Forschungsergebnisse für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz schneller in die Anwendung bringen: Das ist das Ziel des neuen Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung, der am 12. Oktober 2026 von Ministerpräsident Cem Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Sicherheitsorganisationen offiziell eröffnet wurde. Rund 300 Expertinnen und Experten von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups, aber auch von Sicherheitsorganen, der Bundeswehr sowie der Rettungskräfte und des Katastrophenschutzes waren aus diesem Anlass an der Universität Stuttgart zusammengekommen.
Deutschland und die Europäische Union müssen auf zunehmende Bedrohungslagen im Inneren und Äußeren reagieren und technologisch souveräner werden. Dafür bündelt Baden-Württemberg seine Stärken in der Sicherheits- und Verteidigungsforschung und führt die relevanten Akteure zusammen.
Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung tragen wir dazu bei, dass Europa bei entscheidenden Sicherheitstechnologien auf eigenen Füßen steht. Dafür bringen wir alle relevanten Akteure auf technologisch höchstem Niveau zusammen.
„Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung tragen wir dazu bei, dass Europa bei entscheidenden Sicherheitstechnologien auf eigenen Füßen steht. Dafür bringen wir alle relevanten Akteure auf technologisch höchstem Niveau zusammen. Damit aus Spitzenforschung Sicherheit wird“, sagt Cem Özdemir bei der Auftaktveranstaltung des neuen Innovationscampus.
„Innovationen in der Sicherheits- und Verteidigungsbranche sind auf sehr schnelle Entwicklungsschritte angewiesen. Zugleich brauchen wir angesichts der geopolitischen Lage auch langfristige Strategien für technologische Souveränität und bestens ausgebildete Nachwuchskräfte. Beides müssen wir als Land in den Blick nehmen. Als zentrale Anlaufstelle für sicherheitsrelevante Forschung soll daher der neue Innovationscampus nicht nur die Aktivitäten unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglichen, stärken und bündeln, sondern auch als Netzwerk zwischen Unternehmen und Universitäten sowie als Anlaufstelle für Bundeswehr und andere Bedarfsträger wie Polizei, Landeskriminalamt, Verfassungsschutz oder der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk dienen. An der Universität Stuttgart wird beispielhaft mit dem neuen Hyperschallkanal eine europaweit einmalige Anlage entstehen, die Testverfahren und Strömungssimulationen für zivile und militärische Anwendungen erlaubt. Einen Schwerpunkt legen wir überdies bewusst auf das Thema Resilienz. Denn in Baden-Württemberg gibt es die große Expertise in der Notfallmedizin und Versorgungsforschung“, sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.
„In der universitären Forschung haben wir langjährige Erfahrung mit Technologien, die sowohl zivile, also auch sicherheitsrelevante Anwendungen ermöglichen. Technisch orientierte Universitäten können deshalb im Zusammenspiel mit Partnern aus unterschiedlichen Bereichen Innovationstreiber für technologische Souveränität sein und so einen wichtigen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten. Mit dem Innovationscampus entsteht ein vernetztes Ökosystem zwischen Grundlagenforschung, außeruniversitärer Forschung, Wirtschaft und Bedarfsträgern, das es uns ermöglicht, noch schneller aus der Forschung in die Anwendung zu kommen“, sagt Professor Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart.
Schneller aus der Forschung in die Anwendung
Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung in der ARENA2036 auf dem Campus der Universität Stuttgart diskutierte im Anschluss an die Eröffnungsrede des Ministerpräsidenten und eine Keynote des Sicherheitspolitikexperten Dr. Christian Mölling eine Expertenrunde um Wissenschaftsministerin Petra Olschowski die Rolle der Wissenschaft in der Zeitenwende. Eingerahmt wurde die Veranstaltung von einem Marktplatz der Kompetenzen mit Informationsständen von Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Zu den Schwerpunkten des Innovationscampus gehören Themen wie Raumfahrt und sichere Weltrauminfrastrukturen, Cyber Security und resiliente Energienetze, Autonome Systeme, Mikroelektronik und Sensorsysteme sowie klinische Notfallversorgung und medizinische Resilienz. Erste Meilensteine sind die Entwicklung eines landesweiten Kompetenzatlas und die Ausschreibung von Innovation Challenges, durch die Forschungsfragen aus der Wirtschaft sowie aus Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gezielt in die Wissenschaft getragen werden.
Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung
Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung Baden-Württemberg entsteht ein Netzwerk, das wissenschaftliche Exzellenz, industrielle Anwendungskompetenz und gesellschaftliche Verantwortung systematisch verbindet. Der Innovationscampus vernetzt Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen ebenso wie Sicherheitsorgane, die Bundeswehr sowie Rettungskräfte und Katastrophenschutz in Baden-Württemberg. Er verfolgt das Ziel, Forschungsergebnisse für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz schneller in die Anwendung zu bringen und die Skalierung neuer Technologien zu beschleunigen.
Der Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung ist der sechste Innovationscampus des Landes Baden-Württemberg und wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) gefördert. Das Vorhaben erhält finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Geschäftsstelle des Innovationscampus ist an der Universität Stuttgart angesiedelt und verantwortet die operative Koordination und Weiterentwicklung des landesweiten Netzwerks in enger Abstimmung mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Weitere Stimmen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden
„In der neuen geopolitischen Realität geht es um nationale Sicherheit und strategische Souveränität. Dazu muss jeder Teil der Gesellschaft beitragen, was er kann. Hochschulen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie liefern Lösungen und Zukunftstechnologien, um die Sicherheit der Zivilgesellschaft zu gewährleisten. Das KIT stellt sich dieser Verantwortung, und wir freuen uns, gemeinsam mit der Universität Stuttgart den Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung zu gestalten.“
„Neue Sicherheit entwickeln: Das ist die Aufgabe, vor der wir stehen, denn die alte Sicherheit lässt sich nicht einfach wiederherstellen. Die Aufgaben der beteiligten Institutionen greifen inzwischen so eng ineinander, dass alle ihre Arbeit verändern müssen, um gemeinsam neue Sicherheit schaffen zu können. Ich freue mich, dass der neue Innovationscampus in Baden-Württemberg einen Ort für diese gemeinsame Arbeit schaffen wird, und wünsche allen Beteiligten dafür Mut, Ausdauer und viel Kraft.“
„Um unsere technologische Souveränität angesichts neuer geopolitischer Herausforderungen zu sichern, müssen wir die Vernetzung der führenden Forschungsstandorte zu einem bundesweiten Netzwerk der Innovationscampusse ausbauen. Baden-Württemberg bietet mit seiner Forschungsstärke die ideale Basis, um neben diesem Campus auch ein Innovationszentrum der Bundeswehr zu etablieren und so den Transfer von Spitzenforschung direkt in die Verteidigungsfähigkeit zu stärken.“
„Die Raumfahrt in Europa ist fest in Forschung und Industrie verankert. Heute ist sie wichtiger denn je, für unsere Sicherheit und für unsere Zukunftsfähigkeit, etwa bei der Entwicklung und Produktion moderner Medikamente, Materialien und Technologien. Junge wie etablierte Unternehmen brauchen dafür Fachkräfte und Testanlagen, um mit den steigenden Anforderungen und Stückzahlen Schritt zu halten. Genau hier setzt der Innovationscampus an.“
„Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr BAAINBw tritt mit dem Innovationszentrum der Bundeswehr an, um gemeinsam mit dem Forschungs-, Technologie- und Innovationsökosystem Deutschlands die technologische Souveränität und Überlegenheit für unsere Soldaten sicherzustellen.“
„Die Polizei Baden-Württemberg muss im Cyberraum genauso präsent und handlungsfähig sein wie im realen Leben, um die Menschen in allen Lebenslagen beschützen zu können. Für die Polizei Baden-Württemberg besteht die aktuelle Herausforderung darin, technologische Innovation mit digitaler Souveränität, fachlicher Qualität und der gezielten Entwicklung menschlicher Kompetenzen zu verbinden. Damit wird Wissensmanagement zu einer strategischen Schlüsselaufgabe.“


