ÖL AUF LEINWAND
Max Ackermann wurde 1887 in Berlin geboren und starb 1975 in Bad-Liebenzell-Unterlengenhardt
Max Ackermann gilt als bedeutender Wegbereiter der abstrakten Malerei. Seine Werke zeichnen sich durch leuchtende Farben, rhythmische Kompositionen und eine musikalische Qualität aus, wobei er organische Formen mit geometrischen Elementen verband. Ackermann entwickelte einen eigenständigen Stil zwischen konstruktivistischer Strenge und expressiver Farbigkeit, der von seiner Überzeugung geprägt war, dass Malerei wie Musik ohne gegenständliche Bezüge wirken könne.
Ackermann studierte 1906 an der Kunstschule Weimar bei Henry van de Velde, 1908 in Dresden in der Zeichenklasse von Richard Müller und anschließend ab 1909 in München bei Franz von Stuck. 1912 ging er nach Stuttgart an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste, wo er Schüler von Adolf Hölzel wurde. Nach dem Studium wurde Ackermann zum Militärdienst eingezogen und im Ersten Weltkrieg verwundet. Als untauglich entlassen, arbeitete er als Maler in Stuttgart.
Zunächst war Ackermanns Werk kommunistisch geprägt. Eine Studienreise nach Paris 1926 und Begegnungen mit Adolf Loos, Wassily Kandinsky und George Grosz führten ihn zur Abstraktion. 1936 erhielten die Nationalsozialisten ihm Lehr- und Ausstellungsverbot; 1943 zerstörte ein Bombenangriff fast alle seine Arbeiten. Er zog an den Bodensee, kehrte später nach Stuttgart zurück und leitete ab 1957 als Ehrenprofessor das "Seminar für Absolute Malerei".
Acryl auf Leinwand
Holger Bär wurde 1962 in Wuppertal geboren, wo er lebt und arbeitet.
Bärs künstlerische Praxis setzt auf den Einsatz von Robotik, um den Entstehungsprozess von Malerei zu automatisieren. Für seine Technik des digitalen Malens („digital painting“) verwendete er zunächst selbst programmierte Malmaschinen, später entwickelte er autonome Kleinroboter. Bärs Werke, meist Ölgemälde auf Leinwand, behalten auch im Zusammenspiel mit Hightech malerisch-expressive Elemente bei. Seine Arbeiten thematisieren Fragen nach der Wahrheit von Informationen und die Interpretation von Wirklichkeit.
Bär studierte von 1986 bis 1989 an der Universität Wuppertal Malerei bei Michael Badura. Während seiner Studienzeit begann er, sich mit digitalen Kunsttechniken auseinanderzusetzen.
PAPPELHOLZ, COLORIERT
Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar bei Kassel geboren. Er lebt und arbeitet in Meisenthal (Lothringen), Karlsruhe und Berlin.
Der Bildhauer Stephan Balkenhol fertigt grob gehauene und farbig bemalte Holzskulpturen, die etwa Menschen, Tiere und Architekturen darstellen. Sein bevorzugtes Material ist leicht zu bearbeitendes Pappel- oder Zedernholz, das er sowohl bei freistehenden Plastiken als auch bei Reliefs einsetzt.
Balkenhol studierte an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem. Seit 1992 ist er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Balkenhol ist mit zahlreichen Skulpturen im öffentlichen Raum in Europa und in Deutschland vertreten.
KERAMIK, ENGOBENGLASUR
Ute Kathrin Beck wurde 1967 in Stuttgart geboren.
Ute Kathrin Beck gestaltet keramische Gefäße und Skulpturen, die Form, Ornament und Bildsprache vereinen. Die Keramikmeisterin hat für die Landesvertretung Skulpturen geschaffen, deren Silhouetten im Spiel konkav und konvex gestalteter Strukturen den Dialog mit dem Raum suchen. Charakteristisch sind klare Grundformen, einfache Engobenglasuren und der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, matter und glatter Oberfläche. Die symmetrischen Amphoren werden durch asymmetrische Verformungen, tiefschwarze Löcher und Ausstülpungen bewusst gebrochen.
Ute Kathrin Beck war 2012 baden-württembergische Staatspreisträgerin des Wettbewerbs „Gestaltung Kunst Handwerk”.
UHR, BUCH, VIDEOBAND
Ulrich Bernhardt wurde 1942 in Tübingen geboren und lebt in Stuttgart.
Der Stuttgarter Künstler Ulrich Bernhardt zählt zu den Pionieren der Medienkunst in Baden-Württemberg und arbeitet seit den 1970er-Jahren mit Video, Installation, Fotografie und Film. Seine Arbeiten reflektieren technologische Entwicklungen und deren Einfluss auf das Bewusstsein des Menschen, oft in Verbindung mit der griechischen Mythologie, wobei Fragen von Zeit, Vergänglichkeit und Dauer im Zentrum stehen. Bernhardt begreift Kunst als offenen Prozess und greift wiederholt auf bereits Geschaffenes zurück, um es in neue Kontexte zu übertragen.
Bernhardt studierte an der Stuttgarter Kunstakademie. Ab 1971 arbeitete er als freier Fernsehjournalist beim Süddeutschen Rundfunk. 1973 begann er seine ersten eigenen Videoarbeiten als freischaffender Künstler. Zwei Jahre später erhielt er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Von 1978 bis 1986 war Ulrich Bernhardt Geschäftsführer des Künstlerhauses in Stuttgart. Zusätzlich lehrte er von 1983 bis 1988 an der dortigen Merz-Akademie in den Bereichen Dramaturgie und Videokunst. 1987 bekam er ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.
ACRYL AUF VORSATZPAPIER, 6-TEILIG
Rolf Bier wurde 1960 in Würzburg geboren, er lebt in Hannover und Berlin.
Der Künstler Rolf Bier arbeitet mit verschiedenen Techniken: von Malerei über Skulptur bis zu Fotografie und Künstlerbüchern. Er kombiniert oft alltägliche Materialien mit klassischen künstlerischen Mitteln und schafft daraus vielschichtige Arbeiten. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Serie "Portraits of Unseen People" (2004-2012), in der er mehr als 300 imaginäre Porträts von Menschen malte, denen er flüchtig begegnet war.
Bier studierte von 1980 bis 1987 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und an der Chelsea School of Art in London. Außerdem absolvierte er ein Studium der Linguistik und Literaturwissenschaft an der TU Braunschweig. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem 1994 das Stipendium der Cité des Arts in Paris und 1995 eines der Villa Massimo in Rom. Seit 2005 ist Bier nach Lehraufträgen und Gastprofessuren an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, den Fachhochschulen Hannover und Niederrhein/Krefeld sowie der Hochschule der Künste in Bremen als Professor für Allgemeine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart tätig.
ACRYL UND ÖL AUF LEINWAND
Volker Blumkowski wurde 1956 in Salzgitter geboren, er lebt in Paris und Stuttgart.
Volker Blumkowski malt Bilder, die eine täuschend realistische Oberfläche mit surrealen und rätselhaften Elementen verbinden. Seine Werke zeigen scheinbar banale Alltagsszenen, die er durch absurde Details und subtilen Humor verfremdet – wie Akteure auf einer Bühne, deren Tätigkeiten nur vorgetäuscht erscheinen. Seine Kunst bewegt sich zwischen detaillierter Malerei und ironischen Geschichten, die auf kulturelle Zusammenhänge anspielen und dabei bewusst mehrdeutig bleiben.
Von 1977 bis 1984 studierte der Künstler an der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart bei den Professoren Moritz Baumgartl und K. R. H. Sonderborg. Er erhielt zahlreiche Stipendien, wie u.a. 1991 von der Kunststiftung Baden-Württemberg und 1997 von der Cité Internationale des Arts, Paris. Verschiedene Lehraufträge an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, an der Filmakademie Ludwigsburg und eine Vertretungsprofessur an der Kunstakademie Stuttgart folgten.
Mobile
Christoph Böllinger wurde 1939 in Kiel geboren und starb 2016 in Hamburg.
