Veranstaltungen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ finden in Baden-Württemberg im Jahr 2021 eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten statt. In Kooperation mit den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg hat das Staatsministerium die nachfolgende Übersicht zusammengestellt.

    • Michaeliskirche Buttenhausen

    Konzert: JONTEF – Klezmermusik

    JONTEF bedeutet Festtag. Ein Festtag mit Musik und Theater, ein Festtag der „klejnen Mentschelach“, der Menschen nicht nur im jiddischen Schtetl der Vergangenheit, sondern auch heute, hier und anderswo, der Menschen, die sich begegnen, sich verlieben und verlieren, bekriegen und versöhnen.

     

    Weitere Informationen und Anmeldung

    • Nördlinger Ries

    Jüdische und christliche Baudenkmäler im Nördlinger Ries

    Studienexkursion mit dem Reisebus ab/bis Stuttgart (8.00 Uhr – ca. 19.30 Uhr), Zusteigemöglichkeit: Schorndorf

     

    Im Nördlinger Ries, an der östlichen Grenze Württembergs, lassen sich, auch wenn sie heute nicht mehr in der Nutzung aktiver bestehender Gemeinden sind, interessante erhaltene Bauten und Denkmäler jüdischer Kultur entdecken. Auch einige bemerkenswerte Kirchenbauten am Wege werden in die Führungen einbezogen. Besucht werden u.a. Nördlingen, Pflaumloch, Hainsfarth und Mönchsdeggingen.

     

    Leitung: Reinhard Lambert Auer M.A., Kunstbeauftragter der evangelischen Kirche in Württemberg a.D.

     

    Veranstalter: Schwäbischer Heimatbund e.V. (Anmeldung erforderlich)

    „Spielsche mir a Liedele“

    Ein jiddischer Abend – überraschend schwäbisch!

     

    Humorvoll, schwungvoll und kenntnisreich wird eine Gruppe von Musikern jiddische Lieder vortragen. Frau Bertz-Schlipf wird in die Welt, in der die Lieder entstanden sind, einführen: Von der Entstehung über die Zeit der Kreuzzüge bis zu ihrem Untergang im 2. Weltkrieg spannt sich ein weiter Bogen einer ganz eigenen Lebenskultur, in der Trauer und Freude zu Liedern wurden, die die Herzen berühren. Liebe und Leid, Tanz trotz Armut, Weisheit und Witz sind Kennzeichen dieser besonderen Welt.

     

    Veranstalter: Evangelische Erwachsenenbildung Göppingen in Kooperation mit Katholische Erwachsenenbildung Kreis Göppingen

     

    Katholische Erwachsenenbildung Kreis Göppingen: Weitere Informationen und Anmeldung

    • Meckesheim

    Führung durchs Dorf: jüdisches Leben im Kraichgau – jüdische Gemeinde Meckesheim

    Meckesheim war eine kleine, aber blühende jüdische Gemeinde. Es gab eine Synagoge, einen kleinen Friedhof, zwei jüdische Gasthäuser, Vieh- und Mehlhandlungen und jüdische Geschäfte. Bei der Spurensuche nach dem jüdischen Leben werden die Orte besucht, die an die einstige jüdische Gemeinde erinnern. An den Stolpersteinen werden die Lebensgeschichten der früheren jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn lebendig. Treffpunkt: Parkplatz Friedhof Meckesheim, Lobbachweg

    Meckesheim: Nähere Information

    Online-Podiumsgespräch: Die Bedeutung jüdischer Gewerbetreibender und Unternehmer für die Wirtschaft in der Region zwischen 1919 und 1936

    Die heutige Region Neckar-Alb war zwischen 1919 und 1936 vorwiegend geprägt von der Textilwirtschaft. Viele Firmen waren von jüdischen Familien gegründet und geleitet worden. Nach der Machtübergabe 1933 an Adolf Hitler begann die Bedrohung der jüdischen Unternehmer*innen. Die antisemitischen Verbrechen der Zwangsenteignung, der Ausraubung und der Vertreibung in den dreißiger Jahren führten zu einem Umbruch in den regionalen Wirtschaftsstrukturen und in den Innovationsbestrebungen. Welche Bedeutung und Auswirkungen bis heute hatte diese Zeit für die Region?

     

    Um Anmeldung für die Zusendung des Zoom-Links wird gebeten bis zum 21. Juli, 18 Uhr an:
    Benedict von Bremen: vonbremen@gedenkstaettenverbund-gna.org

    • Stuttgart

    Vortrag: „Vergessene Rhythmen des Hebräischen: Saul Tschernichowski“

    Jörg Schulte, Professor für Slawische Literaturen an der Universität Köln, legte 2020 eine dreibändige Ausgabe von Tschernichowskis Lyrik vor. Saul Tschernichowski (1875-1943) war der erste europäische Dichter in hebräischer Sprache. Er verlieh dem aschkenasischen Hebräisch die feinen und erhabenen Rhythmen der modernen europäischen Poesie. Er schrieb Sonette, Balladen und ein nationales Epos über den Gründungsweg des jüdischen Staats. Der Vortrag zeigt die Verbindungen seiner Werke zu Homer, Goethe, Mickiewicz, Heredia und Maeterlinck. Die Lesung umfasst viele Facetten seines Schaffens.

     

    Weitere Informationen und Anmeldung

    • Laupheim

    Museumslabor

    Projekt mit aktiver Beteiligung alter und neuer Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner, das diverse Besuchergruppen ansprechen und die kulturelle Teilhabe bisher unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen verbessern will. Es leistet so einen Beitrag gegen anti-aufklärerische Ideologien mit Homogenitäts- und Exklusionsforderungen. Dazu gehen wir aktiv auf Menschen zu und planen partizipativ-bürgerschaftliche Projekte und Workshops. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern werden wir eine App erarbeiten, die Ausstellungsinhalte vertieft und sie in einem Standrundgang mit den authentischen Orten verknüpft.

     

    Veranstalter: Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim

    • Stuttgart

    Jüdische „Displaced Persons“ im Stuttgarter Westen: Das DP-Lager in der oberen Reinsburgstraße 1945-49

    Ein DP-Lager für heimatlose jüdische KZ-Überlebende befand sich unter anderem in der oberen Reinsburgstraße in Stuttgart und ist eng verknüpft mit der tragischen Geschichte des Auschwitz-Überlebenden Shmuel Danziger, der einen Tag nach seiner Ankunft in diesem Lager von der deutschen Polizei erschossen wurde. Die Gebäude sind bis heute komplett erhalten, doch bis vor kurzem erinnerte nichts an ihre Geschichte. Dies änderte sich am 11. April 2018 mit der Einweihung einer kleinen Gedenkstätte.

     

    Treffpunkt: Stuttgart, VVS-Bushaltestelle "Leipziger Platz" (stadtauswärts)

     

    Veranstalter: Buch & Plakat Antiquariat und Agentur für Lesefreude, Kultur- und Stadtgeschichte

    • Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, an der Hochgangsäge

    Vortrag: Jacob Picard – Dichter des alemannischen Landjudentums

    • Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, Schafstall

    Filmausstrahlung: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (2019)

Hinweis: Corona-bedingt sind bei den einzelnen Veranstaltungen Änderungen im Termin, Format und Ablauf möglich. Informationen dazu erhalten Sie direkt bei den Veranstaltern.

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