Landwirtschaft

Zukunftsweisender Beschluss der Agrarministerkonferenz

Ein Mann hält  einen Maiskolben vor einem Maisfeld bei Bargau (Ostalbkreis) (Bild: © dpa).

Landwirtschaftsminister Peter Hauk stellte die Auswirkungen des Beschlusses der Agrarministerkonferenz zur nationalen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union ab 2023 vor. Die gefundene Lösung ist sowohl für die Bäuerinnen und Bauern als auch für Umwelt und Klima zukunftsweisend.

„Ich bin froh, dass wir im Rahmen der Agrarministerkonferenz zu einem Ergebnis gekommen sind, das sowohl für unsere Bäuerinnen und Bauern in Baden-Württemberg als auch für Umwelt und Klima zukunftsweisend ist. Gerade für unsere Bäuerinnen und Bauern im Land werden die getroffenen Beschlüsse positive Auswirkungen haben“, sagte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, im Rückblick auf die Konferenz der Agrarminister der Länder und des Bundes, die in der letzten Woche zu Ende gegangen war.

In Verhandlungen seien immer Kompromisse gefragt. Mit dem jetzigen Kompromiss würde es gelingen, eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. „So können wir die vielfältigen Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU) und die Ziele des Green Deals erreichen. Und dabei wird nicht nur die Ökologie betrachtet, sondern auch Ökonomie und die soziale Dimension. Denn die schwierige Lage vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe ist bekannt“, betonte Minister Hauk.

Plus von über 20 Millionen Euro für bäuerliche Familienbetriebe ab 2023

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg mit ihrer kleinteiligen und vielseitigen Agrarstruktur werden dabei in der ersten Säule besonders von der gestärkten Förderung der kleinen und mittleren Betriebe, von der verdoppelten Junglandwirteprämie und von der Wiedereinführung von gekoppelten Direktzahlungen zur Unterstützung der Weidetierhaltung profitieren. „Durch die Steigerung der Umverteilungsprämie zur Förderung der kleinen und mittleren Betriebe von jetzt 7,5 Prozent auf zwölf Prozent ab dem Jahr 2023 werden die baden-württembergischen Betriebe deutlich stärker gefördert. Im Ergebnis macht das ein Plus von über 20 Millionen Euro ab 2023 für unsere bäuerlichen Familienbetriebe in Baden-Württemberg aus“, so Minister Hauk.

Wiedereingeführt werden soll eine gekoppelte Unterstützung der Schaf-, Ziegen-, und Mutterkuhhaltung. Diese Tierhaltungen seien besonders umwelt- und tierfreundlich und trügen zum Erhalt der Kulturlandschaft sowie der Biodiversität bei. „In Baden-Württemberg werden somit jährlich voraussichtlich rund neun Millionen Euro zum Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft und der Natur eingesetzt. Diese Mittel werden den landwirtschaftlichen Betrieben mit einer extensiven Weidetierhaltung zugutekommen“, betonte der Minister. Es sei gelungen, auch die Einkommenswirksamkeit der Direktzahlungen zu erhalten, um die vielen landwirtschaftlichen Familienbetriebe weiterhin zu unterstützen.

25 Prozent der Direktzahlungen für Öko-Regelungen

„Mit den Einigungen wird auch ein hohes Umweltambitionsniveau der zukünftigen GAP erreicht“, betonte Hauk. Im Vergleich zur jetzigen GAP gebe es eine deutlich höhere Grundanforderung in der Konditionalität. „In der der ersten Säule wollen wir darüber hinaus zukünftig einen Anteil von 25 Prozent der Direktzahlungen für freiwillige Agrarumweltmaßnahmen, den Öko-Regelungen, bereitstellen. Da die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Baden-Württemberg bereits seit Jahrzehnten umfangreich an den freiwilligen Agrarumweltprogrammen der zweiten Säule teilnehmen und somit Erfahrungen gesammelt haben, ist sich Minister Hauk sicher, dass die Betriebe auch an den neuen Öko-Regelungen teilnehmen werden. Mit den Öko-Regelungen soll ermöglicht werden, dass ein Teil der Betriebseinkommen durch die Erbringung öffentlicher Leistungen erwirtschaftet wird. „Ich setzte mich dafür ein, dass die Öko-Regelungen auch mit finanzieller Anreizkomponente ausgestattet werden, wo dies möglich ist“, so Landwirtschaftsminister Hauk.

Unterstützung der Landwirte bei Erfüllung der gesellschaftlichen Leistungen

Um die Entwicklung der Ländlichen Räume zu stärken, die Agrarumwelt-, Klima-, und Tierschutzprogramme auszubauen und Investitionen in eine Modernisierung und Ökologisierung der Landwirtschaft zu unterstützen, würden zukünftig mehr Mittel von der ersten Säule in die zweite Säule umgeschichtet. Im Jahr 2023 würde dabei mit zehn Prozent der Direktzahlungen begonnen. Dieser Satz würde dann über die Förderperiode gesteigert, um im Jahr 2026 bei 15 Prozent anzukommen. Die umgeschichteten Mittel werden immer in der zweiten Säule des darauffolgenden Jahres eingesetzt.