Seine kinetische Plastiken leben von der Bewegung: Teile schwingen, kreisen, vibrieren. Dabei kombinierte er Bronze mit Holz, Eisen mit Werkzeugfedern oder Gold – eine materielle Vielfalt, die seine abstrakten Formen zusätzlich auflädt. Böllingers erste Kunstobjekte entstanden 1965/66 während eines Aufenthaltes in New York. Nach Abschluss seines Jurastudiums arbeitete er ab 1970 als freier Künstler. 1971 zeigte er seine erste Einzelausstellung in Stuttgart. In den 1970er und 1980er Jahren stellte er weiter aus, darunter in Paris und New York. 1992 schuf er eine bewegliche Großplastik für das Airport Center Hamburg. 1993 und 1994 lehrte er im Rahmen des Kunstsommers an der Universität Augsburg.
Bronze
Hermann Brachert wurde 1891 in Stuttgart geboren und starb 1972 in Schlaitdorf.
Bracherts Werke umfassen monumentale Skulpturen wie die Verfassungssäule und das Relief „Der Schwur“ am Oberlandesgericht Stuttgart sowie kleinere Werke, oft aus Bernstein, darunter die Skulptur Wasserträgerin, die als Original im Brachert-Museum in Georgenswalde (Russland) zu sehen ist.
Nach einer vierjährigen Lehrzeit als Stahlstempelschneider besuchte Brachert von 1913 bis 1916 die Kunstgewerbeschule Stuttgart, er war dort Schüler von Robert Knorr. In den Jahren 1917 und 1918 arbeitete er als freischaffender Künstler und studierte Architektur bei Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1919 wurde er Lehrer an der Provinzial-Kunst- und Gewerkschule Königsberg, wo er bis 1926 die Abteilung für Stein- und Holzplastik leitete und zwanzig große Architekturplastiken, sowie Medaillen aus Bronze und Kupferstiche anfertigte.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden einige seiner öffentlich ausgestellten Skulpturen als „entartet“ eingestuft und zerstört. Er konnte bis 1944 dennoch als freier Künstler weiterarbeiten und nahm 1933/1934 an der Weltausstellung in Chicago teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Stuttgart zurück. Von 1947 bis 1955 war er Rektor der Stuttgarter Kunstakademie. 1961 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Untersberger Marmor
Hermann Brachert wurde 1891 in Stuttgart geboren und starb 1972 in Schlaitdorf.
Bracherts Werke umfassen monumentale Skulpturen wie die Verfassungssäule und das Relief „Der Schwur“ am Oberlandesgericht Stuttgart sowie kleinere Werke, oft aus Bernstein, darunter die Skulptur Wasserträgerin, die als Original im Brachert-Museum in Georgenswalde (Russland) zu sehen ist.
Nach einer vierjährigen Lehrzeit als Stahlstempelschneider besuchte Brachert von 1913 bis 1916 die Kunstgewerbeschule Stuttgart, er war dort Schüler von Robert Knorr. In den Jahren 1917 und 1918 arbeitete er als freischaffender Künstler und studierte Architektur bei Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1919 wurde er Lehrer an der Provinzial-Kunst- und Gewerkschule Königsberg, wo er bis 1926 die Abteilung für Stein- und Holzplastik leitete und zwanzig große Architekturplastiken, sowie Medaillen aus Bronze und Kupferstiche anfertigte.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden einige seiner öffentlich ausgestellten Skulpturen als „entartet“ eingestuft und zerstört. Er konnte bis 1944 dennoch als freier Künstler weiterarbeiten und nahm 1933/1934 an der Weltausstellung in Chicago teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Stuttgart zurück. Von 1947 bis 1955 war er Rektor der Stuttgarter Kunstakademie. 1961 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
ACRYL AUF BÜTTEN, 11-TEILIG
Erdmut Bramke wurde 1940 in Kiel geboren und starb 2002 in Stuttgart.
Erdmut Bramke ist für ihre farbenfrohen und expressiven Gemälde bekannt, die oft Landschaften, Städte und Alltagsmomente darstellen. Ihre Werke zeichnen sich durch eine Mischung aus Abstraktion und Figurativität aus, wobei sie die Grenzen zwischen Realität und Fantasie oft verschwimmen lässt. Ihre Arbeiten laden dazu ein, eigene Wahrnehmung und Perspektive auf die Welt zu reflektieren und zu erweitern. Ihre Bilder wirken meditativ und fließend, der Blick verliert sich in ihrer Tiefe.
Sie studierte in Stuttgart, Berlin und Paris und erhielt 1979 das Villa Massimo Stipendium. 1995 war sie für eine Gastprofessur an der Kunstakademie in Stuttgart. Erdmut Bramkes Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter in der Staatsgalerie und im Kunstmuseum Stuttgart, in der Sammlung des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart, im Ulmer Museum, im Kunstmuseum Bonn, dort auch in der Bundeskunsthalle sowie in der Kunsthalle Kiel.
BRONZEGUSS
Emil Cimiotti wurde 1927 in Göttingen geboren und starb 2019 in Wolfenbüttel.
Emil Cimiotti war ein bedeutender deutscher Bildhauer, der vor allem für seine abstrakten Bronzeskulpturen bekannt ist. Seine Werke zeichnen sich durch eine organisch-gestische Formensprache aus, die an gewachsene Naturstrukturen wie Wurzeln, Geäst oder geologische Formationen erinnert. Oberflächen und Strukturen entstanden oft durch den Einsatz von Gips und Sand als Negativformen, was seinen Bronzen eine charakteristisch raue, lebendige Textur verlieh.
Cimiotti gehörte zur Gruppe der deutschen Informel-Künstler der Nachkriegszeit und bewegte sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Zufall, zwischen Material und künstlerischer Geste. Seine Skulpturen wirken trotz ihrer Schwere und Massivität oft leicht und dynamisch, als seien sie mitten in einem Wachstums- oder Bewegungsprozess eingefroren.
Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft absolvierte Cimiotti eine Steinmetzlehre und studierte anschließend an der Kunstakademie Stuttgart bei Otto Baum sowie in Berlin und Paris, wo er Kontakt zu Künstlern wie Brancusi, Le Corbusier und Fernand Léger hatte. Seine internationale Karriere begann 1958 mit der Biennale in Venedig, es folgten die documenta II, III und IV, ein Stipendium der Villa Massimo sowie Ausstellungen in Paris und den USA. Von 1963 bis 1989 lehrte er als Professor an der Kunsthochschule Braunschweig und war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
Edelstahl, patiniert, satiniert
René Dantes, 1962 in Pforzheim geboren, wo er seit 2002 lebt und arbeitet.
Die Skulpturen von René Dantes wechseln zwischen erkennbaren und abstrakten Formen. Seine Arbeiten erinnern an organische, pflanzliche Gebilde. Er arbeitet hauptsächlich mit Stahl und Edelstahl, lässt deren glänzende Oberflächen das Licht einfangen. Er realisiert neben großen Skulpturen im öffentlichen Raum auch kleinere Arbeiten, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Seine künstlerische Ausbildung begann von 1982 bis 1987 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er u.a. von den Professoren Rudolf Hausner und Arik Brauer unterrichtet wurde. Ab 1987 setzte er seine Studien an der École des Beaux-Arts in Paris fort, dort studierte er Bildhauerei unter Toni Grand sowie Claude Viseux.
SIEBDRUCK AUF HOLZ, 5-TEILIG
Christiane Dellbrügge wurde 1961 in Moline, Illinois, geboren. Ralf de Moll kam 1961 in Saarlouis zur Welt. Das Paar lebt seit 1989 in Berlin.
Das Künstlerpaar Christiane Dellbrügge und Ralf de Moll bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlicher Wirklichkeit. Wie in der Wissenschaft, stellen sie Thesen auf und suchen Belege, forschen in Archiven und zitieren Quellen – bewegen sich dabei aber im Freiraum der Kunst, können vereinfachen, zuspitzen und Fehlstellen akzeptieren. Ein wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis von Kunst und Macht sowie die Geschichte städtischer Räume. Ein durchgehendes Motiv in ihrem Werk ist die Arbeit mit Schrift.
Christiane Dellbrügge studierte zunächst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Bildende Kunst und danach an der Albrecht Ludwigs Universität Freiburg und der Universität Karlsruhe Literaturwissenschaft. Ralf de Moll studierte ebenfalls Bildende Kunst an der Akademie in Karlsruhe.
