ÖL AUF LEINWAND
Max Ackermann wurde 1887 in Berlin geboren und starb 1975 in Bad-Liebenzell-Unterlengenhardt
Max Ackermann gilt als bedeutender Wegbereiter der abstrakten Malerei. Seine Werke zeichnen sich durch leuchtende Farben, rhythmische Kompositionen und eine musikalische Qualität aus, wobei er organische Formen mit geometrischen Elementen verband. Ackermann entwickelte einen eigenständigen Stil zwischen konstruktivistischer Strenge und expressiver Farbigkeit, der von seiner Überzeugung geprägt war, dass Malerei wie Musik ohne gegenständliche Bezüge wirken könne.
Ackermann studierte 1906 an der Kunstschule Weimar bei Henry van de Velde, 1908 in Dresden in der Zeichenklasse von Richard Müller und anschließend ab 1909 in München bei Franz von Stuck. 1912 ging er nach Stuttgart an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste, wo er Schüler von Adolf Hölzel wurde. Nach dem Studium wurde Ackermann zum Militärdienst eingezogen und im Ersten Weltkrieg verwundet. Als untauglich entlassen, arbeitete er als Maler in Stuttgart.
Zunächst war Ackermanns Werk kommunistisch geprägt. Eine Studienreise nach Paris 1926 und Begegnungen mit Adolf Loos, Wassily Kandinsky und George Grosz führten ihn zur Abstraktion. 1936 erhielten die Nationalsozialisten ihm Lehr- und Ausstellungsverbot; 1943 zerstörte ein Bombenangriff fast alle seine Arbeiten. Er zog an den Bodensee, kehrte später nach Stuttgart zurück und leitete ab 1957 als Ehrenprofessor das "Seminar für Absolute Malerei".
Acryl auf Leinwand
Holger Bär wurde 1962 in Wuppertal geboren, wo er lebt und arbeitet.
Bärs künstlerische Praxis setzt auf den Einsatz von Robotik, um den Entstehungsprozess von Malerei zu automatisieren. Für seine Technik des digitalen Malens („digital painting“) verwendete er zunächst selbst programmierte Malmaschinen, später entwickelte er autonome Kleinroboter. Bärs Werke, meist Ölgemälde auf Leinwand, behalten auch im Zusammenspiel mit Hightech malerisch-expressive Elemente bei. Seine Arbeiten thematisieren Fragen nach der Wahrheit von Informationen und die Interpretation von Wirklichkeit.
Bär studierte von 1986 bis 1989 an der Universität Wuppertal Malerei bei Michael Badura. Während seiner Studienzeit begann er, sich mit digitalen Kunsttechniken auseinanderzusetzen.
PAPPELHOLZ, COLORIERT
Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar bei Kassel geboren. Er lebt und arbeitet in Meisenthal (Lothringen), Karlsruhe und Berlin.
Der Bildhauer Stephan Balkenhol fertigt grob gehauene und farbig bemalte Holzskulpturen, die etwa Menschen, Tiere und Architekturen darstellen. Sein bevorzugtes Material ist leicht zu bearbeitendes Pappel- oder Zedernholz, das er sowohl bei freistehenden Plastiken als auch bei Reliefs einsetzt.
Balkenhol studierte an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem. Seit 1992 ist er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Balkenhol ist mit zahlreichen Skulpturen im öffentlichen Raum in Europa und in Deutschland vertreten.
KERAMIK, ENGOBENGLASUR
Ute Kathrin Beck wurde 1967 in Stuttgart geboren.
Ute Kathrin Beck gestaltet keramische Gefäße und Skulpturen, die Form, Ornament und Bildsprache vereinen. Die Keramikmeisterin hat für die Landesvertretung Skulpturen geschaffen, deren Silhouetten im Spiel konkav und konvex gestalteter Strukturen den Dialog mit dem Raum suchen. Charakteristisch sind klare Grundformen, einfache Engobenglasuren und der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, matter und glatter Oberfläche. Die symmetrischen Amphoren werden durch asymmetrische Verformungen, tiefschwarze Löcher und Ausstülpungen bewusst gebrochen.
Ute Kathrin Beck war 2012 baden-württembergische Staatspreisträgerin des Wettbewerbs „Gestaltung Kunst Handwerk”.
UHR, BUCH, VIDEOBAND
Ulrich Bernhardt wurde 1942 in Tübingen geboren und lebt in Stuttgart.
Der Stuttgarter Künstler Ulrich Bernhardt zählt zu den Pionieren der Medienkunst in Baden-Württemberg und arbeitet seit den 1970er-Jahren mit Video, Installation, Fotografie und Film. Seine Arbeiten reflektieren technologische Entwicklungen und deren Einfluss auf das Bewusstsein des Menschen, oft in Verbindung mit der griechischen Mythologie, wobei Fragen von Zeit, Vergänglichkeit und Dauer im Zentrum stehen. Bernhardt begreift Kunst als offenen Prozess und greift wiederholt auf bereits Geschaffenes zurück, um es in neue Kontexte zu übertragen.
Bernhardt studierte an der Stuttgarter Kunstakademie. Ab 1971 arbeitete er als freier Fernsehjournalist beim Süddeutschen Rundfunk. 1973 begann er seine ersten eigenen Videoarbeiten als freischaffender Künstler. Zwei Jahre später erhielt er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Von 1978 bis 1986 war Ulrich Bernhardt Geschäftsführer des Künstlerhauses in Stuttgart. Zusätzlich lehrte er von 1983 bis 1988 an der dortigen Merz-Akademie in den Bereichen Dramaturgie und Videokunst. 1987 bekam er ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.
ACRYL AUF VORSATZPAPIER, 6-TEILIG
Rolf Bier wurde 1960 in Würzburg geboren, er lebt in Hannover und Berlin.
Der Künstler Rolf Bier arbeitet mit verschiedenen Techniken: von Malerei über Skulptur bis zu Fotografie und Künstlerbüchern. Er kombiniert oft alltägliche Materialien mit klassischen künstlerischen Mitteln und schafft daraus vielschichtige Arbeiten. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Serie "Portraits of Unseen People" (2004-2012), in der er mehr als 300 imaginäre Porträts von Menschen malte, denen er flüchtig begegnet war.
Bier studierte von 1980 bis 1987 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und an der Chelsea School of Art in London. Außerdem absolvierte er ein Studium der Linguistik und Literaturwissenschaft an der TU Braunschweig. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem 1994 das Stipendium der Cité des Arts in Paris und 1995 eines der Villa Massimo in Rom. Seit 2005 ist Bier nach Lehraufträgen und Gastprofessuren an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, den Fachhochschulen Hannover und Niederrhein/Krefeld sowie der Hochschule der Künste in Bremen als Professor für Allgemeine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart tätig.
ACRYL UND ÖL AUF LEINWAND
Volker Blumkowski wurde 1956 in Salzgitter geboren, er lebt in Paris und Stuttgart.
Volker Blumkowski malt Bilder, die eine täuschend realistische Oberfläche mit surrealen und rätselhaften Elementen verbinden. Seine Werke zeigen scheinbar banale Alltagsszenen, die er durch absurde Details und subtilen Humor verfremdet – wie Akteure auf einer Bühne, deren Tätigkeiten nur vorgetäuscht erscheinen. Seine Kunst bewegt sich zwischen detaillierter Malerei und ironischen Geschichten, die auf kulturelle Zusammenhänge anspielen und dabei bewusst mehrdeutig bleiben.
Von 1977 bis 1984 studierte der Künstler an der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart bei den Professoren Moritz Baumgartl und K. R. H. Sonderborg. Er erhielt zahlreiche Stipendien, wie u.a. 1991 von der Kunststiftung Baden-Württemberg und 1997 von der Cité Internationale des Arts, Paris. Verschiedene Lehraufträge an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, an der Filmakademie Ludwigsburg und eine Vertretungsprofessur an der Kunstakademie Stuttgart folgten.
