Veranstaltungen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ finden in Baden-Württemberg im Jahr 2021 eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten statt. In Kooperation mit den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg hat das Staatsministerium die nachfolgende Übersicht zusammengestellt.

    • Schwäbisch Gmünd, Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik

    Lechaim – Auf das Leben! Kidduschbecher und andere Judaica aus Gmünder Produktion

    Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine 2019 getätigte Neuerwerbung für die museale Judaica-Sammlung: ein Kidduschbecher, hergestellt um 1900 in der Gmünder Firma Wilhelm Binder für den US-amerikanischen Markt. Die Exportgeschichte des Bechers wirft allgemein ein Schlaglicht auf die weltweiten Exportwege von jüdischem Kultgerät, das seit dem 18. Jahrhundert in Schwäbisch Gmünd produziert wird. Judaica aus dem eigenen Sammlungsbestand nebst Leihgaben beleuchten diese spannende Geschichte.

     

    Veranstalter: Museum und Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd

    • Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    Konzert und Lesung: Verfemte Komponisten und Lyrikerinnen

    Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust präsentieren das Ludwigsburger Streichquartett und die Sopranistin Cornelia Ragg Musik von Viktor Ullmann, Erwin Schulhoff, Aribert Reimann u. a.. Die Sprecherin Barbara Stoll liest Texte von Rose Ausländer, Nelly Sachs und Mascha Kaleko.

     

    Eine Gedenkveranstaltung zusammen mit der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung e. V.“

     

    Kostenbeitrag 10,00 € / 8,00 €

     

    Veranstalter: Evangelische Akademie Bad Boll, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    • Pforzheim, Jüdische Gemeinde

    Vortrag: „Gesetz-Ritus-Brauch – Einblick in jüdische Lebenswelten“

    Rabbiner Joel Berger

     

    Die Beiträge dieses Bandes bieten einen jüdischen Blick auf zahlreiche Fragen von Gesetz, Ritus und Brauch. Die Bandbreite der Themen erstreckt sich von jüdischen Berufen bis zur Feier von Festen, von Orgelmusik in der Synagoge bis zu jüdischen Erzählformen bei Elie Wiesel und in d er Kunst Marc Chagalls. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit seit der Aufklärung, doch reichen die Wurzeln weit in die Vergangenheit. Quellen und Themen schöpfen häufig aus Württemberg und ganz Süddeutschland, haben aber auch Osteuropa und den Raum  der K.-u.-k.-Monarchie im Blick.

     

    Landesrabbiner a.D. Dr. Joel Berger ist bekannt aus vielen Rundfunksendungen und Publikationen. Er ist ein glänzender Lehrer jüdischen Glaubens und Lebens und ein großartiger Erzähler.

     

    Veranstalter: Israelitische Religionsgemeinschaft Baden

    Vortrag: Abraham Gumbel

    mit Ulrich Maier

     

    Der Vortrag behandelt das Lebensbild eines großen Heilbronners: Er gründete den Heilbronner Bankverein/später Volksbank; er war Friedensaktivist und Sozialdemokrat der ersten Stunde.

     

    Veranstalter: Freundeskreis Synagoge Heilbronn e. V.  in Kooperation mit der Volkshochschule Heilbronn

    • Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    Vortrag: Antisemitismus von links – von der RAF bis zu BDS

    In der Geschichte der Bundesrepublik gehört seit den späten Sechzigerjahren auch der Antizionismus in Teilen der Linken zur antiimperialistischen Programmatik. Wo und wie finden sich auch in der Kapitalismuskritik oder der Kritik von links an der Politik Israels antisemitische Argumentationsmuster? Die Diskussion darüber führt immer mehr zu lautstarken Diskussionen über impliziten Antisemitismus bzw. über die Berechtigung des Antisemitismusvorwurfes wie jüngst in den Debatten um das Jüdische Museum in Berlin, den Auftritt des Philosophen Achille Mbembe bei der Ruhrtriennale 2020 oder die BDS-Bewegung.

     

    Referent: Dr. Thomas Haury, Soziologe, Freiburg

     

    Veranstalter: Evangelische Akademie Bad Boll, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    • Hechingen

    3x Tal – Premiere der Reutlinger Kammeroper

    Josef Tal (1910 - 2008) war eine der führenden Persönlichkeiten des israelischen Kulturlebens. Den Kontakt zu Deutschland hat er trotz des Holocausts nie verloren. Die Reutlinger Kammeroper spielt 3 Kurzopern mit sehr unterschiedlichen Sujets: „Saul in Ein Dor“, eine biblische Episode; „Scene“, einen surrealistischen Tagebucheintrag von Franz Kafka; und „Die Hand“, einen poetischen Text von Israel Eliraz, einem der wichtigsten zeitgenössischen Dichter Israels.