Zu ihren jüngsten architekturbezogenen Arbeiten zählen „DIE ARCHITEKTEN“ im Humboldt Forum Berlin und der geplante „KANZLERBUNGALOW“ für den Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts in Berlin, der 2028 realisiert wird. Diese Projekte verdeutlichen ihr Anliegen, die Wechselwirkungen zwischen Architektur, Gesellschaft und urbaner Identität zu erforschen und kritisch zu reflektieren.
Lack auf Leinwand, 2-teilig
Ulrich Erben, 1940 in Düsseldorf geboren. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf, Goch und im italienischen Bagnoregio.
Erben malt mit Farbe und Licht. Seine großflächigen, oft monochromen Bilder wirken auf den ersten Blick einfach, überraschen aber beim längeren Betrachten durch feinste Farbabstufungen und subtile Übergänge. Erben ordnet alles der Farbe unter – Form, Linie und Raum entstehen allein durch ihre Wirkung.
Ulrich Erben studierte von 1958 bis 1965 an Kunstakademien in Hamburg, Urbino, Venedig, München und Berlin. Seit 1992 ist er Mitglied der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste in Berlin, gilt als wichtigster deutscher Vertreter der Farbfeldmalerei.
Waldreben
Angela M. Flaig, 1948 in Schramberg geboren, lebt und arbeitet in Rottweil-Hausen.
Angela M. Flaig arbeitet mit dem Leichtesten, was die Natur zu bieten hat: Flugsamen von Löwenzahn, Disteln und Weidenröschen. Daraus formt sie zarte, geometrisch klare Objekte – fragil und doch überraschend beständig. Lebensspuren sind das zentrale Thema ihrer Kunst: Sie macht das Flüchtige dauerhaft und verleiht dem Vergänglichen eine Form. Sie hat sich mit ihren filigranen Samenskulpturen eine einzigartige Position in der Kunstszene geschaffen.
Zunächst war sie nach ihrem pädagogischen Studium in Rottweil bis 2011 Lehrerin an Grund- und Hauptschulen tätig. Ihre künstlerische Entwicklung fand durch verschiedene Aufenthalte statt, etwa 2011 im Werkhof des Alten Schlachthofs in Sigmaringen und 2013 in der Casa Zia Lina auf der Insel Elba. Seit 1977 beteiligt sich Angela M. Flaig an Ausstellungen. 2013 erhielt sie den Publikumspreis der Donaueschinger Regionale und 2018 den Anerkennungspreis der Kulturstiftung Rottweil. Sie ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg.
LAMBDAPRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Ulrike Flaig wurde 1962 in Esslingen geboren und lebt in Berlin.
Ulrike Flaigs Kunst kreist um grundlegende Koordinaten menschlicher Existenz wie Zeit, Raum, Bewegung und Identität, die sich der direkten Darstellung entziehen und dennoch in ihren Werken sichtbar gemacht werden. Dabei nutzt sie Materialien wie Glas, transparente Folien, Licht und neue Medien, die sich ihrer Substanz nach der Immaterialität annähern. Ihre Objekte, Zeichnungen, Installationen und Videos funktionieren wie eine Assoziationsmaschinerie, die feste Hierarchien und Eindeutigkeiten bewusst auflöst.
Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Regensburg und Paris studierte Flaig an der Kunstakademie Stuttgart bei Jürgen Brodwolf und verbrachte längere Arbeitsaufenthalte in New York, China und Hamburg. Sie erhielt Stipendien u. a. der Cité Internationale des Arts Paris und der Kunststiftung Baden-Württemberg und lehrte in den 1990er Jahren an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim sowie an der Universität Stuttgart.
COLLAGEN AUF PAPIER, 9-TEILIG
Sara Focke Levin wurde 1963 in Marburg a. d. Lahn geboren und lebt in Ludwigsburg und Berlin.
Levin widmet sich in ihren Werken der Alltagsästhetik der 1960er und 70er Jahre, indem sie antiquierte Haushaltsgegenstände und heute kaum noch verwendete Materialien wie Schrankpapier oder selbstklebende d-c-Fix-Folien künstlerisch verarbeitet. Die charakteristischen Karomuster und Holzimitate dieser Materialien kombiniert sie etwa mit Monotypien, deren serielle Struktur an Betonfassaden von Wohnblocks erinnert. So macht sie den Zeitgeschmack einer vergangenen Epoche zum ästhetischen und kulturellen Gegenstand ihrer Kunst.
Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Stuttgart sowie einer Station an der Freien Kunstschule Stuttgart schloss Levin ihr Studium der freien Grafik bei Rudolf Schoofs an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ab. Ihre Werke waren in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter die Gruppenausstellung „Home Stories" in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, der Stadtgalerie Kiel und der Städtischen Galerie Wolfsburg.
Serigrafien/Karton
Rupprecht Geiger wurde 1908 in München geboren und starb dort 2009 dort.
Kennzeichen der Werke Geigers sind geometrische Formen, wie Rechteck, Kreis und Oval in fluoreszierenden Farben.
Er studierte zunächst Architektur an der Kunstgewerbeschule München und schloss eine Maurerlehre an. Anfangs arbeitete er in Münchner Architekturbüros. Während des Zweiten Weltkriegs diente er an der Ostfront und reiste als Kriegsmaler durch Polen, Russland, Ukraine und Griechenland.
Ab 1949 war Geiger Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und Mitbegründer der Künstlergruppe ZEN 49 in München. Er lehrte von 1965 bis 1976 als Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1988) und dem Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1993).
C-PRINTS AUF DIBOND, 3-TEILIG
Oliver Godow wurde 1968 in Lübeck geboren und lebt in Berlin, Stuttgart und London.
Oliver Godows Fotografien richten den Fokus auf das, was dem flüchtigen, oberflächlichen Blick verborgen bleibt. Das eröffnet die Chance, Gesehenes neu zu bewerten. Er verzichtet auf das Spektakuläre und nimmt stattdessen Fragmente und Details städtischer Räume in den Blick – Alltägliches in extremer Nahsicht, so dass das Gezeigte die Vertrautheit verliert. Godows Aufnahmen vereinen kühle Minimalität mit einer stillen Poesie, die ganz digitale Nachbearbeitung auskommt und die Dinge für sich sprechen lässt.
Oliver Godow studierte Fotografie am Bournemouth College of Art & Design und schloss an der Glasgow School of Art mit dem Master in Fine Arts ab. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem vom Institut für Auslandsbeziehungen IFA Stuttgart, der Stadt München mit dem Villa Waldberta Stipendium sowie den Deutsche Börse Frankfurt Residency Award am Frankfurter Kunstverein.
ROBINIE, GESCHWÄRZT
Armin Göhringer wurde 1954 in Nordrach geboren. Er lebt in Zell a. H. im Schwarzwald.
Armin Göhringers abstrakte Holzskulpturen entpuppen sich bei genauer Betrachtung als ein ausgeklügeltes Konstrukt aus Lasten und Tragen, Stehen und Fallen – ein genau bemessenes Gleichgewicht der Massen, das die Schwerkraft außer Kraft zu setzen scheint. Er schneidet mit der Kettensäge aus Stämmen von Platanen, Pappeln und heimischen Harthölzern Kuben, Blöcke, Gitter und netzartige Strukturen heraus. Die Aushöhlung des Holzes lässt dann die Leerräume als gestalterisches Element in den Vordergrund treten. Die meisten Skulpturen sind schwarz gefasst, mit schwarzem Pigment und Leinöl, das bildet einen spannungsvollen Gegensatz zwischen den körperhaften Oberflächen und den leeren, hellen Lichträumen im Inneren.
Göhringer erlernte zunächst den Beruf des Tiefdruckretuscheurs, bevor er die Begabtenprüfung bestand und dank BAföG von 1976 bis 1982 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main Bildhauerei, Malerei und Grafik studieren konnte. Bereits kurz nach Studienabschluss feierte er erste Markterfolge mit Bildern zwischen Figur und Abstraktion, ehe das Holz zur bestimmenden Grundlage seines Schaffens wurde. Er ist Mitglied im Künstlerbund-Baden-Württemberg.
BRONZE
Otto Herbert Hajek wurde 1927 im ehemaligen böhmischen Kaltenbach geboren und starb 2005 in Stuttgart.