Mobile
Christoph Böllinger wurde 1939 in Kiel geboren und starb 2016 in Hamburg.
Seine kinetische Plastiken leben von der Bewegung: Teile schwingen, kreisen, vibrieren. Dabei kombinierte er Bronze mit Holz, Eisen mit Werkzeugfedern oder Gold – eine materielle Vielfalt, die seine abstrakten Formen zusätzlich auflädt. Böllingers erste Kunstobjekte entstanden 1965/66 während eines Aufenthaltes in New York. Nach Abschluss seines Jurastudiums arbeitete er ab 1970 als freier Künstler. 1971 zeigte er seine erste Einzelausstellung in Stuttgart. In den 1970er und 1980er Jahren stellte er weiter aus, darunter in Paris und New York. 1992 schuf er eine bewegliche Großplastik für das Airport Center Hamburg. 1993 und 1994 lehrte er im Rahmen des Kunstsommers an der Universität Augsburg.
Bronze
Hermann Brachert wurde 1891 in Stuttgart geboren und starb 1972 in Schlaitdorf.
Bracherts Werke umfassen monumentale Skulpturen wie die Verfassungssäule und das Relief „Der Schwur“ am Oberlandesgericht Stuttgart sowie kleinere Werke, oft aus Bernstein, darunter die Skulptur Wasserträgerin, die als Original im Brachert-Museum in Georgenswalde (Russland) zu sehen ist.
Nach einer vierjährigen Lehrzeit als Stahlstempelschneider besuchte Brachert von 1913 bis 1916 die Kunstgewerbeschule Stuttgart, er war dort Schüler von Robert Knorr. In den Jahren 1917 und 1918 arbeitete er als freischaffender Künstler und studierte Architektur bei Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1919 wurde er Lehrer an der Provinzial-Kunst- und Gewerkschule Königsberg, wo er bis 1926 die Abteilung für Stein- und Holzplastik leitete und zwanzig große Architekturplastiken, sowie Medaillen aus Bronze und Kupferstiche anfertigte.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden einige seiner öffentlich ausgestellten Skulpturen als „entartet“ eingestuft und zerstört. Er konnte bis 1944 dennoch als freier Künstler weiterarbeiten und nahm 1933/1934 an der Weltausstellung in Chicago teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Stuttgart zurück. Von 1947 bis 1955 war er Rektor der Stuttgarter Kunstakademie. 1961 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Untersberger Marmor
Hermann Brachert wurde 1891 in Stuttgart geboren und starb 1972 in Schlaitdorf.
Bracherts Werke umfassen monumentale Skulpturen wie die Verfassungssäule und das Relief „Der Schwur“ am Oberlandesgericht Stuttgart sowie kleinere Werke, oft aus Bernstein, darunter die Skulptur Wasserträgerin, die als Original im Brachert-Museum in Georgenswalde (Russland) zu sehen ist.
Nach einer vierjährigen Lehrzeit als Stahlstempelschneider besuchte Brachert von 1913 bis 1916 die Kunstgewerbeschule Stuttgart, er war dort Schüler von Robert Knorr. In den Jahren 1917 und 1918 arbeitete er als freischaffender Künstler und studierte Architektur bei Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1919 wurde er Lehrer an der Provinzial-Kunst- und Gewerkschule Königsberg, wo er bis 1926 die Abteilung für Stein- und Holzplastik leitete und zwanzig große Architekturplastiken, sowie Medaillen aus Bronze und Kupferstiche anfertigte.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden einige seiner öffentlich ausgestellten Skulpturen als „entartet“ eingestuft und zerstört. Er konnte bis 1944 dennoch als freier Künstler weiterarbeiten und nahm 1933/1934 an der Weltausstellung in Chicago teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Stuttgart zurück. Von 1947 bis 1955 war er Rektor der Stuttgarter Kunstakademie. 1961 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
ACRYL AUF BÜTTEN, 11-TEILIG
Erdmut Bramke wurde 1940 in Kiel geboren und starb 2002 in Stuttgart.
Erdmut Bramke ist für ihre farbenfrohen und expressiven Gemälde bekannt, die oft Landschaften, Städte und Alltagsmomente darstellen. Ihre Werke zeichnen sich durch eine Mischung aus Abstraktion und Figurativität aus, wobei sie die Grenzen zwischen Realität und Fantasie oft verschwimmen lässt. Ihre Arbeiten laden dazu ein, eigene Wahrnehmung und Perspektive auf die Welt zu reflektieren und zu erweitern. Ihre Bilder wirken meditativ und fließend, der Blick verliert sich in ihrer Tiefe.
Sie studierte in Stuttgart, Berlin und Paris und erhielt 1979 das Villa Massimo Stipendium. 1995 war sie für eine Gastprofessur an der Kunstakademie in Stuttgart. Erdmut Bramkes Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter in der Staatsgalerie und im Kunstmuseum Stuttgart, in der Sammlung des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart, im Ulmer Museum, im Kunstmuseum Bonn, dort auch in der Bundeskunsthalle sowie in der Kunsthalle Kiel.
BRONZEGUSS
Emil Cimiotti wurde 1927 in Göttingen geboren und starb 2019 in Wolfenbüttel.
Emil Cimiotti war ein bedeutender deutscher Bildhauer, der vor allem für seine abstrakten Bronzeskulpturen bekannt ist. Seine Werke zeichnen sich durch eine organisch-gestische Formensprache aus, die an gewachsene Naturstrukturen wie Wurzeln, Geäst oder geologische Formationen erinnert. Oberflächen und Strukturen entstanden oft durch den Einsatz von Gips und Sand als Negativformen, was seinen Bronzen eine charakteristisch raue, lebendige Textur verlieh.
Cimiotti gehörte zur Gruppe der deutschen Informel-Künstler der Nachkriegszeit und bewegte sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Zufall, zwischen Material und künstlerischer Geste. Seine Skulpturen wirken trotz ihrer Schwere und Massivität oft leicht und dynamisch, als seien sie mitten in einem Wachstums- oder Bewegungsprozess eingefroren.
Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft absolvierte Cimiotti eine Steinmetzlehre und studierte anschließend an der Kunstakademie Stuttgart bei Otto Baum sowie in Berlin und Paris, wo er Kontakt zu Künstlern wie Brancusi, Le Corbusier und Fernand Léger hatte. Seine internationale Karriere begann 1958 mit der Biennale in Venedig, es folgten die documenta II, III und IV, ein Stipendium der Villa Massimo sowie Ausstellungen in Paris und den USA. Von 1963 bis 1989 lehrte er als Professor an der Kunsthochschule Braunschweig und war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
Edelstahl, patiniert, satiniert
René Dantes, 1962 in Pforzheim geboren, wo er seit 2002 lebt und arbeitet.
Die Skulpturen von René Dantes wechseln zwischen erkennbaren und abstrakten Formen. Seine Arbeiten erinnern an organische, pflanzliche Gebilde. Er arbeitet hauptsächlich mit Stahl und Edelstahl, lässt deren glänzende Oberflächen das Licht einfangen. Er realisiert neben großen Skulpturen im öffentlichen Raum auch kleinere Arbeiten, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Seine künstlerische Ausbildung begann von 1982 bis 1987 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er u.a. von den Professoren Rudolf Hausner und Arik Brauer unterrichtet wurde. Ab 1987 setzte er seine Studien an der École des Beaux-Arts in Paris fort, dort studierte er Bildhauerei unter Toni Grand sowie Claude Viseux.
