Veranstaltungen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ finden in Baden-Württemberg im Jahr 2021 eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten statt. In Kooperation mit den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg hat das Staatsministerium die nachfolgende Übersicht zusammengestellt.

    • Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    Vortrag „Eine Stunde ein Jude“ – Geschichten gegen Antisemitismus von Johann Peter Hebel bis Ricarda Huch

    Geschichten sprechen Gefühle an: Kurt Oesterle stellt aus einer Sammlung literarischer Texte aus 200 Jahren, die zu ihrer Entstehungszeit jeweils große Resonanz fanden und auch teilweise andersartige Aspekte des antijüdischen Ressentiments abbilden, einige vor und kommentiert sie, u.a. „Die Tochter Jephtas“ von Gertrud le Fort. Es sind literarische Versuche, diese Ressentiments zu entkräften und zu überwinden.

     

    Referent: Dr. Kurt Oesterle, Essayist und Romanautor, Tübingen

     

    Veranstalter: Evangelische Akademie Bad Boll, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    • Hechingen

    Vortrag: Die Aufarbeitung der an den jüdischen Bürgern in Haigerloch und Hechingen begangenen Verbrechen durch die deutsche Justiz in der Nachkriegszeit (1946-1950) am Beispiel der Prozesse gegen Paul Schraermeyer und Josef Kronenbitter und Mittäter

    Vortrag von Dr. Andreas Zekorn (Kreisarchiv Zollernalb)

     

    Der Vortrag behandelt exemplarisch und vergleichend die Prozesse gegen den Hechinger Landrat Paul Schraermeyer in Zusammenhang mit den Judendeportationen in Hohenzollern 1941/42 sowie gegen Josef Kronenbitter und weitere Straftäter im Zusammenhang mit den 1939 in Haigerloch nach dem Hitlerattentat begangenen Misshandlungen von Haigerlocher Juden.

     

    Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Hohenzollerischen Geschichtsverein anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

     

    Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

     

    Veranstalter: Alte Synagoge Hechingen

    • Bruchsal, Badische Landesbühne

    Holger Schober: Auschwitz meine Liebe

    Uraufführung
    Wiederaufnahme in der Spielzeit 2020.2021
    Salomon hat heute Geburtstag. Das hat er so beschlossen, denn seinen wirklichen Geburtstag kennt er nicht. Nach dem Krieg war niemand mehr da, der ihm darüber hätte Auskunft geben können. Als Kind war er im KZ Auschwitz interniert. Nach der Befreiung wird er Musiker, er heiratet, wird Vater, wird Großvater. Auschwitz aber wird ihn nie verlassen. Trotzdem ist er versöhnt mit seinem Schicksal, was seine Enkelin nicht verstehen kann.

     

    Holger Schober hat „Auschwitz meine Liebe“ für die junge BLB geschrieben.
    Ab 13 Jahren/ab Klasse 8
    Mobiles Klassenzimmerstück, das von Schulen und anderen Einrichtungen gebucht werden kann.
    Mit: Tim Tegtmeier, Inszenierung/Bühnenbild: Joerg Bitterich, Kostüme: Kerstin Oelker, Spieldauer: ca. 60 Minuten

     

    Veranstalter: Badische Landesbühne

     

    Karten für die Vorstellungen in Bruchsal: Telefon: 07251/72723, E-Mail: ticket@dieblb.de

    Anmeldung für Schulen bei Julia Wenzel, E-Mail: wenzel@dieblb.de, Telefon: 07251/72722

    • Konstanz

    Klezmer für alle

    Singend, spielend und tanzend werden die traditionelle Festmusik der osteuropäischen Juden kennengelernt, ihren Charakter, ihre Geschichte, die typischen Melodien, Rhythmen, Harmonien. Der Kurs ist zum Neueinstieg und als Fortsetzung geeignet. Das Mitspielen auf dem eigenen Instrument ist ab ca. drei Jahre Spielpraxis möglich. Alle Melodien finden sich auf der CD "Get Up!" von Trio Yas, die über die Kursleiterin vorbestellt werden kann. Noten werden im Anschluss als PDF verschickt.

     

    Veranstalter: Volkshochschule Konstanz

    • Karlsruhe, Badische Landesbibliothek

    Lesung zu der deutschen Schriftstellerin Edith Dietz (1921– 2015) mit musikalischer Klezmer-Begleitung

    • Karlsruhe, Badische Landesbibliothek

    Von Baden nach Palästina – Eine Lesung mit Briefen von Rahel Strauss

    Filmprojekt der Landesregierung „Jüdisch in Baden-Württemberg“

    Anlässlich des Jubiläumsjahres entwickelt das Land derzeit einen Film zum Thema „Jüdisch in Baden-Württemberg“. Nach Fertigstellung soll der Film ab Frühjahr 2021 neben Bildungs- und Kultureinrichtungen auch den weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen. Mit diesem Dokumentarfilm sollen vor allem junge Menschen als eine wichtige Zielgruppe des Festjahres angesprochen und ihnen die Möglichkeit gegeben werden mehr über die tiefe Verwurzelung jüdischen Lebens in Baden-Württemberg zu erfahren.

     

    Veranstalter: Staatsministerium Baden-Württemberg in Kooperation mit der Filmakademie Baden-Württemberg

    • Frankfurt am Main

    800 Jahre jüdisches Leben in Frankfurt am Main

    Studienexkursion mit der Bahn ab/bis Stuttgart (8.30 Uhr – ca. 19.30 Uhr)

     

    Frankfurt war und ist eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Europa. Seit dem 12. Jahrhundert leben Juden in der Mainstadt. Fünfzig Jahre nach dem Novemberpogrom eröffnete die Stadt am Mainufer, im historischen Wohnhaus von Baron Mayer Carl von Rothschild, das Jüdische Museum als erstes kommunales Jüdisches Museum. 1992 kam nach heftiger Kontroverse um den Umgang mit den bei Bauarbeiten freigelegten Fundamenten von fünf Ghettohäusern am Börneplatz das Museum Judengasse als Zweigstelle dazu. Die Museen erzählen, wie Jüdinnen und Juden die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt prägten und prägen und thematisieren zugleich die Erfahrung von Verfolgung und Terror.

     

    Leitung: Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Leiterin des jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben a.D.

     

    Veranstalter: Schwäbischer Heimatbund e.V. (Anmeldung erforderlich)

    • Winnenden, Volkshochschule, Vortragssaal

    Oifach nemme kommå – Weg und Schicksal der Winnender Viehjuden

    Bis 1938 waren Jakob und Alfred Kaufmann die wichtigsten Winnender Viehhändler. Ihr Stall befand sich in der Marktstr. 8, ihr Handelsgebiet erstreckte sich von Schwaikheim bis Buoch. Dann erhielten sie von den Nazis Berufsverbot, ihre Viehhandlung wurde beschlagnahmt. Um ihr Verschwinden rankten sich die wildesten Gerüchte im Winnenden der NS- und der Nachkriegszeit. Niemand wusste, was wirklich geschehen war. Der Stettener Heimatforscher Ebbe Kögel hat mit jahrelangen Recherchen und durch Interviews mit ZeitzeugInnen ihr bisher unbekanntes Schicksal geklärt. Davon erzählt er in seinem Diavortrag. Keine Anmeldung erforderlich, Abendkasse.

     

    Veranstalter: Volkshochschule Winnenden

     

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