Hajeks Schaffen umfasst Einzelplastiken, die seinen Weg von der Figuration in die Abstraktion nachzeichnen, sowie großformatige Stadtraumgestaltungen, die er als „Stadtikonographien" oder „Kunst als Bau" bezeichnete. Mithilfe von Farbstreifen, die über die (oft in Beton ausgeführten) Kunstwerke gingen, verband er diese optisch miteinander und spannte einen künstlerisch motivierten Raum auf, der der Kommunikation der Vorbeikommenden dienen sollte. Sein Anliegen war es, den öffentlichen Raum erfahr- und erlebbar zu machen. Für ihn war Kunst ein weltumspannender, gemeinschaftsstiftender Vorgang, der dem Gedanken von Verständigung und Versöhnung verpflichtet war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte Hajek mit den sudetendeutschen Vertriebenen nach Westdeutschland und studierte von 1947 bis 1954 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart; ergänzend reiste er zu Studienzwecken nach Paris, um sich intensiv mit dem künstlerischen Verständnis des Raumes zu beschäftigen. Ausgehend von frühen Auseinandersetzungen mit dem Expressionismus und unter dem Einfluss von Constantin Brâncuși und Henry Moore entwickelte er eine eigenständige Formensprache, die er 1964 mit der Werkgruppe der „Farbwege" auf der documenta in Kassel erstmals einem breiten Publikum vorstellte. 1978 verlieh ihm das Land Baden-Württemberg den Professorentitel; von 1980 bis 1992 leitete er die Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe.
Fotografie
Rotraud Harling, 1941 in Stuttgart geboren, wo sie lebt und arbeitet.
Harling fotografiert Architektur, Landschaften und Glasmalerei – mit dem Blick für das Besondere. Ihre Arbeiten entstehen klassisch auf Film mit Mittel- und Großformatkameras und zeichnen sich durch präzise Komposition und feines Lichtspiel aus. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre fotografische Auseinandersetzung mit den klassizistischen Bauwerken Giovanni Saluccis in Württemberg, die sie über Jahre hinweg dokumentierte.
1985 begann Rotraud Harling ein Kunststudium an der DIFF Universität Tübingen, 1990 wurde sie in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen.
NIROSTAHL
Erich Hauser wurde 1930 in Rietheim-Weilheim geboren und starb 2004 in Rottweil.
Erich Hausers bevorzugtes Material war Metall, insbesondere Stahl – seine Werke zeichnen sich durch formale Strenge und geometrische Grundformen aus, wobei er seit Beginn der 1960er Jahre industriell vorgefertigte Stahlplatten verwendete und eine makellose Oberflächenverarbeitung zur Perfektion trieb. Er schuf aus komponierten Flächen hohle, von allen Seiten anschaubare, konstruierte Plastiken mit kantigen Graten und Gruben, die zu regelmäßigen Raumkörpern wie Kugeln, Würfeln und Tetraedern werden – gekennzeichnet durch ihr Tendieren nach einem Zerbrechen oder einem waghalsigen Balancieren. Ein wichtiges Motiv seiner Spätwerke ist die Säule, die Hauser seit 1967 aus glatt polierten, gewölbten Metallscheiben in Form längs geteilter Röhren gestaltet – scheinbar als Fragment ihrer selbst.
Hauser absolvierte von 1945 bis 1948 eine Ausbildung als Stahlgraveur, erhielt gleichzeitig im Kloster Beuron Unterricht im Zeichnen und Modellieren und besuchte anschließend Abendkurse an der Freien Kunstschule Stuttgart in der Bildhauerklasse. Ab 1952 war er als freischaffender Bildhauer in Schramberg tätig, wo er mit verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Stein, Beton und Metall experimentierte; seinen Lebensunterhalt bestritt er zunächst mit Mal- und Bildhauerkursen in einer gemeinsam mit dem Kunstmaler Hermann Anselment gegründeten privaten Kunstschule. Der Kunstpreis „Junger Westen" 1963 wirkte wie ein Katalysator für seine Karriere: Es folgten Teilnahmen an der documenta III, 4 und 6 (1964, 1968 und 1977), eine Gastdozentur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie 1969 der Große Preis der Biennale von São Paulo – damals die höchste internationale Auszeichnung, die ein bildender Künstler erreichen konnte.
Tusche auf Papier, geschnitten
Katharina Hinsberg, 1967 in Karlsruhe geboren, lebt und arbeitet in Neuss.
Katharina Hinsberg stellt seit Mitte der 1990er Jahre das Medium der Zeichnung in den Mittelpunkt ihres Schaffens und befragt grundlegend, was Zeichnung sein kann – das Nachdenken über die Linie und ihre Bedeutung ist dabei ein wesentlicher Aspekt.
In ihren minimalistischen Werken erkundet sie die Beziehung von Linie, Fläche und Raum und zeigt, wie aus Reduktion unerwartete Vielschichtigkeit entsteht; mit elementaren Materialien wie Farbstift, Skalpell und Papier entwickelt sie durch wiederholte Bewegungen und gestische Elemente Kompositionen, die überraschende Tiefe und Vielfalt entfalten.
Charakteristisch sind ihre sogenannten „Découpagen", bei denen einzig der Schnitt die Linie aus der Planimetrie holt und dem Raum übereignet: großformatige Rauminstallationen aus fragilen Seidenpapierstreifen verwandeln dabei den gesamten Ausstellungsraum in eine vom Luftzug bewegte, farbige und lichtdurchflutete Raumordnung.
Von 1987 bis 1989 arbeitete Katharian Hinsberg am Theaterhaus Stuttgart, ehe sie 1989 ein Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München begann; von 1990 bis 1993 setzte sie ihr Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden fort und schloss es von 1993 bis 1995 mit einem Studium der Bildhauerei an der École des Beaux-Arts in Bordeaux ab.
Von 2003 bis 2009 hatte sie eine Professur für Zeichnen an der Hochschule für Künste Bremen inne; seit 2011 ist sie Professorin für Konzeptuelle Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken und Initiatorin des Künstlerprogramms „Hombroich: Summer Fellows" auf der Raketenstation Hombroich bei Neuss, wo sie auch lebt und arbeitet.
ÖL AUF HOLZ
Johannes Hüppi wurde 1965 in Baden-Baden geboren und lebt inzwischen auch wieder dort.
Die Kunst von Johannes Hüppi ist geprägt von einem surrealen Naturalismus, der ältere Werke mit Zügen der Neuen Sachlichkeit verbindet und sich ab den 2000er-Jahren zunehmend auf großformatige Ölmalerei konzentriert. Im Mittelpunkt seines Gesamtwerkes steht die universelle, stereotype Frau in wechselnden gesellschaftlichen Rollen, wobei sein Hell-Dunkel-Kontrast an Rembrandt, Velázquez oder Caravaggio erinnert. Ihm geht es um Grundthemen wie Liebe, Leidenschaft und die Sehnsucht geht. Die Figuren seiner Gemälde besitzen eine physisch eindringliche Präsenz, geben jedoch nichts von ihrer Aura preis und wirken seltsam distanziert, so dass Hüppis Bilder zu einer Projektionsfläche der Wünsche der Betrachtenden werden.
Johannes Hüppi studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Fritz Schwegler und Dieter Krieg, bei dem er 1990 Meisterschüler war. Von 2004 bis 2007 war er Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, und seinen künstlerischen Durchbruch erzielte er 1998 mit der Serie der Kuss-Bilder bevor er über Atelieraufenthalte in New York, Miami, Italien, Spanien, Korea und der Schweiz nach Baden-Baden zurückkehrte.
Fotoarbeit
Peter Jacobi, 1935 in Ploiești, Rumänien, geboren, lebt in Wurmberg und Bukarest.
Peter Jacobis Werke sind vielschichtig und medienübergreifend: In Bildhauerei, Textilkunst und Fotografie befasst es sich mit den Themen Identität, Erinnerung und Vergänglichkeit. Sein künstlerisches Konzept bewegt sich zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen dem Narrativen und Dokumentarischen, wobei geometrische, modulare und organische Säulen in Materialien wie Stahl, Beton, Schiefer, Bronze und Eisen einen zentralen Aspekt seiner bildhauerischen Arbeit bilden. Jacobi reflektiert mit künstlerischen Mitteln seine Zeit und deren historische Brüche – von Kindheitserfahrungen im Zweiten Weltkrieg bis in die technologisch avancierte Gegenwart. Sein Gesamtwerk ist von großer Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber und tief verwurzelter Humanität geprägt.