SIEBDRUCK AUF HOLZ, 5-TEILIG
Christiane Dellbrügge wurde 1961 in Moline, Illinois, geboren. Ralf de Moll kam 1961 in Saarlouis zur Welt. Das Paar lebt seit 1989 in Berlin.
Das Künstlerpaar Christiane Dellbrügge und Ralf de Moll bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlicher Wirklichkeit. Wie in der Wissenschaft, stellen sie Thesen auf und suchen Belege, forschen in Archiven und zitieren Quellen – bewegen sich dabei aber im Freiraum der Kunst, können vereinfachen, zuspitzen und Fehlstellen akzeptieren. Ein wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis von Kunst und Macht sowie die Geschichte städtischer Räume. Ein durchgehendes Motiv in ihrem Werk ist die Arbeit mit Schrift.
Christiane Dellbrügge studierte zunächst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Bildende Kunst und danach an der Albrecht Ludwigs Universität Freiburg und der Universität Karlsruhe Literaturwissenschaft. Ralf de Moll studierte ebenfalls Bildende Kunst an der Akademie in Karlsruhe.
Zu ihren jüngsten architekturbezogenen Arbeiten zählen „DIE ARCHITEKTEN“ im Humboldt Forum Berlin und der geplante „KANZLERBUNGALOW“ für den Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts in Berlin, der 2028 realisiert wird. Diese Projekte verdeutlichen ihr Anliegen, die Wechselwirkungen zwischen Architektur, Gesellschaft und urbaner Identität zu erforschen und kritisch zu reflektieren.
Lack auf Leinwand, 2-teilig
Ulrich Erben, 1940 in Düsseldorf geboren. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf, Goch und im italienischen Bagnoregio.
Erben malt mit Farbe und Licht. Seine großflächigen, oft monochromen Bilder wirken auf den ersten Blick einfach, überraschen aber beim längeren Betrachten durch feinste Farbabstufungen und subtile Übergänge. Erben ordnet alles der Farbe unter – Form, Linie und Raum entstehen allein durch ihre Wirkung.
Ulrich Erben studierte von 1958 bis 1965 an Kunstakademien in Hamburg, Urbino, Venedig, München und Berlin. Seit 1992 ist er Mitglied der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste in Berlin, gilt als wichtigster deutscher Vertreter der Farbfeldmalerei.
Waldreben
Angela M. Flaig, 1948 in Schramberg geboren, lebt und arbeitet in Rottweil-Hausen.
Angela M. Flaig arbeitet mit dem Leichtesten, was die Natur zu bieten hat: Flugsamen von Löwenzahn, Disteln und Weidenröschen. Daraus formt sie zarte, geometrisch klare Objekte – fragil und doch überraschend beständig. Lebensspuren sind das zentrale Thema ihrer Kunst: Sie macht das Flüchtige dauerhaft und verleiht dem Vergänglichen eine Form. Sie hat sich mit ihren filigranen Samenskulpturen eine einzigartige Position in der Kunstszene geschaffen.
Zunächst war sie nach ihrem pädagogischen Studium in Rottweil bis 2011 Lehrerin an Grund- und Hauptschulen tätig. Ihre künstlerische Entwicklung fand durch verschiedene Aufenthalte statt, etwa 2011 im Werkhof des Alten Schlachthofs in Sigmaringen und 2013 in der Casa Zia Lina auf der Insel Elba. Seit 1977 beteiligt sich Angela M. Flaig an Ausstellungen. 2013 erhielt sie den Publikumspreis der Donaueschinger Regionale und 2018 den Anerkennungspreis der Kulturstiftung Rottweil. Sie ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg.
LAMBDAPRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Ulrike Flaig wurde 1962 in Esslingen geboren und lebt in Berlin.
Ulrike Flaigs Kunst kreist um grundlegende Koordinaten menschlicher Existenz wie Zeit, Raum, Bewegung und Identität, die sich der direkten Darstellung entziehen und dennoch in ihren Werken sichtbar gemacht werden. Dabei nutzt sie Materialien wie Glas, transparente Folien, Licht und neue Medien, die sich ihrer Substanz nach der Immaterialität annähern. Ihre Objekte, Zeichnungen, Installationen und Videos funktionieren wie eine Assoziationsmaschinerie, die feste Hierarchien und Eindeutigkeiten bewusst auflöst.
Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Regensburg und Paris studierte Flaig an der Kunstakademie Stuttgart bei Jürgen Brodwolf und verbrachte längere Arbeitsaufenthalte in New York, China und Hamburg. Sie erhielt Stipendien u. a. der Cité Internationale des Arts Paris und der Kunststiftung Baden-Württemberg und lehrte in den 1990er Jahren an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim sowie an der Universität Stuttgart.
COLLAGEN AUF PAPIER, 9-TEILIG
Sara Focke Levin wurde 1963 in Marburg a. d. Lahn geboren und lebt in Ludwigsburg und Berlin.
Levin widmet sich in ihren Werken der Alltagsästhetik der 1960er und 70er Jahre, indem sie antiquierte Haushaltsgegenstände und heute kaum noch verwendete Materialien wie Schrankpapier oder selbstklebende d-c-Fix-Folien künstlerisch verarbeitet. Die charakteristischen Karomuster und Holzimitate dieser Materialien kombiniert sie etwa mit Monotypien, deren serielle Struktur an Betonfassaden von Wohnblocks erinnert. So macht sie den Zeitgeschmack einer vergangenen Epoche zum ästhetischen und kulturellen Gegenstand ihrer Kunst.
Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Stuttgart sowie einer Station an der Freien Kunstschule Stuttgart schloss Levin ihr Studium der freien Grafik bei Rudolf Schoofs an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ab. Ihre Werke waren in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter die Gruppenausstellung „Home Stories" in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, der Stadtgalerie Kiel und der Städtischen Galerie Wolfsburg.
Serigrafien/Karton
Rupprecht Geiger wurde 1908 in München geboren und starb dort 2009 dort.
Kennzeichen der Werke Geigers sind geometrische Formen, wie Rechteck, Kreis und Oval in fluoreszierenden Farben.
Er studierte zunächst Architektur an der Kunstgewerbeschule München und schloss eine Maurerlehre an. Anfangs arbeitete er in Münchner Architekturbüros. Während des Zweiten Weltkriegs diente er an der Ostfront und reiste als Kriegsmaler durch Polen, Russland, Ukraine und Griechenland.
Ab 1949 war Geiger Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und Mitbegründer der Künstlergruppe ZEN 49 in München. Er lehrte von 1965 bis 1976 als Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1988) und dem Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1993).
C-PRINTS AUF DIBOND, 3-TEILIG
Oliver Godow wurde 1968 in Lübeck geboren und lebt in Berlin, Stuttgart und London.
Oliver Godows Fotografien richten den Fokus auf das, was dem flüchtigen, oberflächlichen Blick verborgen bleibt. Das eröffnet die Chance, Gesehenes neu zu bewerten. Er verzichtet auf das Spektakuläre und nimmt stattdessen Fragmente und Details städtischer Räume in den Blick – Alltägliches in extremer Nahsicht, so dass das Gezeigte die Vertrautheit verliert. Godows Aufnahmen vereinen kühle Minimalität mit einer stillen Poesie, die ganz digitale Nachbearbeitung auskommt und die Dinge für sich sprechen lässt.
Oliver Godow studierte Fotografie am Bournemouth College of Art & Design und schloss an der Glasgow School of Art mit dem Master in Fine Arts ab. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem vom Institut für Auslandsbeziehungen IFA Stuttgart, der Stadt München mit dem Villa Waldberta Stipendium sowie den Deutsche Börse Frankfurt Residency Award am Frankfurter Kunstverein.
ROBINIE, GESCHWÄRZT
Armin Göhringer wurde 1954 in Nordrach geboren. Er lebt in Zell a. H. im Schwarzwald.
