Veranstaltungen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ finden in Baden-Württemberg im Jahr 2021 eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten statt. In Kooperation mit den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg hat das Staatsministerium die nachfolgende Übersicht zusammengestellt.

    Vortrag: „Antisemitische Verschwörungstheorien früher und heute“

    Mit PD Dr. Karin Schnebel

     

    Bis vor einiger Zeit dachte man, dass man den Antisemitismus überwinden könne. Man glaubte, dass den Menschen das Dritte Reich und seine schrecklichen Folgen eine Lehre gewesen wäre. Derzeit treten aber antisemitische Verschwörungstheorien wieder ganz offen ans Tageslicht. Laut Daten des Verfassungsschutzes gibt es rund fünf antisemitische Übergriffe täglich. Schon 2006 verbrannten Jugendliche im sachsen-anhaltinischen Pretzien bei einer öffentlichen „Sonnenwendfeier“ ein Exemplar der „Tagebücher der Anne Frank“ und ein 16-jähriger, ebenfalls in Sachsen-Anhalt, wurde von Mitschülern gezwungen, mit einem Schild „Ich bin am Ort das größte Schwein, ich lass mich nur mit Juden ein“ über den Schulhof zu laufen. Im Oktober 2019 kam es schließlich zu dem schrecklichen Anschlagsversuch auf eine Synagoge in Halle. Die Aufzählung lässt sich weiterführen und reicht bis zu antisemitischen Verschwörungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Helfen Verschwörungstheorien zum Verbreiten antisemitischer Ideen? Woher kommen sie? Wie kann sich dieses gefährliche Phänomen entwickeln?
    Teilnahme kostenlos. Anmeldung erforderlich bei Veranstalter.

     

    Veranstalter: Volkshochschule Winnenden

    • Heilbronn, Jüdisches Zentrum

    Vortrag: Das Fest der Befreiung: Chanukka

    Rabbiner Shneur Trebnik, Ulm, erklärt die religiöse und nationale Bedeutung des Chanukkafestes und den geschichtlichen Hintergrund.

     

    Veranstalter: Freundeskreis Synagoge Heilbronn e. V. / Jüdische Gemeinschaft Heilbronn

    • Winnenden, Volkshochschule, Vortragssaal

    Oifach nemme kommå – Weg und Schicksal der Winnender Viehjuden

    Bis 1938 waren Jakob und Alfred Kaufmann die wichtigsten Winnender Viehhändler. Ihr Stall befand sich in der Marktstr. 8, ihr Handelsgebiet erstreckte sich von Schwaikheim bis Buoch. Dann erhielten sie von den Nazis Berufsverbot, ihre Viehhandlung wurde beschlagnahmt. Um ihr Verschwinden rankten sich die wildesten Gerüchte im Winnenden der NS- und der Nachkriegszeit. Niemand wusste, was wirklich geschehen war. Der Stettener Heimatforscher Ebbe Kögel hat mit jahrelangen Recherchen und durch Interviews mit ZeitzeugInnen ihr bisher unbekanntes Schicksal geklärt. Davon erzählt er in seinem Diavortrag. Keine Anmeldung erforderlich, Abendkasse.

     

    Veranstalter: Volkshochschule Winnenden

    • Herrenberg, Alte Turnhalle

    Konzert

    Die Musik von Daniel Kahn & The Painted Bird, von Kahn als „Verfremdungsklezmer“ bezeichnet, ist eine Mischung aus Klezmer, Punk, Folk und Singer-Songwriter – ohne jeden falschen Folklorismus. Die Texte sind teils von Kahn, viele sind jedoch Adaptionen anderer jüdischer Autoren, oft bissig sozialkritisch. Kahn singt Lieder verschiedener Interpreten auf Englisch, Deutsch und Jiddisch, häufig mehrere Sprachen in einem Lied vermischend.

     

    Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen

    • Meckesheim, Auwiesenhalle

    Wanderausstellung: „Dem Vergessen entrissen. Jüdisches Leben im Kraichgau“

    Im Kraichgau gab es über Jahrhunderte ein vielfältiges jüdisches Leben. Aufgrund der allgemeinen Landflucht und durch die Vernichtung jüdischen Lebens während des Faschismus, gehört das Landjudentum der Vergangenheit an. Aber es gibt eine rege Erinnerungskultur, wie diese Ausstellung zeigt. Sie gliedert sich in die Themenbereiche Geschichte, Religion und Soziales mit Tafeln auf denen Projekte zur jüdischen Geschichte, Kultur und Religion im Kraichgau vorgestellt werden.

     

    Gemeinde Meckesheim: Nähere Informationen

     

    • Heilbronn, Städtische Museen im Deutschhof

    Vortrag: Klein, aber fein – die Silberwarenfabrik Gumbel und Co.KG

    mit Birgit Hummler

     

    Ein Zweig der jüdischen Großfamilie Gumbel brachte mit Si(e)gmund (1873 – 1953) und insbesondere mit dessen Sohn David Heinz Gumbel (1906 – 1992) wegweisende Gold- und Silberschmiede hervor. Heinz Gumbel arbeitete nach seiner Ausbildung bei Bruckmann & Söhne zum Stahlgraveur als angestellter Silberschmied, bis er 1931 gemeinsam mit Vater Sigmund die Silberwarenfabrik Gumbel & Co. KG in der Schaeuffelenstraße 7 gründete. In den fünf Folgejahren entstanden unter dem Einfluss der Neuen Sachlichkeit Silberwaren von hoher gestalterischer Qualität. 1936 emigrierte Heinz Gumbel nach Palästina, 1939 folgten ihm die Eltern. In Israel avancierte er zu einem der erfolgreichsten Silberwarendesigner des Landes.

     

    Veranstalter: Städtische Museen Heilbronn

Hinweis: Corona-bedingt sind bei den einzelnen Veranstaltungen Änderungen im Termin, Format und Ablauf möglich. Informationen dazu erhalten Sie direkt bei den Veranstaltern.

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