Jacobi studierte von 1955 bis 1961 Bildhauerei an der Kunstakademie in Bukarest, wo er seine spätere Ehefrau Ritzi Jacobi kennenlernte. Mitte der 1960er-Jahre entwickelte er gemeinsam mit ihr eine bahnbrechende Praxis in der Textilkunst, und nach der Emigration nach Deutschland erhielt er 1971 eine Professur an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, die er bis 1998 innehatte. Er ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg.
TON, KAPSELBRAND
Markus Klausmann wurde 1960 in Waldkirch geboren, wo er auch lebt.
Der Keramiker Markus Klausmann schafft Geschirr und Gefäße, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern sich auch im alltäglichen Gebrauch bewähren. Das Besondere seiner Arbeit liegt im Brennen mit Holz und anderen Reduktionsmitteln mittels einer abgeschlossenen Box – dem sogenannten Kapselbrand – bei etwa 1260°C im Gasofen sowie in besonderen Arbeitstechniken durch Drehen und Beschneiden der Oberfläche. Neuere Serien umfassen Trinkschalen, Tassen, Teller und Teekannen in einer orangebraunen bis schneeweißen Farbgebung, dekoriert mit geschlämmter Holzasche und einer Kupferglasur.
Klausmann absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher, begann anschließend eine Ausbildung zum Orgelbauer und arbeitete ab 1979 autodidaktisch mit Keramik, ergänzt durch ein Praktikum bei einem Holzbildhauer 1980. Als freischaffender Keramiker in seinem Heimatort Waldkirch bei Freiburg beschäftigt er sich intensiv mit Dreh- und Schneidetechniken sowie Reduktionsglasuren im Gasofen und seit mehr als 20 Jahren mit dem Kapselbrand.
Er ist Staatspreisträger des Wettbewerbs „Gestaltung Kunst Handwerk 2014" des Landes Baden-Württemberg, wobei er den Preis für seine archaisch und kraftvoll wirkenden Gefäße aus Steinzeug erhielt, die durch ihre besondere Oberflächenqualität überzeugen – das Ergebnis eines Brennprozesses, bei dem der Zufall bewusst gelenkt und ausgenutzt wird.
ACRYL AUF LEINWAND
Dieter Krieg wurde 1937 in Lindau geboren und starb 2005 in Quadrath-Ichendorf bei Köln.
Dieter Krieg schuf großformatige, kraftvolle Bilder, die alltägliche Gegenstände und Motive mit intensiven Farben und starken Kontrasten neu ins Blickfeld rücken. Seine Malerei verbindet gegenständliche Darstellung mit freiem, energischem Pinselstrich und wirkt dadurch unmittelbar und nachdenklich zugleich.
Zusammen mit Horst Antes und Walter Stöhrer gehört Dieter Krieg zu den wichtigen Stimmen der Neuen Figuration: einer Künstlergeneration, die in den 1960er- und 1970er-Jahren die menschliche Figur wieder selbstbewusst ins Bild brachte und damit einen spannenden Gegenpol zur damals dominierenden Abstraktion setzte. Seine Arbeiten zeigen, wie lebendig und aktuell figurative Malerei sein kann – direkt, körperlich und oft überraschend nah an der Wirklichkeit.
Dieter Krieg studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo er früh eine eigenständige künstlerische Handschrift entwickelte. Später lehrte er selbst als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und prägte dort über viele Jahre jüngere Künstlergenerationen.
LAMBDAPRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Krishna Lahoti wurde 1963 in Stuttgart geboren, er lebt in Esslingen.
„Im künstlerischen Bereich realisierte er konzeptionelle Arbeiten und präsentierte sich in Ausstellungen, unter anderem mit dem Thema Konzeptkunstfotografie (und) Topologische Fotografie. Mit seinen Panoramafotografien macht Krishna Lahoti auf ungewohnte Weise Raum erlebbar. Dem Betrachter erschließt sich die zweidimensionale Darstellung in einer erweiterten Dimension. Dabei zeigt Lahoti nicht nur gewohnte Ringsumblicke, sondern greift in seinen aktuellen Projekten die traditionelle horizontale Panoramafotografie auf und verändert sie radikal: Er setzt die spezielle 360°-Aufnahmetechnik in die Vertikale um, fotografiert aus spezifisch gewählten Blickwinkeln und konfrontiert den Betrachter hierdurch mit einer ungewohnten Sehweise. (www.lahoti.de)
Seine fotografische Ausbildung erhielt Lahoti in Berlin, seit 1986 arbeitet er als freier Fotograf. 1989 und 1990 stellte er unter dem Titel „Topologische Fotografie“ im Kunstverein Ellwangen, im Graphik-Kabinett Rieber, Blaubeuren und im Bahnwärterhaus Esslingen aus. Er nahm auch mit Panoramen an Ausstellungen in der Architekturgalerie am Weissenhof (2004) und im Haus der Architekten (2005) in Stuttgart teil.
EITEMPERA AUF BAUMWOLLE
Petra Lemmerz wurde 1957 in Karlsruhe geboren. Sie lebt in Düsseldorf und Italien.
Die Farben bleiben auf einer Ebene. Gleichwertig schwingen sie vor und zurück. Fein austariert in Flächengröße und Farbgebung, reagieren sie aufeinander. Die Farbflächen wirken wie aufgeklebt, sie sind dünnschichtig wie fragiles Papier. Die Frage nach der Wirkung von “Farbmassen“ im Raum interessierte sie, als dieses Bild entstand. In einem großen Gegensatz zu dieser künstlerischen Herangehensweise folgte den Abstraktionen der 90er Jahre impulsive, gestische Malerei. Es entstehen in dicken Farbschichten aufgebaute Raumtiefen, die sich an Naturphänomenen orientieren. Man sieht auf ihren Bildern „Farbnebel, Farbexplosionen, Farbkorpuskel und Farbräusche, (…) Erscheinungen, die denen der Natur verblüffend ähnlich sehen.“ (Carl-Friedrich Schröer, in: Petra Lemmerz, Schön – antiklassisch, Düsseldorf 2009, www.petralemmerz.de) Exemplarisch ist an ihren Arbeiten, wie sehr die Frage nach dem „wie“ in der Malerei zum Thema der Kunst werden kann. Lemmerz durchläuft viele verschiedene Stadien des Umgangs der Farbe und der Technik und alle haben nebeneinander gleichrangige Gültigkeit.
Mehrere Jahre hielt sich die Künstlerin in den USA, Kanada, Mexiko und Guatemala, Sri Lanka, Malaysia und Thailand auf, bevor sie von 1980 bis 1981 Philosophie, Literaturwissenschaft und Völkerkunde an der Universität Tübingen und von 1981 bis 1983 Kunstgeschichte, Baugeschichte und Literaturgeschichte an der Universität Karlsruhe studierte. Es folgten ein Studium der Kunsterziehung, Literaturwissenschaft und Religionswissenschaften an der Gesamthochschule Kassel, von 1986 bis 1988 das Studium der Freien Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren K. R. H. Sonderborg und Matthias Mansen und von 2000 bis 2002 ein Lehrauftrag für Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim. Sie erhielt Stipendien der Kunststiftung Baden-Württemberg, der Cité Internationale des Arts, Paris, der Villa Massimo, Rom, und ein Gaststipendium der Villa Romana, Florenz.
Bronzereliefplatte
Alfred Lörcher wurde 1875 in Stuttgart geboren und starb dort 1962.
Der Bildhauer und Medailleur ist bekannt für seine markanten Skulpturen und Reliefs.
Nach einer zweijährigen Lehre in der Erzgießerei besuchte Lörcher ab 1894 die Karlsruher Kunstgewerbeschule. 1898 setzte er seine Ausbildung an der Münchener Kunstakademie fort. 1902 kehrte er als freier Bildhauer nach Stuttgart zurück, wo er in erster Linie Aufträge für Grabmäler, Porträts und Medaillen ausführte. Im Ersten Weltkrieg diente Lörcher als freiwilliger Sanitäter und setzte seine Arbeit nach dem Krieg fort.