Armin Göhringers abstrakte Holzskulpturen entpuppen sich bei genauer Betrachtung als ein ausgeklügeltes Konstrukt aus Lasten und Tragen, Stehen und Fallen – ein genau bemessenes Gleichgewicht der Massen, das die Schwerkraft außer Kraft zu setzen scheint. Er schneidet mit der Kettensäge aus Stämmen von Platanen, Pappeln und heimischen Harthölzern Kuben, Blöcke, Gitter und netzartige Strukturen heraus. Die Aushöhlung des Holzes lässt dann die Leerräume als gestalterisches Element in den Vordergrund treten. Die meisten Skulpturen sind schwarz gefasst, mit schwarzem Pigment und Leinöl, das bildet einen spannungsvollen Gegensatz zwischen den körperhaften Oberflächen und den leeren, hellen Lichträumen im Inneren.
Göhringer erlernte zunächst den Beruf des Tiefdruckretuscheurs, bevor er die Begabtenprüfung bestand und dank BAföG von 1976 bis 1982 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main Bildhauerei, Malerei und Grafik studieren konnte. Bereits kurz nach Studienabschluss feierte er erste Markterfolge mit Bildern zwischen Figur und Abstraktion, ehe das Holz zur bestimmenden Grundlage seines Schaffens wurde. Er ist Mitglied im Künstlerbund-Baden-Württemberg.
BRONZE
Otto Herbert Hajek wurde 1927 im ehemaligen böhmischen Kaltenbach geboren und starb 2005 in Stuttgart.
Hajeks Schaffen umfasst Einzelplastiken, die seinen Weg von der Figuration in die Abstraktion nachzeichnen, sowie großformatige Stadtraumgestaltungen, die er als „Stadtikonographien" oder „Kunst als Bau" bezeichnete. Mithilfe von Farbstreifen, die über die (oft in Beton ausgeführten) Kunstwerke gingen, verband er diese optisch miteinander und spannte einen künstlerisch motivierten Raum auf, der der Kommunikation der Vorbeikommenden dienen sollte. Sein Anliegen war es, den öffentlichen Raum erfahr- und erlebbar zu machen. Für ihn war Kunst ein weltumspannender, gemeinschaftsstiftender Vorgang, der dem Gedanken von Verständigung und Versöhnung verpflichtet war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte Hajek mit den sudetendeutschen Vertriebenen nach Westdeutschland und studierte von 1947 bis 1954 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart; ergänzend reiste er zu Studienzwecken nach Paris, um sich intensiv mit dem künstlerischen Verständnis des Raumes zu beschäftigen. Ausgehend von frühen Auseinandersetzungen mit dem Expressionismus und unter dem Einfluss von Constantin Brâncuși und Henry Moore entwickelte er eine eigenständige Formensprache, die er 1964 mit der Werkgruppe der „Farbwege" auf der documenta in Kassel erstmals einem breiten Publikum vorstellte. 1978 verlieh ihm das Land Baden-Württemberg den Professorentitel; von 1980 bis 1992 leitete er die Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe.
Fotografie
Rotraud Harling, 1941 in Stuttgart geboren, wo sie lebt und arbeitet.
Harling fotografiert Architektur, Landschaften und Glasmalerei – mit dem Blick für das Besondere. Ihre Arbeiten entstehen klassisch auf Film mit Mittel- und Großformatkameras und zeichnen sich durch präzise Komposition und feines Lichtspiel aus. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre fotografische Auseinandersetzung mit den klassizistischen Bauwerken Giovanni Saluccis in Württemberg, die sie über Jahre hinweg dokumentierte.
1985 begann Rotraud Harling ein Kunststudium an der DIFF Universität Tübingen, 1990 wurde sie in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen.
NIROSTAHL
Erich Hauser wurde 1930 in Rietheim-Weilheim geboren und starb 2004 in Rottweil.
Erich Hausers bevorzugtes Material war Metall, insbesondere Stahl – seine Werke zeichnen sich durch formale Strenge und geometrische Grundformen aus, wobei er seit Beginn der 1960er Jahre industriell vorgefertigte Stahlplatten verwendete und eine makellose Oberflächenverarbeitung zur Perfektion trieb. Er schuf aus komponierten Flächen hohle, von allen Seiten anschaubare, konstruierte Plastiken mit kantigen Graten und Gruben, die zu regelmäßigen Raumkörpern wie Kugeln, Würfeln und Tetraedern werden – gekennzeichnet durch ihr Tendieren nach einem Zerbrechen oder einem waghalsigen Balancieren. Ein wichtiges Motiv seiner Spätwerke ist die Säule, die Hauser seit 1967 aus glatt polierten, gewölbten Metallscheiben in Form längs geteilter Röhren gestaltet – scheinbar als Fragment ihrer selbst.
Hauser absolvierte von 1945 bis 1948 eine Ausbildung als Stahlgraveur, erhielt gleichzeitig im Kloster Beuron Unterricht im Zeichnen und Modellieren und besuchte anschließend Abendkurse an der Freien Kunstschule Stuttgart in der Bildhauerklasse. Ab 1952 war er als freischaffender Bildhauer in Schramberg tätig, wo er mit verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Stein, Beton und Metall experimentierte; seinen Lebensunterhalt bestritt er zunächst mit Mal- und Bildhauerkursen in einer gemeinsam mit dem Kunstmaler Hermann Anselment gegründeten privaten Kunstschule. Der Kunstpreis „Junger Westen" 1963 wirkte wie ein Katalysator für seine Karriere: Es folgten Teilnahmen an der documenta III, 4 und 6 (1964, 1968 und 1977), eine Gastdozentur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie 1969 der Große Preis der Biennale von São Paulo – damals die höchste internationale Auszeichnung, die ein bildender Künstler erreichen konnte.
Tusche auf Papier, geschnitten
Katharina Hinsberg, 1967 in Karlsruhe geboren, lebt und arbeitet in Neuss.
Katharina Hinsberg stellt seit Mitte der 1990er Jahre das Medium der Zeichnung in den Mittelpunkt ihres Schaffens und befragt grundlegend, was Zeichnung sein kann – das Nachdenken über die Linie und ihre Bedeutung ist dabei ein wesentlicher Aspekt.
In ihren minimalistischen Werken erkundet sie die Beziehung von Linie, Fläche und Raum und zeigt, wie aus Reduktion unerwartete Vielschichtigkeit entsteht; mit elementaren Materialien wie Farbstift, Skalpell und Papier entwickelt sie durch wiederholte Bewegungen und gestische Elemente Kompositionen, die überraschende Tiefe und Vielfalt entfalten.
Charakteristisch sind ihre sogenannten „Découpagen", bei denen einzig der Schnitt die Linie aus der Planimetrie holt und dem Raum übereignet: großformatige Rauminstallationen aus fragilen Seidenpapierstreifen verwandeln dabei den gesamten Ausstellungsraum in eine vom Luftzug bewegte, farbige und lichtdurchflutete Raumordnung.
Von 1987 bis 1989 arbeitete Katharian Hinsberg am Theaterhaus Stuttgart, ehe sie 1989 ein Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München begann; von 1990 bis 1993 setzte sie ihr Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden fort und schloss es von 1993 bis 1995 mit einem Studium der Bildhauerei an der École des Beaux-Arts in Bordeaux ab.
Von 2003 bis 2009 hatte sie eine Professur für Zeichnen an der Hochschule für Künste Bremen inne; seit 2011 ist sie Professorin für Konzeptuelle Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken und Initiatorin des Künstlerprogramms „Hombroich: Summer Fellows" auf der Raketenstation Hombroich bei Neuss, wo sie auch lebt und arbeitet.
ÖL AUF HOLZ
Johannes Hüppi wurde 1965 in Baden-Baden geboren und lebt inzwischen auch wieder dort.
Die Kunst von Johannes Hüppi ist geprägt von einem surrealen Naturalismus, der ältere Werke mit Zügen der Neuen Sachlichkeit verbindet und sich ab den 2000er-Jahren zunehmend auf großformatige Ölmalerei konzentriert. Im Mittelpunkt seines Gesamtwerkes steht die universelle, stereotype Frau in wechselnden gesellschaftlichen Rollen, wobei sein Hell-Dunkel-Kontrast an Rembrandt, Velázquez oder Caravaggio erinnert. Ihm geht es um Grundthemen wie Liebe, Leidenschaft und die Sehnsucht geht. Die Figuren seiner Gemälde besitzen eine physisch eindringliche Präsenz, geben jedoch nichts von ihrer Aura preis und wirken seltsam distanziert, so dass Hüppis Bilder zu einer Projektionsfläche der Wünsche der Betrachtenden werden.
Johannes Hüppi studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Fritz Schwegler und Dieter Krieg, bei dem er 1990 Meisterschüler war. Von 2004 bis 2007 war er Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, und seinen künstlerischen Durchbruch erzielte er 1998 mit der Serie der Kuss-Bilder bevor er über Atelieraufenthalte in New York, Miami, Italien, Spanien, Korea und der Schweiz nach Baden-Baden zurückkehrte.
Fotoarbeit
Peter Jacobi, 1935 in Ploiești, Rumänien, geboren, lebt in Wurmberg und Bukarest.
Peter Jacobis Werke sind vielschichtig und medienübergreifend: In Bildhauerei, Textilkunst und Fotografie befasst es sich mit den Themen Identität, Erinnerung und Vergänglichkeit. Sein künstlerisches Konzept bewegt sich zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen dem Narrativen und Dokumentarischen, wobei geometrische, modulare und organische Säulen in Materialien wie Stahl, Beton, Schiefer, Bronze und Eisen einen zentralen Aspekt seiner bildhauerischen Arbeit bilden. Jacobi reflektiert mit künstlerischen Mitteln seine Zeit und deren historische Brüche – von Kindheitserfahrungen im Zweiten Weltkrieg bis in die technologisch avancierte Gegenwart. Sein Gesamtwerk ist von großer Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber und tief verwurzelter Humanität geprägt.
Jacobi studierte von 1955 bis 1961 Bildhauerei an der Kunstakademie in Bukarest, wo er seine spätere Ehefrau Ritzi Jacobi kennenlernte. Mitte der 1960er-Jahre entwickelte er gemeinsam mit ihr eine bahnbrechende Praxis in der Textilkunst, und nach der Emigration nach Deutschland erhielt er 1971 eine Professur an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, die er bis 1998 innehatte. Er ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg.
TON, KAPSELBRAND
Markus Klausmann wurde 1960 in Waldkirch geboren, wo er auch lebt.
Der Keramiker Markus Klausmann schafft Geschirr und Gefäße, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern sich auch im alltäglichen Gebrauch bewähren. Das Besondere seiner Arbeit liegt im Brennen mit Holz und anderen Reduktionsmitteln mittels einer abgeschlossenen Box – dem sogenannten Kapselbrand – bei etwa 1260°C im Gasofen sowie in besonderen Arbeitstechniken durch Drehen und Beschneiden der Oberfläche. Neuere Serien umfassen Trinkschalen, Tassen, Teller und Teekannen in einer orangebraunen bis schneeweißen Farbgebung, dekoriert mit geschlämmter Holzasche und einer Kupferglasur.
Klausmann absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher, begann anschließend eine Ausbildung zum Orgelbauer und arbeitete ab 1979 autodidaktisch mit Keramik, ergänzt durch ein Praktikum bei einem Holzbildhauer 1980. Als freischaffender Keramiker in seinem Heimatort Waldkirch bei Freiburg beschäftigt er sich intensiv mit Dreh- und Schneidetechniken sowie Reduktionsglasuren im Gasofen und seit mehr als 20 Jahren mit dem Kapselbrand.
Er ist Staatspreisträger des Wettbewerbs „Gestaltung Kunst Handwerk 2014" des Landes Baden-Württemberg, wobei er den Preis für seine archaisch und kraftvoll wirkenden Gefäße aus Steinzeug erhielt, die durch ihre besondere Oberflächenqualität überzeugen – das Ergebnis eines Brennprozesses, bei dem der Zufall bewusst gelenkt und ausgenutzt wird.
ACRYL AUF LEINWAND
Dieter Krieg wurde 1937 in Lindau geboren und starb 2005 in Quadrath-Ichendorf bei Köln.
Dieter Krieg schuf großformatige, kraftvolle Bilder, die alltägliche Gegenstände und Motive mit intensiven Farben und starken Kontrasten neu ins Blickfeld rücken. Seine Malerei verbindet gegenständliche Darstellung mit freiem, energischem Pinselstrich und wirkt dadurch unmittelbar und nachdenklich zugleich.
Zusammen mit Horst Antes und Walter Stöhrer gehört Dieter Krieg zu den wichtigen Stimmen der Neuen Figuration: einer Künstlergeneration, die in den 1960er- und 1970er-Jahren die menschliche Figur wieder selbstbewusst ins Bild brachte und damit einen spannenden Gegenpol zur damals dominierenden Abstraktion setzte. Seine Arbeiten zeigen, wie lebendig und aktuell figurative Malerei sein kann – direkt, körperlich und oft überraschend nah an der Wirklichkeit.
Dieter Krieg studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo er früh eine eigenständige künstlerische Handschrift entwickelte. Später lehrte er selbst als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und prägte dort über viele Jahre jüngere Künstlergenerationen.
LAMBDAPRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Krishna Lahoti wurde 1963 in Stuttgart geboren, er lebt in Esslingen.
Krishna Lahoti macht mit seinen vertikalen Panoramafotografien auf ungewohnte Weise Raum erlebbar: Die zweidimensionale Darstellung erschließt sich dem Betrachter in einer erweiterten Dimension. Dabei bricht er mit der klassischen Horizontalen und dreht die 360°-Aufnahmetechnik konsequent in die Vertikale – ein fotografischer Blick, der Gewohntes radikal verfremdet. Neben diesen konzeptionellen Raumarbeiten umfasst sein Werk auch Konzeptkunst- und topologische Fotografie,
Krishna Lahoti wurde 1963 in Stuttgart geboren, absolvierte von 1982 bis 1985 in Berlin eine Ausbildung zum Fotografen und arbeitet seit 1986 als freischaffender Fotograf. Seine Arbeiten befinden sich unter anderem im Besitz der Staatsgalerie Stuttgart.
EITEMPERA AUF BAUMWOLLE
Petra Lemmerz wurde 1957 in Karlsruhe geboren. Sie lebt in Düsseldorf und Italien.
Die Farbflächen in Lemmerz' Arbeiten wirken wie aufgeklebt – dünnschichtig wie fragiles Papier. Sie sind fein austariert in Fläche und Farbgebung und reagieren aufeinander. Ihre Bilder entstehen aus einem quasi alchemistischen Umgang mit Farbe und bedecken große Leinwände mit Farbräumen, die förmlich pulsieren: Petra Lemmerz mischt, schüttet, trägt auf – und das Ergebnis entsteht nicht nach Plan, sondern ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Farbe, Körper und Zufall. So entstehen wechselnde Bildlandschaften aus Farben, Gesten und Strukturen.
Petra Lemmerz studierte zunächst Philosophie, Literaturwissenschaft und Völkerkunde in Tübingen sowie Kunstgeschichte in Karlsruhe, bevor sie von 1983 bis 1988 Kunsterziehung in Kassel und freie Malerei an der Kunstakademie Stuttgart absolvierte. Sie ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und lebt heute in Düsseldorf sowie in der Toskana, wo sie als freie Künstlerin arbeitet.
