Chronologie der Staatsrätinnen und Staatsräte in Baden-Württemberg

Chronologie

Staatsrätinnen und Staatsräte in Baden-Württemberg seit 1952

Das Amt des Staatsrats bzw. der Staatsrätin ist eine baden-württembergische Besonderheit. Grundlage dafür ist Artikel 45 (2) der Verfassung des Landes Baden-Württemberg. Dort heißt es: „Die Regierung besteht aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern. Als weitere Mitglieder der Regierung können Staatssekretäre und ehrenamtliche Staatsräte ernannt werden. ... Staatssekretären und Staatsräten kann durch Beschluss des Landtags Stimmrecht verliehen werden.“ Seit Ende der 80er Jahre wurden den Berufenen meist spezielle Aufgabenbereiche übertragen. Unser Zeitstrahl gibt einen Überblick, wer dieses Amt in Baden-Württemberg bislang ausgeübt hat.

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1952 bis 1956

Gerhart Schlösser

Gerhart Schlösser

April 1952 bis April 1956

Der parteilose Verwaltungsjurist Gerhart Schlösser wurde im Jahr 1952 vom damals vorläufigen Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier (FDP/DVP) als erster Staatsrat im Staatsministerium ins Amt berufen (ohne Kabinettsrang). Zuvor war Schlösser als Ministerialrat im Finanzministerium des Landes Württemberg-Hohenzollern und als Ministerialrat im Staatsministerium des Landes Württemberg-Baden tätig.

1953 bis 1958

Anton Dichtel

Anton Dichtel (Bild: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg)

Anton Dichtel

Oktober 1953 bis Juni 1958

Anton Dichtel war Gründungsmitglied der CDU und wurde nach der Gründung des Landes Baden-Württemberg im Oktober 1953 als ehrenamtlicher Staatsrat mit Stimmrecht in das Kabinett von Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller (CDU) berufen. Im Juni 1958 schied er aus diesem Amt aus, weil er zum Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Südbaden ernannt wurde.

1953 bis 1960

Dr. Friedrich Werber

Dr. Friedrich Werber (Bild: Stadtarchiv Karlsruhe)

Dr. Friedrich Werber

Oktober 1953 bis Juni 1960

Dr. Friedrich Werber wurde am 7. Oktober 1953 als ehrenamtlicher Staatsrat und stimmberechtigtes Mitglied in das Kabinett von Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller (CDU) berufen. Dieses Amt übte Werber auch im zweiten Kabinett Müllers und später unter Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger (CDU) aus. Werber hatte sich seit den 1920er Jahren politisch in der Zentrumspartei engagiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er der CDU bei. 

1958 bis 1960

Dr. Hans Filbinger

Hans Filbinger (Bild: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg)

Dr. Hans Filbinger

Juni 1958 bis Juni 1960

Dr. Hans Filbinger (CDU), späterer Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, wurde im Juni 1958 unter Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller (CDU) zum ehrenamtlichen Staatsrat mit Stimmrecht ernannt. Unter dessen Nachfolger, Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger (CDU), blieb Filbinger für weitere knapp anderthalb Jahre in dieser Funktion. Danach wurde das Amt des Staatsrats oder der Staatsrätin für längere Zeit nicht mehr besetzt.

1988 bis 1991

Prof. Wolfgang Gönnenwein

Wolfgang Gönnenwein (Bild: dpa)

Prof. Wolfgang Gönnenwein

Juni 1988 bis Januar 1991

Der Dirigent und Intendant Wolfgang Gönnenwein (parteilos) wurde im Juni 1988 als stimmberechtigtes Mitglied der Regierung zum ersten ehrenamtlichen Staatsrat für den Bereich Kunst ernannt. Ins Amt geholt hatte ihn der damalige Ministerpräsident Lothar Späth (CDU). Nach dessen Rücktritt im Januar 1991 legte auch Gönnenwein sein Amt als Staatsrat nieder. Gönnenwein war lange Jahre Rektor der Stuttgarter Musikhochschule und Leiter der Ludwigsburger Schlossfestspiele.

1991

Gerhard Goll

Gerhard Goll (Bild: dpa)

Gerhard Goll

Januar 1991 bis Juni 1991

Der Jurist Gerhard Goll (CDU) wurde im Januar 1991 von Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) für fünf Monate als ehrenamtlicher Staatsrat mit Stimmrecht in die Landesregierung geholt. Zuvor war Goll zunächst Richter am Landgericht Stuttgart. 1972 wechselte er in die Landesverwaltung und war im Kultus-, im Finanz- und im Staatsministerium Baden-Württemberg tätig. 1980 wurde Goll Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landtag, 1982 ging er zur Landeskreditbank Baden-Württemberg.

2001 bis 2006

Prof. Dr. Konrad Beyreuther

Konrad Beyreuther (Bild: dpa)

Prof. Dr. Konrad Beyreuther

Februar 2001 bis Juni 2006

Der deutsche Molekularbiologe Prof. Dr. Konrad Beyreuther (parteilos) wurde im Februar 2001 von Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) zum ehrenamtlichen Staatsrat für Lebens- und Gesundheitsschutz mit Stimmrecht in die Landesregierung berufen. Dieser gehörte der Forscher auch im Kabinett unter Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) als Staatsrat für Lebenswissenschaften an. In dieser Funktion beriet Beyreuther das Kabinett aus wissenschaftlicher Sicht. Beyreuther hatte 1988 mit britischen Forschern den BSE-Erreger entdeckt und mit seinen Arbeiten die Grundlagen für die heutige weltweite Alzheimer-Forschung gelegt.

2006 bis 2010

Prof. Dr. Claudia Hübner

Prof. Dr. Claudia Hübner (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Prof. Dr. Claudia Hübner

Juni 2006 bis Februar 2010

Die Juristin Prof. Dr. Claudia Hübner (CDU) war von Juni 2006 bis Februar 2010 unter Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ehrenamtliche Staatsrätin für demografischen Wandel und Senioren. Baden-Württemberg war damit das einzige Bundesland, in dem ein voll stimmberechtigtes Mitglied der Landesregierung ausschließlich für das Thema Demografie verantwortlich zeichnete. Hübner hatte sich seit den 1980er Jahren politisch engagiert. Von 1992 bis 1996 war sie Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg.

2010 bis 2011

Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn

Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn

Februar 2010 bis Mai 2011

Mit Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn wurde im Februar 2010 eine Theologin, Germanistin und Hochschullehrerin zur stimmberechtigten Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung ernannt. Ins Amt geholt hatte sie Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). Zuvor hatte die Mitherausgeberin der internationalen theologischen Zeitschrift Concilium bereits zwei Mal an der Spitze der Berufungslisten für einen theologischen Lehrstuhl gestanden. Außerdem hat Regina Ammicht Quinn am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen mitgewirkt.

seit 2011

Gisela Erler

Gisela Erler (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Gisela Erler

seit Mai 2011

Die Familienforscherin, Unternehmerin und Grünen-Politikerin Gisela Erler wurde im Mai 2011 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zur Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung mit Stimmrecht ernannt. Sie sollte die Verfahren der Bürgerbeteiligung auf Landesebene ausbauen und in das Verwaltungshandeln integrieren. Die gebürtige Biberacherin hat Germanistik und Soziologie studiert. Am 12. Mai 2016 wurde sie in der grün-schwarzen Landesregierung von Winfried Kretschmann erneut zur Staatsrätin berufen. Zu ihren Aufgabenschwerpunkten gehören seither der Ausbau der Bürgerbeteiligung und die Stärkung der Zivilgesellschaft, insbesondere im Bereich der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

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