1961 wurde er als Mitglied des Deutschen Künstlerbunds in den Ehrenvorstand aufgenommen.
Ab 1919 war er Professor an der Württembergischen Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart und lehrte später an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo er bis Kriegsende tätig war.
EICHENHOLZ
Charly W. Loth ist 1954 in Feudingen, Westfalen, geboren und lebt in Freiburg im Breisgau.
„CW Loth schafft seine Skulpturen aus Zeder, Eiche und Nussbaum. Er schneidet mit der Kettensäge planmäßig in das Holz. Er erschließt sein Werkstück durch Schnitte, die es ihm ermöglichen, einzelne Teile nach außen zu klappen. Die ursprüngliche Form der Balken oder Baumstämme bleibt bis zu einem gewissen Grad erkennbar. Der Bildhauer erweitert sie jedoch raumgreifend durch den Teil des Holzes, der ursprünglich in der äußeren Hülle eingeschlossen war. Der künstlerische Prozess wird bei CW Loth auf diese Weise zur ‚Geburt des Raumes aus dem Holz‘. Denn alle herausgearbeiteten Stücke behalten ihre Verbindung untereinander, sie bleiben Teile eines Ganzen. Präzise plant der Bildhauer seine Werke. Die Idee der Skulptur muss mit den Möglichkeiten des Balkens und der Kettensäge zusammenfinden. Davon zeugen zahllose Skizzen, die der Arbeit am Holz vorausgehen und selbst eine bestechende ästhetische Wirkung entfalten.“ (Klaus P. Andriessen, in: www.cwloth.de)
Der Künstler studierte von 1979 bis 1983 Bildhauerei an der FH Ottersberg, erhielt u. a. ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg und war Preisträger des Kunstwettbewerbs der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
C-PRINT AUF ALUDIBOND
Kerstin Mayer wurde 1971 in Stuttgart geboren und lebt in Adelberg.
Die Künstlerin arbeitet mit verschiedenen Medien, wie Fotografie, Zeichnung und Video. Der Umgang mit Material, wie Holz, Pappmaché oder Leder ist wichtiger Bestandteil ihrer künstlerischen Herangehensweise, die bewusst angewandte Bereiche mit rein künstlerischen vermischt. Ausschlaggebend für die Wahl eines Materials ist die Haptik. Mayer zeichnet damit persönliche Stimmungsbilder, die sie mit biografischen Noten verknüpft.
Nach einer Schreinerlehre in den Jahren 1992 bis 1995 folgte ein Studium der Freien Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart von 1998 bis 2005 bei den Professoren Werner Pokorny und Micha Ullman. 2003 erhielt sie den Werkstattpreis der Kunststiftung Erich Hauser.
Serigraphie/Aluminium
Georg Karl Pfahler wurde 1926 in Emetzheim bei Weißenburg geboren und starb dort 2002.
Pfahler malte mit leuchtenden Farben und klaren, geometrischen Formen – er gilt als wichtigster deutscher Vertreter der Hard-Edge-Malerei (extrem präzise, scharfe Konturen, „harte Kanten“). Seine Bilder leben von scharf abgegrenzten Farbflächen in kräftigen Tönen wie Rot, Blau oder Orange, die überraschende räumliche Wirkungen erzeugen. Zeit seines Lebens war sein Hauptthema die Farbe als alleiniger Träger der Bildidee, wobei er auslotete, wie Farben miteinander wirken und Raum schaffen.
Pfahler begann 1948 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Bereits nach zwei Jahren wechselte er nach Stuttgart an die dortige Kunstakademie. Seine Lehrer waren u.a. Willi Baumeister und Manfred Henninger. Später prägten ihn die Künstler Karl Otto Götz, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Cy Twombly und die Bildhauer Marino Marini und Alberto Giacometti.
1956 gründete Pfahler mit Friedrich Sieber, Günther C. Kirchberger und Attila Birò die Gruppe 11.
C-PRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Platino ist 1948 als Georg Röger in Öhringen geboren. Er lebt in Stuttgart.
In dem Werkzyklus “Red Space”, aus dem die gezeigte Arbeit stammt, verschwimmen Künstler, Atelier und Werk ineinander. Alle Gegenstände sind rot und alles ist von dieser Farbe durchdrungen. Der einzelne Gegenstand wird aus dem Alltag herausgenommen und bekommt einen übergeordneten Zusammenhang, wird zur Malerei, zur Kunst. Der Künstler verfolgt ein Lebenskunstkonzept und er erschließt für sich neue Produktionsräume, indem er seinen intimen Arbeits- und Wohnraum ins Öffentliche überträgt. Es gibt große Interieurbilder, in denen sich der reale Umraum spiegelt und die Architektursituation zum Bestandteil seiner Malerei wird. Es entsteht ein direkter Dialog zwischen der Umgebung und der Spiegelung in der Arbeit. Der Modellcharakter von der hier gezeigten Arbeit “Extern 118” kann sich in der Vorstellung des Betrachters in einem größeren real existierenden Raum aufheben.
“In diesem Laboratorium des Künstlers sind nicht nur die Grenzen der Kunstgattungen Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation und Architektur offen und fließend, sondern auch jene zwischen Kunst und Leben, Werk und Nicht-Werk, Kunst und Nicht-Kunst. Künstlerische Prozesse und alltägliche Lebensvorgänge und -erfordernisse durchdringen und relativieren sich und generieren wechselwirksam SPACE 3. Neben internationalen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen haben seine Interventionen in die Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart (2000), seine jahrelange Arbeit an RED SPACE 1 (begonnen 1979) sowie seine jüngsten Farbinterventionen im Öffentlichen Raum (2009, 2010) regional wie international Anerkennung gefunden.” (Städtische Galerie Ostfildern 2011, in: www.ostfildern.de)
Von 1967 bis 1969 studierte Platino Philosophie in Tübingen, danach Malerei und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
HOLZ, SCHWARZ GEBRANNT
Der 1949 in Mosbach bei Heilbronn geborene Werner Pokorny lebte in Ettlingen bei Karlsruhe und starb 2022.
Haus, Schale, Vase, Gefäße – das sind die einfachen Grundformen, die Pokorny für seine Arbeiten verwendete: In nahen Abwandlungen, aber unterschiedlichen Gruppierungen und fast ausschließlich in Stahl und Holz. Für Pokorny zählte in seiner Kunst die Reduktion auf das Wesentliche. Deshalb wurden die Holzoberflächen gebrannt, um ihnen eine starke archaische Ausstrahlung zu geben. Der Künstler ging davon aus, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen Mustern folgt, die alles erkennen und benennen will. Für den Menschen bleibt, nach Pokorny, das Wesentliche immer unverändert, wie auch die Liebe und der Tod. Das Leben besteht für ihn darin, diese beiden Pole wahrzunehmen. Seine Farbgebung für die Skulpturen konzentrierte er deshalb auch fast ausschließlich auf Schwarz in allen seinen Nuancen: „Seine Inhaltlichkeit bedeutet Freude, Stolz, Auszeichnung ebenso wie Angst, Trauer und Tod.“ (Werner Pokorny)
Pokorny studierte in den 70er Jahren an der Kunstakademie Karlsruhe bei Hans Baschang, Günter Neusel und Horst Egon Kalinowski. Dem Bildhauerstudium schloss er die Fächer Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft an. Seit Ende der 90er Jahre war er Professor für das Grundstudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Er war viele Jahre Vorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg.
Gemälde
Hans-Peter Reuter wurde 1942 in Schwenningen am Neckar geboren und starb 2024 in Lauf an der Pegnitz.
Reuter malte seit den 1970er Jahren blaue Kachelräume – leere, perspektivisch täuschend echt wirkende Schwimmbäder, Gänge und Wände. Die ultramarinblauen Fliesen erzeugen durch feine Lichtabstufungen eine verblüffende räumliche Tiefe, die zwischen Realität und Illusion schwankt.
Er studierte von 1963 bis 1969 an den Akademien in Karlsruhe und München u.a. bei Franz Nagel, Emil Schumacher und Klaus Lankheit. 1973 verbrachte er einen Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz, gefolgt von einem Arbeitsstipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. und der Cité Internationale des Arts in Paris (1976–77), sowie einem Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom (1980).
