Wie steht es um die Verantwortung der Wissenschaft? Um diese Frage ging es am 26. März in der Tiergartenstraße. Ausgangspunkt waren die Einstein-Protokolle: spontane Gesprächsnotizen von Einsteins enger Freundin Johanna Fantova, die Autor Peter von Becker vor zwanzig Jahren zufällig in Princeton entdeckte. Da kaum noch jemand in den USA handgeschriebenes Deutsch lesen kann, hatte der Schatz jahrzehntelang unentdeckt im Archiv geschlummert. Von Becker hat ihn nun im Buch „Ich bin ein Magnet für alle Verrückten“ zugänglich gemacht.
Dr. Nancy Hecker-Denschlag gab Einblick in das Albert Einstein Discovery Center Ulm, das im Herzen von Einsteins Geburtsstadt entsteht. Es zeigt Einsteins Leben und Denken, widmet sich aber auch den großen Fragen unserer Zeit. In der Diskussion, moderiert von Volker Wieprecht, wurde Einsteins Haltung klar artikuliert: 1933 trat er aus der Preußischen Akademie aus – einer Akademie, die sich unter dem Druck der Nationalsozialisten bereits von ihm zu distanzieren begann. Prof. Christoph Markschies betonte, wie wichtig es sei, das Vertrauen in die Wissenschaft aktiv zu verteidigen. In zwei Jahren soll in Berlin-Mitte, in Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv Marbach, ein Café entstehen – im Teamplay zwischen Berlin und Baden-Württemberg wird so eine Brücke geschlagen zwischen Wissenschaft, Literatur und Öffentlichkeit.