Bronzereliefplatte
Alfred Lörcher wurde 1875 in Stuttgart geboren und starb dort 1962.
Der Bildhauer und Medailleur ist bekannt für seine markanten Skulpturen und Reliefs.
Nach einer zweijährigen Lehre in der Erzgießerei besuchte Lörcher ab 1894 die Karlsruher Kunstgewerbeschule. 1898 setzte er seine Ausbildung an der Münchener Kunstakademie fort. 1902 kehrte er als freier Bildhauer nach Stuttgart zurück, wo er in erster Linie Aufträge für Grabmäler, Porträts und Medaillen ausführte. Im Ersten Weltkrieg diente Lörcher als freiwilliger Sanitäter und setzte seine Arbeit nach dem Krieg fort.
Ab 1919 war er Professor an der Württembergischen Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart und lehrte später an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo er bis Kriegsende tätig war. 1961 wurde er als Mitglied des Deutschen Künstlerbunds in den Ehrenvorstand aufgenommen.
EICHENHOLZ
Charly W. Loth ist 1954 in Feudingen, Westfalen, geboren und lebt in Freiburg im Breisgau.
CW Loth, der sich selbst gern „Holzschneider“ nennt, entnimmt seinen Skulpturen die Form direkt aus dem Holzblock – Achsen, Drehgelenke und Schiebeelemente bilden dabei die Schnittstellen einer plastischen Dynamik, bei der Herauswachsen, Spreizen und Strecken die formale Komposition bestimmen. Seine Arbeiten erwecken den Eindruck von Bewegung und innerer Spannung – man ist versucht, sie tatsächlich in Gang zu setzen, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Loths Werke sind im öffentlichen Raum ebenso präsent wie in Museen: So befinden sich Großplastiken etwa in Offenburg und auf dem Campus der TU Darmstadt.
CW Loth studierte von 1979 bis 1983 Bildhauerei an der Kunsthochschule Ottersberg und erhielt 1994 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie 1998 den Preis des Kunstwettbewerbs der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er lebt und arbeitet als freischaffender Künstler und Kunstdozent in Freiburg im Breisgau, wo er ein Atelier im Kulturzentrum E-Werk hat.
C-PRINT AUF ALUDIBOND
Kerstin Mayer wurde 1971 in Stuttgart geboren und lebt in Adelberg.
Die Künstlerin arbeitet mit verschiedenen Medien, wie Fotografie, Zeichnung und Video. Der Umgang mit Material, wie Holz, Pappmaché oder Leder ist wichtiger Bestandteil ihrer künstlerischen Herangehensweise, die bewusst angewandte Bereiche mit rein künstlerischen vermischt. Ausschlaggebend für die Wahl eines Materials ist die Haptik. Mayer zeichnet damit persönliche Stimmungsbilder, die sie mit biografischen Noten verknüpft.
Nach einer Schreinerlehre in den Jahren 1992 bis 1995 folgte ein Studium der Freien Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart von 1998 bis 2005 bei den Professoren Werner Pokorny und Micha Ullman. 2003 erhielt sie den Werkstattpreis der Kunststiftung Erich Hauser.
Serigraphie/Aluminium
Georg Karl Pfahler wurde 1926 in Emetzheim bei Weißenburg geboren und starb dort 2002.
Pfahler malte mit leuchtenden Farben und klaren, geometrischen Formen – er gilt als wichtigster deutscher Vertreter der Hard-Edge-Malerei (extrem präzise, scharfe Konturen, „harte Kanten“). Seine Bilder leben von scharf abgegrenzten Farbflächen in kräftigen Tönen wie Rot, Blau oder Orange, die überraschende räumliche Wirkungen erzeugen. Zeit seines Lebens war sein Hauptthema die Farbe als alleiniger Träger der Bildidee, wobei er auslotete, wie Farben miteinander wirken und Raum schaffen.
Pfahler begann 1948 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Bereits nach zwei Jahren wechselte er nach Stuttgart an die dortige Kunstakademie. Seine Lehrer waren u.a. Willi Baumeister und Manfred Henninger. Später prägten ihn die Künstler Karl Otto Götz, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Cy Twombly und die Bildhauer Marino Marini und Alberto Giacometti.
1956 gründete Pfahler mit Friedrich Sieber, Günther C. Kirchberger und Attila Birò die Gruppe 11.
C-PRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Platino ist 1948 als Georg Röger in Öhringen geboren. Er lebt in Stuttgart.
Mit seinen Farbinterventionen bewegt sich Platino seit 1979 zwischen Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Happening und thematisiert die Wirkung von Farbe und Material auf die Form des architektonischen Raumes.
Platino verwandelt Räume durch Farbe – er bemalt Wände, Böden und Decken so, dass gewohnte Raumgefühle sich auflösen und man die Umgebung plötzlich ganz anders wahrnimmt. Was er dabei in seinen Ateliers und Ausstellungsräumen schafft, hält er fotografisch fest: großformatige Aufnahmen, die hinter Acrylglas montiert sind und durch ihre spiegelnde Oberfläche auch den Betrachter selbst ins Bild holen.
Er studierte von 1967 bis 1969 Philosophie an der Universität Tübingen und anschließend bis 1976 Malerei und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Schönen Künste Stuttgart. 2017 wurde er mit dem Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet – für ein Werk, das die Möglichkeiten von Malerei, Fotografie und Rauminstallation seit den 1970er Jahren konsequent neu verortet.
HOLZ, SCHWARZ GEBRANNT
Werner Pokorny wurde 1949 in Mosbach bei Heilbronn geboren, er lebte in Ettlingen bei Karlsruhe und starb im Jahr 2022.
Im Mittelpunkt von Pokornys Schaffen standen archaische Grundformen – Haus, Schale, Vase, Gefäß –, die er aus Holz, Stahl oder Bronze fertigte und dabei auf das Wesentliche reduzierte. Aushöhlungen, Durchbrechungen sowie das Zusammenspiel von Innen und Außen, von Gegenständlichkeit und Abstraktion kennzeichnen sein gesamtes Werk. Kantige, präzise Formen vermitteln dabei eine intensive Spannung zwischen Komplexität und Einfachheit und entfalten eine zeichenhafte Wirkung auf der Basis archaischer Grundformen.
Werner Pokorny studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und ergänzte sein Studium durch Kunstgeschichte an der Universität Karlsruhe. 1998 wurde er auf eine Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen; 2013 erhielt er den Hans-Thoma-Preis, den Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg. Er war viele Jahre Vorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Gemälde
Hans-Peter Reuter wurde 1942 in Schwenningen am Neckar geboren und starb 2024 in Lauf an der Pegnitz.
Reuter malte seit den 1970er Jahren blaue Kachelräume – leere, perspektivisch täuschend echt wirkende Schwimmbäder, Gänge und Wände. Die ultramarinblauen Fliesen erzeugen durch feine Lichtabstufungen eine verblüffende räumliche Tiefe, die zwischen Realität und Illusion schwankt.
Er studierte von 1963 bis 1969 an den Akademien in Karlsruhe und München u.a. bei Franz Nagel, Emil Schumacher und Klaus Lankheit. 1973 verbrachte er einen Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz, gefolgt von einem Arbeitsstipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. und der Cité Internationale des Arts in Paris (1976–77), sowie einem Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom (1980).
Hans-Peter Reuter war von 1980 bis 1982 Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes und von 1985 bis 2007 Professor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.
C-PRINT
Peter Riedlinger wurde 1966 in Löffingen geboren und lebt in Berlin.
Peter Riedlinger arbeitet als Fotokünstler und bewegt sich dabei an der Schnittstelle von Dokumentation und konzeptueller Bildsprache. Seine Werkserien widmen sich politisch aufgeladenen Räumen und gesellschaftlichen Spannungsfeldern – von Jerusalem über Syrien bis zur texanischen Stadt Palestine– und befragen dabei Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Fremdheit. Er nähert sich seinen Themen beobachtend und unvoreingenommen – das Ergebnis sind vielschichtige Bildwelten, die verschiedene Wirklichkeiten und Perspektiven in sich vereinen.
Riedlinger studierte Fotografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich sowie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und schloss 1998 mit dem Diplom ab. Seither wurde er mit zahlreichen Stipendien und Projektstipendien ausgezeichnet, u. a. des Landes Baden-Württemberg, der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI und der Staatsgalerie Stuttgart, die sein Werk in ihre Sammlung aufgenommen hat.
Eisen
Reinhard Scherer, 1948 in Wangen im Allgäu geboren, lebt und arbeitet in Alfdorf-Pfahlbronn.
Reinhard Scherer versteht Bildhauerei als Schöpfung eines lebendigen Raumes. Für ihn gleicht metallplastisches Gestalten der Erschaffung eines „Ortes“, dem er im Werkprozess einen Körper und eine unverwechselbare Gestalt verleiht. Er arbeitet mit massivem Eisen und Stahl, mit dicken Platten und Vierkantstäben, und spielt dabei souverän mit Schwere und Leichtigkeit. In seinen Arbeiten für den öffentlichen Raum setzt er sich stets mit den räumlichen und sozialen Strukturen des jeweiligen Standorts auseinander – mit Blickachsen, Bewegungslinien und den Kräften und Energien, die einen Ort prägen.
Scherer studierte von 1973 bis 1977 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Hoflehner und erhielt 1980 ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Seit 1976 realisiert er standortbezogene Großskulpturen und Platzgestaltungen im In- und Ausland; seine Werke befinden sich u. a. in der Staatsgalerie Stuttgart und in der Sammlung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg.
C-PRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Richard Schindler ist 1949 in Offenburg geboren und lebt in Freiburg im Breisgau.
Richard Schindlers Werk umfasst Fotografien, Installationen, Aktionen und Performances und bewegt sich damit bewusst jenseits klassischer Gattungsgrenzen. Kunst versteht er als Haltung, die Gespräch und vertiefte Auseinandersetzung mit menschlichen Lebenspraktiken erfordert – etwa wenn er Besucherinnen und Besucher einlädt, Dinge von ihm verpacken zu lassen, und den Ausstellungsraum so in einen Ort des Austauschs und der Schenkung verwandelt. Daneben entwickelte er das „Visual Profiling“, ein qualitatives Analyseverfahren für visuelle Artefakte, das künstlerische und wissenschaftliche Methoden miteinander verbindet.
Schindler studierte in Freiburg und Oslo und war u. a. Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg sowie Lehrbeauftragter an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Im Jahr 2010 gründete er gemeinsam mit der Bildhauerin Rita Deschler die Freie Landesakademie Kunst in Freiburg; seine Werke sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich und Japan zu sehen.
Bleistiftbohrung in Papier
Martin Bruno Schmid, 1970 geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart und Bonn.
Schmid arbeitet mit radikalen Eingriffen: Er bohrt, sägt und schleift – Material wird entfernt, nie hinzugefügt. Seine minimalistischen Arbeiten reichen von filigranen Bohrzeichnungen aus abertausenden Bleistiftlöchern in Papier bis zu spektakulären Eingriffen in Gebäude, etwa wenn er tragende Betonstützen in Universitäten mittig aufsägt. Mit seinen Eingriffen lotet er die Grenzen des Tragbaren aus und stellt Gewissheiten auf die Probe.
Schmid studierte von 1995 bis 2001 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter 2001 ein Auslandsstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg nach Reykjavik, 2003 das Tokyo Preliminary Residency Programme des Tokyo Wondersite sowie ein Atelierstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (2003–2006).
Seit 2012 ist er Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und seit 2021 in der Kunstkommission Baden-Württemberg aktiv.
ÖL AUF LEINWAND
1932 in Goch am Niederrhein geboren, starb Rudolf Schoofs 2009 in Stuttgart.
Rudolf Schoofs zählt zu den namhaften deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Seine frühen Arbeiten sind geprägt von spontanen, ausdrucksstarken Gesten – typisch für die abstrakte Malerei jener Jahre, Daras entwickelte er nach und nach eine ganz eigene künstlerische Formensprache entwickelte. In seinen Gemälden verarbeitet er landschaftliche und architektonische Eindrücke, ohne den Gegenstand selbst, vielmehr seine persönliche Empfindung zu thematisieren – und zeigt sich dabei, besonders in der Zeichnung, als unablässiger Sucher nach dem Menschenbild. In großangelegten Kompositionen verbindet Schoofs gestische Wucht mit hoher Sensibilität für Farbe und Materialität, sodass organisch-atmende Bilder mit ausgeprägter sinnlicher Anmutung entstehen.
Schoofs studierte von 1952 bis 1954 bei dem früheren Bauhaus-Meister Georg Muche in Krefeld, dessen Assistent er anschließend wurde, und lehrte später an den Werkkunstschulen Kassel und Wuppertal. 1976 wurde er an die Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen; sein Werk war 1977 auf der documenta in Kassel und 1981 auf der Biennale in São Paulo vertreten und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen.
DISPERSIONSFARBE AUF LEINWAND, 5-TEILIG
Fritz Schwegler wurde 1935 in Breech bei Göppingen geboren und starb im Jahr 2014.
Der Künstler war Maler, Zeichner, Bildhauer, Schriftsteller und Musiker. Nach einer Ausbildung zum Schreiner bereiste Schwegler von 1954 bis 1958 als Wandergeselle Europa, Kleinasien und Afrika. Danach studierte er ab 1961 Bildhauerei in Stuttgart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und von 1963 bis 1964 an der City and Guilds Art School in London. Seit 1962 war er freischaffender Bildhauer. Studien- und Arbeitsaufenthalte führten ihn nach Paris, Rom, Kairo, New York und Tokio. 1972 war er Teilnehmer an der documenta 5. Ab 1973 war er Lehrbeauftragter und anschließend bis 2001 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Schüler dieser Zeit waren u. a. Alice Creischer, Thomas Demand, Katharina Fritsch, Martin Honert und Thomas Huber.
Metall
Ursula Stock, 1937 in Stuttgart geboren, lebt in Güglingen.
Ursula Stock brachte ihre Kunst im Stadtraum ein, nicht nur als Malerin, auch als Bildhauerin. Im Laufe ihres Schaffens verband sie Malerei und Text, in ihren Arbeiten geht es oft um menschliche Körper, Nähe und Verletzlichkeit.
Ursula Stock ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg. Sie und ihr verstorbener Mann Heinz Rall vermachten ihr Wohn- und Atelierhaus der Kunststiftung Baden-Württemberg zur Förderung von Kunstschaffenden.
Nach den Studienabschlüssen in Geistes- und Sozialwissenschaften an den Universitäten München (1957–1960) und Hamburg (1960–1961) begann Stock ein dreijähriges Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg unter Klaus Bendixen, Hans Thiemann und Eduardo Paolozzi. In den frühen 1960er Jahren hielt Ursula Stock sich in Ägypten (1960), der Türkei (1962) und in Mexiko (1963–1964) auf. 1977 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Architekten Heinz Rall, der als Stadtplaner maßgeblich an der Sanierung der Güglinger Altstadt beteiligt war.
KERAMIK, RELIEFIERT
Elisa Stützle-Siegsmund wurde 1962 in Bad Saulgau geboren.
Elisa Stützle-Siegsmund baut ihre keramischen Körper ohne die Hilfe der Drehscheibe; über einem schmalen Fuß lässt sie die Gefäßgestalt weit ausladen, sodass das voluminöse Gefäß als kraftvolle Standfigur im Raum erscheint. Die Gefäße wirken dabei nicht komplett symmetrisch, suchen sich jedoch bei der Entstehung selbst ihr Gleichgewicht – kraftvoll und anmutig zugleich, mit matten, rauen und bemalten Oberflächen, auf denen Reliefspuren, Absätze und Bänder sowie die bewussten Spuren des Herstellungsprozesses sichtbar bleiben. Die „Große Kugelform orange" – mit rund 35 cm Höhe und 50 cm Durchmesser – verkörpert diesen Ansatz unmittelbar: Ein kühn geformter Hohlkörper, der sich nach unten verjüngt und dem Gefäß eine im Raum schwebende Wirkung verleiht, während mehrere Brände mit verschiedenen Farbschichten eine außergewöhnliche Tiefenwirkung erzeugen.
Nach einem Ingenieurstudium an der Hochschule für Technik Stuttgart nahm Stützle-Siegsmund ab 1991 ein zweijähriges Keramikstudium in den Glen-Echo-Pottery-Studios in Washington auf, gründete 1994 ein eigenes Atelier in Heidelberg und lebt seit 2008 in Müllheim. Sie gewann 2018 Mit einer aufgerauten, blau schimmernden Rundform den Staatspreis Gestaltung Kunst Handwerk Baden-Württemberg.
STAHL & WOLLE, GETUFTET
Susanna Taras wurde 1954 in Botenheim geboren und lebt in Stuttgart.
Susanna Taras beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit floraler Ornamentik, pflanzlicher Formensprache und der Wirkung von Materialien. Sie entlehnt florale Motive der Pflanzenwelt, überträgt sie aber überlebensgroß in leuchtenden, fast grellen Farben in ein neues Umfeld, sodass die Natur zugleich verfremdet und idealisiert wird. Ihr bekanntestes Werkzeug ist die Werkgruppe „Wallflowers", die sie selbst als „Malerei mit Wolle" bezeichnet: Statt Pinsel und Farbpalette verwendet sie speziell eingefärbte Wollfäden, die sie in einer Art des Teppichknüpfens in die Leinwand einarbeitet – das Ergebnis sind großformatige textile Blumenreliefs, die Elemente der Malerei, Bildhauerei und Textilkunst verbinden. Daneben entstehen Wand- und Bodenobjekte, in denen sie Ornamente aus verschiedenen Kulturkreisen – von altmexikanischen Gewandstoffen bis zu orientalischen und mittelalterlich-europäischen Mustern – aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang löst und ihnen als autonome Formen ein eigenständiges Dasein gibt.
Susanna Taras studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie Kunstgeschichte in München, Tübingen und Stuttgart und erhielt Stipendien der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie der Cité Internationale des Arts in Paris. Für ihr Werk wurde sie u. a. mit dem Staatspreis des Landes Baden-Württemberg und dem Albert-Haueisen-Kunstpreis ausgezeichnet; ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter die Staatsgalerie Stuttgart und der Kunstbesitz von Daimler Chrysler.
Schurwolle, Effektgarne, Schlingen- und Veloursware, handgearbeitet
nach dem Kröner-Handstick-Verfahren
Leo Wollner, 1920 in Wien geboren und dort 1995 gestorben.
Leo Wollner arbeitete als Textildesigner sowohl im künstlerisch-freien Bereich als auch in der Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern – dabei entwickelte er u. a. eine neue Drucktechnik, die großrapportige Drucke ermöglichte.
Das Textildesign verstand er als integralen Teil der Gegenwartskunst, in engem Dialog mit Architektur, Raumgestaltung und Industriedesign; die abstrakte Kunst und das Informel der Nachkriegszeit sah er als entscheidende Impulsgeber für eine zeitgemäße Formensprache im Textil. Aus der Tradition der Wiener Werkstätte schöpfend, in der die Trennung zwischen bildender und angewandter Kunst bereits überwunden war, entwickelten Leo gemeinsam mit seiner Frau Gretl Wollner einen Stil, der handwerkliche Präzision mit einem hochentwickelten ästhetischen Verständnis verband.
Wollner studierte an der Akademie für angewandte Kunst Wien bei Eduard Josef Wimmer-Wisgrill und arbeitete bereits während seines Studiums unter Josef Hoffmann im Künstlerwerkstättenverein Wien; 1957 wurde er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen, wo er die Leitung der Textilabteilung übernahm. Im Jahr 1959 erhielt er den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst in der Kategorie Angewandte Kunst.
Bronze
Vor der Bibliothek der Landesvertretung wurde am Vortag des 65. Geburtstags des Südweststaats eine Portrait-Tafel aus Bronze zum Gedenken an den von den Nationalsozialisten ermordeten ehemaligen Staatspräsidenten von Württemberg Eugen Bolz angebracht.
Die 60 mal 39 Zentimeter große Bronzetafel wurde im September 1955 von der Vertretung des Landes beim Bund – damals noch in Bonn – bei der Württembergischen Metallwarenfabrik (gegründet 1853) erworben.
Der 1881 in Rottenburg am Neckar geborene Eugen Bolz war für seine republikanisch-rechtsstaatliche Gesinnung bekannt. Bolz stimmte am 23. März 1933 im Reichstag trotz Gewissenskonflikts dem Fraktionszwang folgend dem Ermächtigungsgesetz zu. Trotzdem sahen ihn die Nationalsozialisten als Gegner.
Am 19. Juni 1933 wurde er in „Schutzhaft“ genommen und mehrere Wochen im Gefängnis Festung Hohenasperg interniert. Eugen Bolz, der als ein früher Befürworter des Zusammenschlusses von Württemberg und Baden galt, kam in Verbindung zum Widerstandskreis um den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler. Bolz war in einer Regierung nach Hitler als Reichskultusminister vorgesehen. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Eugen Bolz am 12. August 1944 verhaftet und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee wegen seiner Beteiligung am Widerstand gegen den Nationalsozialismus ermordet.
Das Gedenken an Eugen Bolz und die Bewahrung der von ihm gelebten Werte sind bis heute aktuell.
CALCIUMSULFAT-LACKDISPERSION AUF METALL, LEUCHTPIGMENT
Peter Zizka lebt in Frankfurt am Main, wo er 1961 geboren ist.
Peter Zizka beschäftigt sich mit der Bedeutung von Gestaltung und Typographie im Rahmen einer Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Dabei geht es stets um eine kritisch selbstbestimmte Involvierung der Betrachtenden. Seine bekannteste Arbeit ist die Bodeninstallation „Das Virtuelle Minenfeld", die u. a. in der Kunsthalle Rotterdam und in der Main Gallery der Vereinten Nationen in New York gezeigt wurde. Daneben realisierte er die Demilitarisierungsaktion „Symbiosis", bei der 1,5 Tonnen Waffen aus dem Hutu-Tutsi-Konflikt in Burundi unter UN-Aufsicht demilitarisiert und nach Deutschland transportiert wurden – ein Projekt, das gesellschaftliche Relevanz mit ästhetischer Transformation verbindet und unter anderem im ZKM Karlsruhe und im Auswärtigen Amt in Berlin zu sehen war.
Zizka studierte Grafik, Design und Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung Offenbach sowie an der Städelschule Frankfurt u. a. bei Bruce McLean; Mitte der 1980er Jahre gründete er gemeinsam mit Olaf Rahlwes die Konzeptkunstgruppe Memory, die an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design arbeitete. 2011 erhielt er das Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo; er ist außerdem als freier Kurator für das Museum Angewandte Kunst Frankfurt tätig.