Hans-Peter Reuter war von 1980 bis 1982 Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes und von 1985 bis 2007 Professor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. (http://www.hans-peter-reuter.org/html/start.ht)
C-PRINT
Peter Riedlinger wurde 1966 in Löffingen geboren und lebt in Berlin.
In seinen Fotografien hält Riedlinger Beobachtungen fest, die er in Serien zu Geschichten verdichtet. Auf seinen ausgedehnten Reisen entstehen Zustandsbeschreibungen von Orten, die er durch die Menschen, denen er in ihren Tätigkeiten folgt, erklärt. Fotoabfolgen funktionieren wie einzelne Filmstills und werden in einer Entwicklung zu Videofilmen ausgedehnt. Die Bilder sind komponiert, obwohl die Sujets wie Zufallsfunde wirken. Riedlinger stellt – als eigene Werke – seine Fotografien auch in Büchern zusammen.
Riedlinger hat von 1993–98 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und parallel 1997 auch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotografie studiert. Von 2000 bis 2001 war er Lehrer an der Al-Ma‘mal Foundation for Contemporary Art in Jerusalem. Seit 1994 erhielt er folgende Auszeichnungen und Stipendien: Markelstiftung Stuttgart, Prix Michel Jordi de Photographie Geneva (CH), Stipendium des Künstlerhauses in Worpswede, The Jerusalem Center for the Visual Arts (Artist-in-Residence), Jerusalem Foundation, Al-Ma‘mal Foundation for Contemporary Art Jerusalem (Artistin-Residence), das Stipendium der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung München, Ateliers d‘Artistes de la Ville de Marseille (Artist-in-Residence), das Cité Internationale des Arts Paris Stipendium vom Land Baden-Württemberg, den Lukas Award des Künstlerhauses in Kaliningrad, das Stipendium der Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten in Berlin und 2010 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.
Der Künstler ist in vielen Sammlungen vertreten und seine Arbeiten werden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert u. a. durch das Goethe Institut in Damaskus (2010), Beirut (2009) und Ramallah (2008).
Eisen
Reinhard Scherer, 1948 in Wangen im Allgäu geboren, lebt und arbeitet in Alfdorf-Pfahlbronn.
Scherer, Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg, baut mit Stahl Skulpturen, die zwischen Schwere und Leichtigkeit, zwischen geschlossener Form und offenem Raum balancieren. Seine Arbeiten spielen mit Statik und Dynamik.
Von 1972 bis 1973 studierte Scherer an der Freien Kunstschule Stuttgart und setzte sein Studium der Bildhauerei von 1973 bis 1977 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart fort. Seit 1976 arbeitet er als freier Bildhauer und hat sich auf die Realisierung von standortbezogenen Großskulpturen und Platzgestaltungen spezialisiert.
Er beteiligte sich an internationalen Projekten, darunter der Internationale Stahlbildhauer-Workshop in Berlin (1992, Philip Morris Kunstförderung), das Bildhauersymposium Metzingen (1996) und das „II Simposio Internacional de Escultura Ciudad Empresarial 2000“ in Santiago de Chile. (https://www.reinhardscherer.de/index.html)
C-PRINT, DIASEC AUF ALUDIBOND
Richard Schindler ist 1949 in Offenburg geboren und lebt in Freiburg im Breisgau.
Das Werk Schindlers umfasst neben Fotografien auch Installationen, Aktionen, und Performances. 2000 gründete er das Institut für Visual Profiling in Freiburg. 2010 gründete er gemeinsam mit der Bildhauerin Rita Deschler die Freie Landesakademie Kunst gGmbH in Freiburg.
Sein Studium absolvierte Schindler in Freiburg und in Oslo, seit 1979 präsentiert er seine Arbeiten in Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, Frankreich, Japan. Der Künstler erhielt zahlreiche Preise und Stipendien: Auszeichnung beim Bundesjugendfilmwettbewerb 1972, Stipendium der Markelstiftung Stuttgart 1977, Graduiertenförderung der Universität Freiburg 1981, Projektförderung der Kunststiftung Baden-Württemberg 1985, Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 1988, Projektförderungn Siemens Kultur Programm, München 1994, Projektförderung Kunstfond Bonn, 1995, Projektförderung Robert Bosch Stiftung, 2007 (mit Rita Deschler und dem ev. Kindergarten Schallstadt), Projektförderung Andrea von Braun Stiftung, 2007, Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität, 2012. Einen Lehrauftrag an der Hochschule Furtwangen, an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel und eine Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg erhielt er in den Jahren 2007 und 2008.
Bleistiftbohrung in Papier
Martin Bruno Schmid, 1970 geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart und Bonn.
Schmid arbeitet mit radikalen Eingriffen: Er bohrt, sägt und schleift – Material wird entfernt, nie hinzugefügt. Seine minimalistischen Arbeiten reichen von filigranen Bohrzeichnungen aus abertausenden Bleistiftlöchern in Papier bis zu spektakulären Eingriffen in Gebäude, etwa wenn er tragende Betonstützen in Universitäten mittig aufsägt. Mit seinen Eingriffen lotet er die Grenzen des Tragbaren aus und stellt Gewissheiten auf die Probe.
Schmid studierte von 1995 bis 2001 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter 2001 ein Auslandsstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg nach Reykjavik, 2003 das Tokyo Preliminary Residency Programme des Tokyo Wondersite sowie ein Atelierstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (2003–2006).
Seit 2012 ist er Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und seit 2021 in der Kunstkommission Baden-Württemberg aktiv. (http://martinbrunoschmid.de)
ÖL AUF LEINWAND
1932 in Goch am Niederrhein geboren, starb Rudolf Schoofs 2009 in Stuttgart.
Künstlerisch prägend für Schoofs war die Nachkriegszeit mit dem Informel, also der nicht geometrischen Kunst, wie z. B. der eines Emil Schuhmachers. Thematisch befasste sich der Künstler durchgehend mit den Themen Stadtlandschaft, Natur im weitesten Sinne und Figur im Raum. Seinen abstrakten Bildern gab er gegenständliche Titel, die zwar Assoziationen aufkommen lassen, sich aber im Bild nicht präzisieren. Die Farbgebung ist meistens dunkel und in Grautönen, seltener, wie hier, erdig. Seinem Pinselduktus sieht man den Ursprung in der Informellen Kunst an, sie ist gestisch und energiegeladen. Schoofs verstand seine Farbaufträge als Schichten „von innen her“: Diese Seelenlandschaften fungierten als Mittler zwischen ihm, dem Künstler und Produzenten und dem Betrachter. Wobei er sich selbst nicht nur als Sender, sondern gleichzeitig auch als Empfänger dieser Botschaften verstand. Botschaften nicht im Sinne von direkt entzifferbaren Hinweisen oder Informationen, sondern als Wiedergabe von inneren Gestimmtheiten und Zuständen. Die starke Energiedichte seiner Bilder sah er analog zu einem spontanen Denkrhythmus. Der Betrachter kann also durch den Malgestus die Gedankenfolge, die Stimmungslagen und -veränderungen des Künstlers nachempfinden. Die sich daraus ergebende starke Subjektivität ist gewollt.
Schoofs studierte von 1952 bis 1954 bei Georg Muche in Krefeld. Ab 1958 erhielt er einen Lehrauftrag an der staatlichen Werkkunstschule Kassel, ab 1975 unterrichtete er ein Jahr an der Kunstakademie in Karlsruhe, von 1976 bis 1997 dann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
DISPERSIONSFARBE AUF LEINWAND, 5-TEILIG
Fritz Schwegler wurde 1935 in Breech bei Göppingen geboren und starb 2014.
Der Künstler war Maler, Zeichner, Bildhauer, Schriftsteller und Musiker. Nach einer Ausbildung zum Schreiner bereiste Schwegler von 1954 bis 1958 als Wandergeselle Europa, Kleinasien und Afrika. Danach studierte er ab 1961 Bildhauerei in Stuttgart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und von 1963 bis 1964 an der City and Guilds Art School in London. Seit 1962 war er freischaffender Bildhauer. Studien- und Arbeitsaufenthalte führten ihn nach Paris, Rom, Kairo, New York und Tokio. 1972 war er Teilnehmer an der documenta 5. Ab 1973 war er Lehrbeauftragter und anschließend bis 2001 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Schüler dieser Zeit waren u. a. Alice Creischer, Thomas Demand, Katharina Fritsch, Martin Honert und Thomas Huber.
