Beim Schülermedienpreis 2026 wurden elf herausragende Medienprojekte von Kindern und Jugendlichen aus ganz Baden-Württemberg ausgezeichnet. Medienstaatssekretär Rudi Hoogvliet überreichte die Preise gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG), Wiebke Wiesner, im Kursaal Stuttgart-Bad Cannstatt.
Vielzahl von Medienprojekten
Die ausgezeichneten Projekte umfassen eine breite Palette von Medienformaten, darunter Filme, Apps, Webseiten, Schülerzeitungen und ein Theaterstück. Sie stammen aus zehn Städten und Gemeinden im Land und zeigen die große Bandbreite dessen, was junge Medienmacherinnen und Medienmacher heute bewegt.
Der Schülermedienpreis ist der landesweite Wettbewerb der Initiative MedienFokus BW. Er würdigt jedes Jahr junge Menschen, die Medien kreativ, kritisch und verantwortungsvoll einsetzen. Die Preise werden dabei von einer unabhängigen Fachjury in zwei Altersgruppen vergeben.
Medienkompetenz für die digitale Gesellschaft
Medienstaatssekretär Rudi Hoogvliet betonte die Bedeutung von Medienkompetenz in der heutigen digitalen Gesellschaft: „Es ist entscheidend, dass junge Menschen digitale Medien informiert, kritisch und selbstbestimmt nutzen. Medienkompetenz ist ein zentraler Baustein für den Kinder- und Jugendschutz.“
MFG-Geschäftsführerin Wiebke Wiesner würdigte die Preisträgerinnen und Preisträger: „Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie kreativ, reflektiert und engagiert sich junge Menschen mit Medien auseinandersetzen. Sie gestalten Inhalte selbst, hinterfragen Informationen und übernehmen Verantwortung.“
Mehr als 170 Gäste nahmen an der Preisverleihung teil, darunter Kinder und Jugendliche, Eltern sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Medien und Politik.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026
1. Platz (1.000 Euro)
- „Sicher im Internet“ – Rasit Sandirli (Tuttlingen): Eine kindgerecht gestaltete Website erklärt Fake News, sichere Passwörter und faires Verhalten im Netz. Die Jury würdigte insbesondere die eigenständige Umsetzung.
2. Platz (750 Euro)
- „Mathetrainer“ – Clara und Julian Stemberg (Mannheim): Die Geschwister entwickelten eine webbasierte Lern-App mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen und animierten Übungen für unterschiedliche Klassenstufen.
3. Platz (2-fach vergeben, je 500 Euro)
- „4b aktuell“ – Robert Ketterer und die Klasse 4b der Weiherhof-Grundschule Freiburg: Die Schülerinnen und Schüler produzierten eine eigene Nachrichtensendung mit Themen aus ihrem Schulalltag und ihrer Region.
- „LOK-Radio Sendung“ – Schulradio-AG der Lorenz-Oken-Schule Offenburg-Bohlsbach: Die regelmäßig ausgestrahlten Radiobeiträge verbinden aktuelle Themen mit Unterhaltung und erreichen die gesamte Schulgemeinschaft.
Sonderpreise (je 250 Euro)
Sonderpreis „Kontinuierlich herausragende Leistungen“
- „Blick ins Meer“ – Anja, Matthias und Cornelius Schwarz (Stuttgart): Ein Stop-Motion-Film über die Unterwasserwelt und die Folgen von Meeresverschmutzung.
Sonderpreis „Besonderes medienpädagogisches Engagement“
- „Zocken ohne Ende“ – Klasse 6 der Waldorfschule Illerblick (Ulm): Ein selbst entwickeltes Theaterstück über Mediensucht, das von der Klasse auch filmisch dokumentiert wurde.
1. Platz (1.000 Euro)
- „Muggaseggele – eine Währung für Schwaben“ – Mario Stehle (Burgrieden): Das Projekt verbindet Gestaltung, Kultur und Identität. Ausgangspunkt ist ein eigens entwickelter schwäbischer Geldschein, ergänzt durch weitere mediale Arbeiten.
2. Platz (750 Euro)
- „Das blaue Band“ – Leon Sular, Carlotta Rothenbacher und Melek Ela Dogan, Mörike-Gymnasium Ludwigsburg: Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eine App für ihre Schülerzeitung und machen diese mit Vorlesefunktion auch auditiv zugänglich.
3. Platz (500 Euro)
- „Erinnerungskultur“ – Rouven Schandl, Lukas Seeger und Matilda Seifert, Friedrich-Gymnasium Freiburg: Im Rahmen eines Seminarkurses entstanden drei Dokumentarfilme, die sich mit der Entstehung und Vermittlung historischer Erinnerung beschäftigen.
Sonderpreise „Kontinuierlich herausragende Leistungen“ (je 250 Euro)
- „Rausch der Normalität“ – Max Förschler und Noah Schubert (Esslingen): Die Dokumentation beleuchtet die gesellschaftliche Normalisierung von Alkoholkonsum und setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander.
- „Project Oppia“ – Silas Möhler (Öhringen): Eine Schulplattform, die klassische Organisationsfunktionen mit Datenschutz, Nutzerfreundlichkeit und KI-Integration verbindet.
Initiative MedienFokus BW
Die Landesregierung setzt sich mit der Initiative MedienFokus BW unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Cem Özdemir dafür ein, die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren im Land zu stärken. Mit der Initiative werden zahlreiche Projekte, Aktivitäten und Akteure im Land gebündelt, vernetzt und durch feste Unterstützungsangebote ergänzt. So wird eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für die Themen Medienbildung und -erziehung geschaffen. Partner der Initiative sind die Aktion Jugendschutz (ajs), Landesanstalt für Kommunikation (LFK), das Landesmedienzentrum (LMZ), die Landezentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb), die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG), der Südwestrundfunk (SWR) und der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV).
MFG Baden-Württemberg
Die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und des Südwestrundfunks. Aufgabe der MFG ist die Förderung der Filmkultur und -wirtschaft und der Kultur- und Kreativwirtschaft. Mit bedarfsorientierten Programmen und Projekten unterstützt die MFG Baden-Württemberg in ihrem Geschäftsbereich „MFG Kreativ“ Kultur- und Kreativschaffende im Südwesten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Vernetzungs- und Vermittlungsaktivitäten sowie im Kompetenzfeld Digitale Kultur und Medienkompetenz.
Quelle:
MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg
