Veranstaltungen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ finden in Baden-Württemberg im Jahr 2021 eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten statt. In Kooperation mit den beiden Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg hat das Staatsministerium die nachfolgende Übersicht zusammengestellt.

    • Heilbronn, Deutschhofkeller

    Vortrag: Streitfall Antisemitismus. Neue Formen eines alten Vorurteils

    mit Hans-Ulrich Probst

     

    Antisemitismus ist historisch die Feindschaft und Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden. Auch 75 Jahre nach dem Ende der NS-Zeit wird in Meinungsumfragen dargestellt, dass ein beträchtlicher Anteil der deutschen Bevölkerung antisemitische Einstellungen teilt. Was ist dann eigentlich heute konkret Antisemitismus? Und wie reagiert die Kirche auf dieses nicht enden wollende Phänomen?

     

    Anmeldung bis zum 4. März 2021 im Citypfarramt, Tel.: 07131/179850, pfarramt.heilbronn.citykirche@elkw.de, Eintritt frei

     

    Veranstalter: Evangelische. Erwachsenenbildung Heilbronn in Kooperation mit der Volkshochschule Heilbronn

    • Mannheim, Jüdische Gemeinde

    Vortrag: „Europa gegen die Juden 1880 – 1945“

    Prof. Götz Aly

     

    Götz Aly ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die „taz“, die »Berliner Zeitung« und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Im Februar 2017 erschien bei S. Fischer seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust „Europa gegen die Juden 1880–1945“. Für dieses Buch erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.

     

    Veranstalter: Israelitische Religionsgemeinschaft Baden

    • Literaturhaus Heilbronn

    Vortrag: Victoria Wolff in Heilbronn

    mit Annette Geisler, Bibliothekarin beim Stadtarchiv Heilbronn und Stadtführerin, und Kerstin Müller, Sprachtrainerin, Heilbronn

     

    Victoria Wolff zählt zu den erfolgreichsten schreibenden Personen, die aus Heilbronn stammen. Die Lesung stellt die faszinierende Frau vor, die in ihren Romanen auch immer wieder Biographisches verarbeitete, und legt den Schwerpunkt vor allem auf die Heilbronner Bezüge.

     

    Veranstalter: Literaturhaus Heilbronn

    • Volkshochschule Herrenberg, Galerie

    Vortrag: Entartet und verfemt – jüdische Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus

    Leitung: Regina M. Fischer

     

    Nicht nur Werke moderner und avantgardistischer Künstlerinnen und Künstler wurden in der Zeit des Nationalsozialismus als "entartet" gebrandmarkt und aus Museen oder Sammlungen entfernt, teilweise ins Ausland verkauft oder vernichtet bzw. eingelagert, sondern auch viele Künstlerinnen und Künstler wurden aufgrund ihres jüdischen Hintergrunds verfolgt.
    So wurde der Begriff "Entartete Kunst" zum offiziellen Propagandabegriff für eine rassentheoretische Begründung zur Diffamierung moderner Kunst. Die Kunsthistorikerin Regina M. Fischer erläutert, wie die Nationalsozialisten ihre Vorstellungen formulierten und sofort nach der "Machtergreifung" den gesamten Kulturbereich zentralisierten. Mehr

     

    Veranstalter: Volkshochschule Herrenberg

    • Stuttgart

    Spuren jüdischen Lebens rund ums Hospitalviertel

    Mit Beginn des 19. Jahrhunderts durften sich jüdische Familien wieder in Stuttgart niederlassen. Daraus entwickelte sich eine prosperierende Gemeinde, die viel zum wirtschaftlichen Erfolg der Stadt beitrug. Auch wenn durch Shoah und Bombenkrieg viele Spuren des ehemaligen jüdischen Lebens vernichtet wurden, findet man doch immer wieder Erinnerungen an die zerstörte Kultur. Männer bitte Kopfbedeckung mitbringen!

     

    Treffpunkt: Seiteneingang des Hoppenlau-Friedhofs bei der "Alten Reithalle"

     

    Veranstalter: Buch & Plakat Antiquariat und Agentur für Lesefreude, Kultur- und Stadtgeschichte

    • Frankfurt am Main

    Studienexkursion: 800 Jahre jüdisches Leben in Frankfurt am Main

    Bahnfahrt ab/bis Stuttgart (8.30 Uhr – ca. 19.30 Uhr)

     

    Frankfurt war und ist eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Europa. Seit dem 12. Jahrhundert leben Juden in der Mainstadt. Fünfzig Jahre nach dem Novemberpogrom eröffnete die Stadt am Mainufer, im historischen Wohnhaus von Baron Mayer Carl von Rothschild, das Jüdische Museum als erstes kommunales Jüdisches Museum. 1992 kam nach heftiger Kontroverse um den Umgang mit den bei Bauarbeiten freigelegten Fundamenten von fünf Ghettohäusern am Börneplatz das Museum Judengasse als Zweigstelle dazu. Die Museen erzählen, wie Jüdinnen und Juden die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt prägten und prägen und thematisieren zugleich die Erfahrung von Verfolgung und Terror.

     

    Leitung: Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Leiterin des jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben a.D.

     

    Veranstalter: Schwäbischer Heimatbund e.V. (Anmeldung erforderlich)

    • Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    Vortrag: Antisemitische Verschwörungstheorien in Zeiten von Corona

    Finanzkrise, „Flüchtlingskrise“, Corona – egal: Schnell ist „der Jude“ als der Schuldige gefunden. Bei all diesen Krisen wurden und werden vor allen Dingen im Rechtspopulismus unterkomplexe Erklärungen laut, begleitet von implizit oder explizit aufgerufenen antisemitischen Narrativen. Warum sind „die Juden“ bis auf den heutigen Tag die Sündenböcke für all das, was in den Augen eines Teils der Gesellschaft schiefläuft?

     

    Referent: Dr. Marc Grimm, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Bielefeld

     

    Veranstalter: Evangelische Akademie Bad Boll, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof

    • Hechingen

    Konzert: lebedik freylekh

    Konzert mit oygnblik

     

    Für das neue Programm wurden yidishe Lieder zwischen Melancholie und Lebensfreude zusammengestellt und arrangiert. Im Vordergrund stehen emotionale und temperamentvolle Klezmerstücke - Lieder, die tief berühren und solche, die zum Tanzen reizen. Dabei werden auch Lieddichter und Komponisten vorgestellt sowie Hintergründe aus der yidishen Kultur beleuchtet.

    Albert Kunze - Gesang, Hintergrundtexte; Margit Böse - Akkordeon, Geige, Gesang; Sandra Schelkle - Querflöte, Gesang; Bernhard Wagner - Mandoline, Gitarre, Gesang

     

    Veranstalter: Eine Veranstaltung in der Reihe „Hechinger Musiker zu Gast in der Synagoge“ in Kooperation mit dem Sachgebiet Tourismus, Kultur, Hohenzollerisches Landesmuseum der Stadt Hechingen.

     

    Eintritt: € 14 / ermäßigt € 12 / SchülerInnen und Studierende € 10. Karten per Email unter muzik@oygnblik.org (die Karten sind bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse abzuholen) oder an der Abendkasse.

    • Böblingen, Museum Zehntscheuer

    „Die Lage der Juden zur Zeit des Bauernkriegs“

    Museumsfreunde Böblingen e.V. werden eine Vortragsveranstaltung mit dem Archivar Dr. Stefan Lang (Göppingen) zum Thema „Die Lage der Juden zur Zeit des Bauernkriegs“ durchführen.

     

    Veranstalter: Museumsfreunde Böblingen e.V. / Zehntscheuer Böblingen

    • Stuttgart, Saal des Bischof-Moser-Hauses

    Die Kaullas – von Madame Kaulla bis zur Frauenrechtlerin Anna Ettlinger

    Im Mittelpunkt steht die Familie Kaulla, die ein wirtschaftlicher Motor für die Entwicklung von Stuttgart war. 1802 wurde das erste Stuttgarter Bankhaus von den Geschwistern Kaulla gegründet. Weitläufig verwandt mit der Familie Kaulla war auch die Frauenrechtlerin Anna Ettlinger, die ein selbstbestimmtes Leben für Frauen forderte. Umrahmt werden soll die Veranstaltung mit Gedichten und Prosatexten aus der Zeit der Kaullas. Nicht verschwiegen wird, dass eine Nachfahrin dieser Familie, nämlich Margarete von Kaulla 1942 nach Ravensbrück deportiert und dort ermordet wurde. Die literarischen Texte und die Zeitzeugenberichte liest die Schauspielerin Barbara Stoll. Diese Veranstaltung wird vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert!

     

    Veranstalter: Buch & Plakat Antiquariat und Agentur für Lesefreude, Kultur- und Stadtgeschichte

Hinweis: Corona-bedingt sind bei den einzelnen Veranstaltungen Änderungen im Termin, Format und Ablauf möglich. Informationen dazu erhalten Sie direkt bei den Veranstaltern.

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