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30. März 2026
Medienkongress SOURCE II – Europäische Medienplattform: Wie kann sie gelingen?
© LVBWBerlin / Andreas Mnich-Rößger

Europas Medienlandschaft wirkt vielfältig – doch unter der Oberfläche höhlt eine strukturelle Abhängigkeit von nordamerikanischen und chinesischen Plattformen diese Vielfalt zunehmend aus. Beim Medienkongress SOURCE II in der Landesvertretung Berlin diskutierten am 18. März führende Köpfe aus Medien, Politik und Wissenschaft über digitale Souveränität und ihre demokratiepolitische Dimension. Die Diskussionsrunden wurden moderiert von Helene Bubrowski, Chefredakteurin Table.Media, und Marvin Schade, Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider.

Staatssekretär Rudi Hoogvliet begrüßte u. a. den früheren EU-Kommissar und ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger sowie Vertreterinnen und Vertreter von SWR, Medienhäusern und Wissenschaft – darunter Markus Beckedahl (Zentrum für Digitalrechte und Demokratie), SWR-Intendant Dr. Kai Gniffke und Kommunikationsfachleute der Universitäten Erfurt und Freie Universität Berlin.

Frauen im Fokus: Medizin braucht einen Paradigmenwechsel
© LVBWBerlin / Andreas Mnich-Rößger

Frauengesundheit ist mehr als Reproduktionsmedizin – das war die klare Botschaft beim 6. Frauennetzwerktreffen in der Landesvertretung Baden-Württemberg. Chefärztin Prof. Dr. Mandy Mangler, Science-Slammerin und Gesundheitsunternehmerin Beatrice Aretz, die Ärztin Awa Naghipour und Dr. med. Ulrike Poller, Leiterin der Unterabteilung für öffentliche Gesundheit und primäre Prävention im Bundesgesundheitsministerium (BMG), sprachen auf dem von der Journalistin Ebru Taşdemir moderierten Podium darüber, was verbessert werden muss: mehr geschlechtsspezifische Forschung, mehr Aufklärung und ein grundlegender Paradigmenwechsel im Umgang mit Frauen im Gesundheitssystem. 

Die Diskussion machte deutlich: Hormonelle, soziale und strukturelle Faktoren werden in Diagnose und Behandlung noch immer zu oft ignoriert. Die sogenannte „Bikini-Medizin" – ein Blick auf Frauengesundheit, der sich auf Brust und Becken reduziert – greift schlicht zu kurz. Besonders eindringlich war das Thema Medical Gaslighting: Viele Patientinnen erleben, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen oder gar in Frage gestellt werden.

Wissenschaft braucht Freiheit – Die Einstein-Protokolle in der Landesvertretung Baden-Württemberg
© LVBWBerlin / Andreas Mnich-Rößger

Wie steht es um die Verantwortung der Wissenschaft? Um diese Frage ging es am 26. März in der Tiergartenstraße. Ausgangspunkt waren die Einstein-Protokolle: spontane Gesprächsnotizen von Einsteins enger Freundin Johanna Fantova, die Autor Peter von Becker vor zwanzig Jahren zufällig in Princeton entdeckte. Da kaum noch jemand in den USA handgeschriebenes Deutsch lesen kann, hatte der Schatz jahrzehntelang unentdeckt im Archiv geschlummert. Von Becker hat ihn nun im Buch „Ich bin ein Magnet für alle Verrückten“ zugänglich gemacht.

Dr. Nancy Hecker-Denschlag gab Einblick in das Albert Einstein Discovery Center Ulm, das im Herzen von Einsteins Geburtsstadt entsteht. Es zeigt Einsteins Leben und Denken, widmet sich aber auch den großen Fragen unserer Zeit. In der Diskussion, moderiert von Volker Wieprecht, wurde Einsteins Haltung klar artikuliert: 1933 trat er aus der Preußischen Akademie aus – einer Akademie, die sich unter dem Druck der Nationalsozialisten bereits von ihm zu distanzieren begann. Prof. Christoph Markschies betonte, wie wichtig es sei, das Vertrauen in die Wissenschaft aktiv zu verteidigen. In zwei Jahren soll in Berlin-Mitte, in Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv Marbach, ein Café entstehen – im Teamplay zwischen Berlin und Baden-Württemberg wird so eine Brücke geschlagen zwischen Wissenschaft, Literatur und Öffentlichkeit.

Aufnahme Bundesrat
© Bundesrat / Dirk Michael Deckbar

Im Bundesrates standen gleich sechzehn vom Bundestag beschlossene Gesetze zur finalen Abstimmung – dazu eine Vielzahl eigener Länderinitiativen. Die Länder stimmten unter anderem den Anpassungen bei der Krankenhausreform zu. Trotz erheblicher Kritik aus mehreren Bundesländern kam die erforderliche Mehrheit für die Anrufung des Vermittlungsausschusses nicht zustande. Nun kann die Reform umgesetzt werden. Auch die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) passierte die Länderkammer. 

Mit einer gefassten Entschließung hat der Bundesrat alle Formen sexualisierter Gewalt verurteilt. Dazu gehöre auch bildbasierte sexualisierte Gewalt, insbesondere die Verbreitung pornografischer und sonstiger persönlichkeitsverletzender Deepfakes. Ebenfalls durch den Bundesrat: die Umgestaltung des Bürgergeldes zu einer neuen Grundsicherung. Zudem hat der Bundesrat beschlossen, einen eigenen Gesetzentwurf zum beschleunigten Ausbau von Windenergie an Land beim Bundestag einzubringen, eine Initiative, die u. a. aus Baden-Württemberg kam.

Wie das Land abgestimmt hat und was der Bundesrat in den Stellungnahmen fordert: Dazu mehr Informationen unter „Bundesratsinitiativen und Abstimmungen“ auf unserer Website sowie auf der Website des Bundesrates.

 

In Sonnenbühl-Erpfingen auf der Schwäbischen Alb dreht sich alles um ein einziges Thema: das Osterei. Über tausend Ausstellungsstücke zeigen, wie fantasievoll, filigran und vielfältig ein scheinbar simples Objekt sein kann – vom Finkenei bis zum Straußenei, von christlichen Motiven bis zu Ei-Kunst aus aller Welt. Besonders lohnt sich ein Besuch wegen des Kunsthandwerkermarkts: Fast täglich wechseln Künstlerinnen und Künstler, denen man live bei der Arbeit zusehen – und ihre Werke gleich mitnehmen kann.