     

    Mit: Ulrike Härter, Bagdasar Khachikyan, Florian Hartmann, Felicitas Brunke, Fried Dähn, Alberto Fortuzzi u.a.
    Regie: Winni Victor

    Eintritt: € 20 / ermäßigt € 15

     

    Veranstalter: Alte Synagoge Hechingen

    • Brackenheim, Theodor-Heuss Museum

    Von Ort zu Ort – Mit Theodor Heuss im Gepäck von Brackenheim nach Freudental
    Wanderung mit Anregungen aus Poesie und Politik auf der Wegstrecke

    Theodor Heuss, erster Bundespräsident und engagierter Wegbereiter des christlich-jüdischen Dialogs im Nachkriegsdeutschland wurde 1884 in Brackenheim geboren. Nur 12 km entfernt liegt Freudental, hier entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert ein Mittelpunkt jüdischen Lebens im württembergischen Unterland. Kurze Führungen im Museum, auf dem jüdischen Friedhof und in der ehemaligen Synagoge verbinden sich auf dem Weg mit Texten, Gedanken und Briefen von Theodor Heuss zur deutsch-jüdischen Geschichte.

     

    Veranstalter: Theodor-Heuss Museum Brackenheim

    • Volkshochschule Herrenberg, Galerie

    Heimkehr eines Vertriebenen – Vortrag über Richard Fuchs (1887-1947)

    Leitung: Jaleh Nili Perego

     

    Der vielseitig begabte Künstler Richard Fuchs (1887-1947), Spross einer angesehenen jüdischen Familie, lebte und wirkte in Karlsruhe bis zu seiner Vertreibung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 . Mehr als 70 Jahren nach seinem Tod im Neuseeländischen Exil wird sein umfangreiches kompositorisches Werk nun wieder entdeckt und gewürdigt. Im Mittelpunkt des Vortrags steht das musikalische Vermächtnis Fuchsens im bewegten historischen Kontext seiner Entstehung - ein von spät-romantischer Monumentalität und lyrischer Intimität geprägtes Zeitzeugnis der deutsch-jüdischen Geistesgeschichte, das von Sternstunden und Schicksalsschlägen, künstlerischem Widerstand und der Pflicht zur Zuversicht ergreifend erzählt. Mehr

     

    Veranstalter: Volkshochschule Herrenberg

     

    • Städtische Galerie Karlsruhe

    Ausstellung: Verborgene Spuren – Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900–1950

    Am Kulturleben in Karlsruhe waren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zahlreiche Kunstschaffende jüdischer Herkunft beteiligt. Seit Beginn des nationalsozialistischen Terrorregimes 1933 wurden sie systematisch ausgegrenzt, in die Emigration gezwungen oder verschleppt und ermordet. Eine umfangreiche Präsentation beleuchtet nun erstmals diesen weitgehend vergessenen Teil der Karlsruher Kulturgeschichte. Vorgestellt werden mehr als zwanzig Künstler*innen und Architekt*innen, die aus Karlsruhe stammten oder hier ihre Ausbildung absolvierten.

     

    Städtische Galerie Karlsruhe: Weitere Informationen zur Ausstellung

     

    • Heilbronn, Haus der Stadtgeschichte

    Vortrag: Die Heilbronner Synagoge

    mit Dr. Gabriele Holthuis

     

    Die Heilbronner Synagoge wurde am 8. Juni 1877 unter großer Anteilnahme der Heilbronner Stadtverwaltung und der Bevölkerung eingeweiht. Das von Architekt Adolf Wolff konzipierte Gotteshaus bildete einen der architektonischen Höhepunkte des neuen, modernen Heilbronn. Der Vortrag stellt die Geschichte und die Besonderheiten des Bauwerks vor, das am 10. November 1938 zerstört wurde.

     

    Veranstalter: Stadtarchiv Heilbronn

Hinweis: Corona-bedingt sind bei den einzelnen Veranstaltungen Änderungen im Termin, Format und Ablauf möglich. Informationen dazu erhalten Sie direkt bei den Veranstaltern.

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