Metall
Ursula Stock, 1937 in Stuttgart geboren, lebt in Güglingen.
Ursula Stock brachte ihre Kunst im Stadtraum ein, nicht nur als Malerin, auch als Bildhauerin. Im Laufe ihres Schaffens verband sie Malerei und Text, in ihren Arbeiten geht es oft um menschliche Körper, Nähe und Verletzlichkeit.
Ursula Stock ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg. Sie und ihr verstorbener Mann Heinz Rall vermachten ihr Wohn- und Atelierhaus der Kunststiftung Baden-Württemberg zur Förderung von Kunstschaffenden.
Nach den Studienabschlüssen in Geistes- und Sozialwissenschaften an den Universitäten München (1957–1960) und Hamburg (1960–1961) begann Stock ein dreijähriges Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg unter Klaus Bendixen, Hans Thiemann und Eduardo Paolozzi. In den frühen 1960er Jahren hielt Ursula Stock sich in Ägypten (1960), der Türkei (1962) und in Mexiko (1963–1964) auf. 1977 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Architekten Heinz Rall, der als Stadtplaner maßgeblich an der Sanierung der Güglinger Altstadt beteiligt war.
(https://www.ursula-stock.de/)
KERAMIK, RELIEFIERT
Elisa Stützle-Siegsmund wurde 1962 in Bad Saulgau geboren.
Von der im südbadischen Müllheim arbeitenden Keramikgestalterin, deren Werke zugleich Gefäß und Skulptur sind, stammt das Objekt “Große Kugelform orange”. Die Vase gehört zu der Serie “Big Bulbs”, schwarze, weiße und orangefarbene Keramikobjekte der Künstlerin, die eine fast geschlossene kugelartige Form auf einem schlanken Fuß haben. Ihre Oberfläche ist reliefiert und rau und bildet so den Charakter des Tons ab. Die in Berlin präsentierte Vase ist nicht glasiert, das Orange stammt von roter Erde aus Frankreich. Ihr Anblick soll einen ursprünglichen und kraftvollen Ausdruck vermitteln, der an Erde und Feuer erinnert. Die Oberfläche lädt dazu ein, sie abtasten, wie eine unbekannte Schrift.
Die Arbeiten der Künstlerin bewegen sich sichtbar im Spannungsfeld der Verbindung der amerikanischen und europäischen Keramik mit der japanischen Töpfertradition, die durch ihren besonderen Bezug zum Material ausgezeichnet ist.
STAHL & WOLLE, GETUFTET
Susanna Taras wurde 1954 in Botenheim geboren und lebt in Stuttgart.
Im Leben und Werk der Stuttgarter Künstlerin lösen sich die Grenzen zwischen Ornament und Kunst, Objekt und Rauminstallation auf. Von 1973 bis 1981 studierte Taras an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ein Studium der Kunstgeschichte an den Universitäten München, Tübingen, Stuttgart schloss sich an. Susanna Taras erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, unter anderem ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg und ein Stipendium der Cité Internationale des Art, Paris.
Die Künstlerin hatte zahlreiche Ausstellungen und Einzelausstellungen (Auswahl): 2011 Museum im Wittelsbacher Schloss “Blumen“, 2010 Galerien für Kunst und Technik Schorndorf „Blütengewächse“, Neues Kloster Bad Schussenried „Strahlkraft“, 2009 Kunstverein Bad Salzdetfurth „Farbrausch“, Galerie Axel Holm, Ulm, 2008 Kulturzentrum Kolvenburg, Billerbeck, 2007 Galerieverein Leonberg „Blütenzart und Eisenhart“, Orangerie im Hofgarten, Kirchberg/Jagst, Galerie CP, Wiesbaden, 2006 Haus am Lützowplatz, Berlin „Jenseits von Gut und Böse“, Museum MARTa, Herford „Artifi cialia“.
Schurwolle, Effektgarne, Schlingen- und Veloursware, handgearbeitet
nach dem Kröner-Handstick-Verfahren
Leo Wollner, 1920 in Wien geboren und dort 1995 gestorben.
Ab 1950 arbeitete Leo Wollner als selbstständiger Textildesigner, gemeinsam mit seiner Ehefrau Gretl. Er übernahm Textilgestaltung für industrielle Anwendungen ebenso wie im künstlerischen Bereich. Das Paar erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter die Silbermedaille auf der IX. Triennale Mailand 1951 und die Goldmedaille auf der X. Triennale 1954. 1957 wurde Wollner an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen.
Wollner absolvierte seine handwerklich-technische Ausbildung von 1939 bis 1942 an der Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie in Wien. Ab 1942 studierte er an der Akademie für angewandte Kunst in Wien bei Eduard Josef Wimmer-Wisgrill. 1949 erhielt er den Preis der Hochschule für angewandte Kunst.
Leo und Gretl Wollner arbeiteten mit renommierten Architekten an der textilen Gestaltung von öffentlichen und privaten Bauten. Besonders bekannt ist ihre Arbeit am Festspielhaus Salzburg 1958, wo sie die gesamte Textilgestaltung, einschließlich Bühnenvorhang und Teppichen übernahmen. (https://www.leoandgretlwollner.com/leoandgretlwollner)
Bronze
Vor der Bibliothek der Landesvertretung wurde am Vortag des 65. Geburtstags des Südweststaats eine Portrait-Tafel aus Bronze zum Gedenken an den von den Nationalsozialisten ermordeten ehemaligen Staatspräsidenten von Württemberg Eugen Bolz angebracht.
Die 60 mal 39 Zentimeter große Bronzetafel wurde im September 1955 von der Vertretung des Landes beim Bund – damals noch in Bonn – bei der Württembergischen Metallwarenfabrik (gegründet 1853) erworben.
Der 1881 in Rottenburg am Neckar geborene Eugen Bolz war für seine republikanisch-rechtsstaatliche Gesinnung bekannt. Bolz stimmte am 23. März 1933 im Reichstag trotz Gewissenskonflikts dem Fraktionszwang folgend dem Ermächtigungsgesetz zu. Trotzdem sahen ihn die Nationalsozialisten als Gegner.
Am 19. Juni 1933 wurde er in „Schutzhaft“ genommen und mehrere Wochen im Gefängnis Festung Hohenasperg interniert. Eugen Bolz, der als ein früher Befürworter des Zusammenschlusses von Württemberg und Baden galt, kam in Verbindung zum Widerstandskreis um den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler. Bolz war in einer Regierung nach Hitler als Reichskultusminister vorgesehen. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Eugen Bolz am 12. August 1944 verhaftet und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee wegen seiner Beteiligung am Widerstand gegen den Nationalsozialismus ermordet.
Das Gedenken an Eugen Bolz und die Bewahrung der von ihm gelebten Werte sind bis heute aktuell.
CALCIUMSULFAT-LACKDISPERSION AUF METALL, LEUCHTPIGMENT
Peter Zizka lebt in Frankfurt am Main, wo er 1961 geboren ist.
Zizka hat sich künstlerisch politischen Konzepten verschrieben, die er als „Design der Gesellschaft“ sieht. Sich selbst versteht er als „Kommunikationsguerilla“, indem er zum Beispiel unter großem persönlichem Einsatz in militärischen Brennpunkten – vor allem in Afrika – durch künstlerische Interventionen den Westen auf die Problematik dortiger Gewalt aufmerksam macht.
Nach einer Ausbildung zum Restaurator studierte Zizka an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, parallel besuchte er die Städelschule in Frankfurt. Mit seinen Arbeiten genießt er eine große Aufmerksamkeit, z. B. als Preisträger des Art Directors Clubs. Zizka konnte 2008 das Erscheinungsbild der Kieler Woche gestalten und bekam 2011 ein Stipendium der Villa Massimo in Rom. Die Arbeit „Symbiosis“ wurde im ZKM Karlsruhe und im Auswärtigen Amt in Berlin gezeigt. Der Künstler arbeitet regelmäßig mit Künstlern aus anderen Disziplinen zusammen.