„Dies bedeutet für Baden-Württemberg eine jährliche Stärkung der zweiten Säule von 40 bis auf 58 Millionen Euro. Im Vergleich hatten wir im Jahr 2020 eine Umschichtung von rund 19 Millionen Euro. Diese Mittel werden wir in Baden-Württemberg landwirtschaftsnah einsetzen, damit die Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützt werden, die gesellschaftlichen Leistungen zu erfüllen“, so der Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Diese zusätzlichen Mittel würden in der zweiten Säule benötigt, um den Ausbau des Ökologischen Landbaus zu fördern, weitere Maßnahmen zum Beispiel im Klimaschutz auszubauen und die Ziele im Biodiversitätsstärkungsgesetz zu erreichen.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Agrarministerkonferenz am 25. und 26. März 2021 in Berlin – Nationale Ausgestaltung der GAP ab 2023 (PDF)

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Wolf

Nutztierrisse in Mühlenbach durch Wolf

Eine Herde Schafe im Biosphärengebiet Schwarzwald (© Emmler/RP Freiburg)
  • Wolf

Wolf tötet und verletzt Schafe in Limbach

  • Podcast zum Bundesrat

#13 DRUCK SACHE – „Von Anstand und Recht“

Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Technologie

Initiative zum Aufbau von deutschen Quantencomputern

Blick durch Glastür auf die Sitzung des Bundesrates (Foto: Kay Nietfeld/dpa)
  • Steuern

Bundesrat stimmt Gesetz zur Eindämmung von Share Deals zu

Ein Elektroauto steht in Stuttgart an einer öffentlichen Ladesäule (Bild: © dpa).
  • Verbraucherschutz

Land mit Anträgen bei Verbraucherschutzministerkonferenz erfolgreich

Neue Aula der Eberhard Karls Universität in Tübingen.
  • Forschung

Forschungsstipendien für exzellente afrikanische Wissenschaftler

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Wolf

Residenter Wolf reißt Ziege in Forbach

Ein Facharbeiter steht im Bosch Werk in Reutlingen vor einer Charge von Radarsensoren für die Automobilindustrie (Bild: © dpa).
  • Ressourceneffizienz

Neues Förderprogramm „Ressourceneffizienz in Unternehmen“

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
  • Polizei

Bilanz des Aktionstags „sicher.mobil.leben“

Markierte Holzstämme liegen in einem Wald bei Stuttgart. (Foto: © dpa)
  • Forst

Schadholzmengen bei der Buche deutlich angestiegen

EU-Fahnen wehen vor der EU-Kommission in Brüssel. (Foto: © dpa)
  • Europäische Union

Hoffmeister-Kraut zur Aktualisierung der EU-Industriestrategie

Zwei Wappen der baden-württembergischen Polizei sind neben einem Polizeifahrzeug zu sehen.
  • Polizei

Großeinsatz gegen die `Ndrangheta

Staatssekretär Dr. Andre Baumann (links) und Prof. Dr. Andreas Krautter (rechts) mit der Urkunde zur Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg.
  • Auszeichnung

Verdienstorden des Landes für Prof. Dr. Manfred Krautter

Ein Zaun steht vor der Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart. (Bild: Sebastian Gollnow / dpa)
  • Gedenken

Ausstellung „Gurs 1940“ in der Württembergischen Landesbibliothek

In Westen gekleidete Polizisten stehen in Reutlingen. (Bild: picture alliance/Silas Stein/dpa)
  • Polizei

Verbotsverfügung gegen „Ansaar International e.V.“ umgesetzt

Symbolbild Forschung
  • Forschung

Auftaktveranstaltung des 3R-Netzwerkes Baden-Württemberg

Die Mitarbeiterin eines mobilen Impfteams zieht in einem Alten- und Pflegeheim den Impfstoff von Biontech/Pfizer in eine Spritze auf.
  • Corona-Impfung

Lösungen für Impfengpass in Ulm gefunden

Obstbau
  • Landwirtschaft

Große Beteiligung beim Pilotprojekt „Ertragsversicherung Obst- und Weinbau“

Baden-Württemberg Haus
  • Weltausstellung

Baden-Württemberg-Haus auf der Expo Dubai feiert Richtfest

Schafherde bei Maulbronn: Im Vordergrund zwei Lämmer beim Spielen
  • Naturschutz

Hund verletzt zwei Schafe auf der Ostalb

Ziegenherde
  • Weidetierhaltung

Zwei gerissene Ziegen in Gernsbach

Leitfaden Lebensmittelretter
  • Ernährung

Aktionstag zur Lebensmittelverschwendung

Dr. Stefanie Gerlach neue Leiterin des Landeszentrums für Ernährung
  • Ernährung

Neue Leiterin des Landeszentrums für Ernährung

In einem Sägewerk werden Baumstämme gestapelt (Foto: © dpa)
  • Forst

Forstminister Hauk tauscht sich mit Vertretern der Holzwirtschaft aus