die junge wissenschaftliche Community. Auch deshalb brauchen unsere Universitäten die tatkräftige Unterstützung von Land und Kommunen. Und von den Erfolgen werden jeweils die ganzen Regionen profitieren“, zeigte sich die Wissenschaftsministerin überzeugt.

Überblick über das Bund-Länder-Programm „Exzellenzstrategie“

Im Rahmen der Exzellenzstrategie stellen Bund und Länder jährlich insgesamt 533 Millionen Euro zur Verfügung im Finanzierungsverhältnis 75:25 (Bund:Sitzland).

Im Gegensatz zu den bisherigen Programmen Exzellenzinitiative I und II ist die Förderung nun auf Dauer angelegt. Der Förderzeitraum der Exzellenzcluster umfasst zunächst sieben Jahre, mit der Möglichkeit der Verlängerung. Förderbeginn ist der 1. Januar 2019. Folgebeantragungen sind möglich. Die Exzellenzuniversitäten werden dauerhaft gefördert und alle sieben Jahre evaluiert.

Erste Förderlinie der Exzellenzstrategie

Für die erste Förderlinie der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern waren ursprünglich 195 Antragsskizzen für Exzellenzcluster eingereicht worden, davon 37 aus Baden-Württemberg. Alle neun Landesuniversitäten hatten sich mit mindestens einer Skizze dem Wettbewerb gestellt. 88 Skizzen wurden in einem weiteren Schritt bundesweit zur Abgabe von Vollanträgen aufgefordert. Die Landesuniversitäten hatten sich mit 18 Anträgen für die Auswahlrunde der Exzellenzcluster qualifiziert. Davon haben sich nun 57 Vorhaben durchgesetzt, zwölf aus Baden-Württemberg. Baden-Württemberg stellt somit 21 Prozent der 57 geförderten Forschungscluster.

Von den insgesamt 57 Exzellenzclustern sind 17 Verbundcluster (30 Prozent). In Baden-Württemberg sind von den zwölf Exzellenzclustern zwei Verbundcluster (17 Prozent).

Durch die Aufstockung auf insgesamt 57 Cluster ist eine harte, pauschale Kürzung von etwa 25 Prozent nötig. Die ursprüngliche Antragssumme pro Cluster betrug drei bis zehn Millionen Euro pro Jahr, insgesamt stehen für die Cluster jährlich rund 385 Millionen Euro zur Verfügung.

Zweite Förderlinie der Exzellenzstrategie

Für die zweite Förderlinie wurden Anfang des Jahres 26 Absichtserklärungen für 2018 eingereicht (Berlin und Hannover Exzellenzuniversitätsverbünde zählen als eine Exzellenzuniversität). Die Anträge hierzu müssen bis zum 10. Dezember dieses Jahres eingereicht werden. Die Konzepte werden unter anderem in einer Vor-Ort-Begutachtung von international wissenschaftlichen Gutachterteams im Frühjahr 2019 bewertet, bevor am 19. Juli 2019 dann die Entscheidung fällt. Insgesamt können bis zu elf Exzellenzuniversitäten ab dem 1. November 2019 gefördert werden. Die zweite Förderlinie „Exzellenzuniversität“ wird auf Basis der erfolgreichen Exzellenzcluster vergeben. Insgesamt stehen für diese Förderlinie jährlich rund 148 Millionen Euro zur Verfügung.

Geförderte Cluster aus Baden-Württemberg:

Universität Freiburg:

  • CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies
  • livMatS – Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems

Universität Heidelberg:

  • STRUCTURES: A unifying approach to emergent phenomena in the physical world, mathematics, and complex data
  • 3D Matter Made to Order (Verbundantrag mit KIT)

Karlsruher Institut für Technologie:

  • 3D Designer-Materialien – 3D Matter Made to Order (KIT-HD Verbund)
  • Energiespeicherung jenseits von Lithium – Neue Konzepte für eine nachhaltige Zu-kunft (KIT-Ulm Verbund)

Universität Konstanz:

  • Die politische Dimension von Ungleichheit
  • Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour

Universität Stuttgart:

  • „Daten-integrierte Simulationswissenschaft“: Simulation in Zeiten von Data Science
  • "Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“: Neues Denken für die gebaute Umwelt"

Universität Tübingen:

  • Individualisierung von Tumortherapien durch molekulare Bildgebung und funktionelleIdentifizierung therapeutischer Zielstrukturen (iFIT)
  • Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen (CMFI)
  • Maschinelles Lernen in der Wissenschaft

Universität Ulm:

  • Post-Lithium Verbundantrag mit KIT

Antragsberechtigte Universitäten

  • Rheinisch-Westfälische Technische Universität Aachen (RWTH)
  • Ruhr-Universität Bochum
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Technische Universität Braunschweig
  • Technische Universität Dresden
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Universität Hamburg
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Universität zu Köln
  • Universität Konstanz
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Technische Universität München
  • Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Universität Stuttgart
  • Eberhard Karls Universität Tübingen

Antragsberechtigte Verbünde

  • Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin
  • Leibniz Universität Hannover, Medizinische Hochschule Hannover

Weitere Meldungen

Die deutsche und französische Flagge. (Bild: picture alliance/Rainer Jensen/dpa)
Europa

Deutsch-Französischer Tag 2026

Gisela Splett mit Patenschaftsurkunde
Vermögen und Bau

Patenschaft für Kronenkranich in der Wilhelma

Auf dem Bild ist Ministerin Dr. Nicole-Hoffmeister-Kraut mit Herrn Dr. Andreas Zekorn zu sehen. Beide lächeln in die Kamera. Die Ministerin hält eine Urkunde in beiden Händen.
Ehrung

Dr. Andreas Zekorn mit Staufermedaille geehrt

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 20. Januar 2026

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Land mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

von links nach rechts: Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marion Gentges, Ministerin der Justiz und für Migration, Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Florian Haßler, Staatssekretär im Staatsministerium
Kabinettsausschuss

46 Maßnahmen gegen Hass und Hetze

Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) am 26. November 2025 an der Wilhelmsschule in Stuttgart-Wangen, an der ein Pilotprojekt der Familiengrundschulzentren eingerichtet wird.
Bildung

Land stärkt Erziehungspartnerschaft

Ein Apotheker holt eine Medikamentenverpackung aus einer Schublade in einer Apotheke.
Gesundheit

Kritische Arzneimittel wieder stärker in Europa produzieren

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) mit den Mitgliedern des Normenkontrollrats Baden-Württemberg
Bürokratieabbau

Normenkontrollrat übergibt Tätigkeitsbericht 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
Fußverkehr

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Schienenverkehr

340 Millionen Euro für Digitalen Knoten Stuttgart

Grüne Woche 2026
Landwirtschaft

Baden-Württemberg bei der Grünen Woche 2026 erleben

Eine Frau tippt auf einem Tablet. Daneben liegt ein Smartphone.
GesellschaftsReport BW

Vielfältige Angebote zur Stärkung der Medienkompetenz

Symbolbild: Symbolbild: Ein Passant geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei. Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag, 5. November 2019, sein Urteil zu Leistungskürzungen für unkooperative Hartz-IV-Bezieher verkündet. (Bild: picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa)
Bürgergeld

Hoffmeister-Kraut unterstützt geplante Bürgergeld-Reform