Pressemitteilung

Villa Reitzenstein
  • 04.12.2012

Sanierungsarbeiten im Staatsministerium

  • Staatssekretär Klaus-Peter Murawski (r.) und Architekt Martin Sting (l.) stehen am 4. Dezmeber 2012 in der Villa Reitzenstein in Stuttgart vor einem Modell zu den Sanierungsarbeiten im Staatsministerium.

Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in der Villa Reitzenstein, die ab Mitte 2013 geplant sind, werfen ihre Schatten voraus. Ein Schwerpunkt der Baumaßnahmen ist der Abriss des asbestbelasteten Erweiterungsbaus aus den 70er Jahren neben der Villa Reitzenstein und die Errichtung eines Ersatzbaus. Außerdem steht die energetische Sanierung der in die Jahre gekommenen Gebäude, insbesondere der Villa Reitzenstein, im Fokus der Arbeiten.

„Ziel ist es, die Gebäude, und dabei insbesondere die Villa Reitzenstein, auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und dabei den historischen Charakter zu erhalten. Eine energetische Sanierung der Gebäude ist dabei unerlässlich und für uns ein Schwerpunkt der Arbeiten. Zudem möchten wir für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld schaffen“, sagte Staatssekretär Klaus-Peter Murawski. Durch den Abbruch des alten Erweiterungsbaus können wichtige Elemente des denkmalgeschützten Landschaftsparks, wie der Rosengarten aufgewertet bzw. wiederhergestellt werden.

Zwischenzeitlich haben sich auch die Planungen für die Interimsunterbringung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatsministeriums konkretisiert. Ein großer Teil der Beschäftigten findet im sogenannten Clay-Haus und dem Diakoniegebäude in der Stafflenbergstraße Platz.

Sanierung Villa Reitzenstein

Die unter Denkmalschutz stehende Villa aus dem Jahre1913 wurde zuletzt nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus 1975 saniert. Nach mehr als 35-jähriger intensiver Nutzung besteht ein erheblicher baulicher und technischer Sanierungsbedarf. Eine wesentliche Aufgabe für die Architekten und Fachplaner bei der Sanierung der Villa Reitzenstein ist es, das Gebäude behutsam energetisch, technisch und brandschutztechnisch auf den neuesten Stand zu bringen, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen. Die hochwertigen Salons im Erdgeschoß sollen heutigen technischen und klimatischen Ansprüchen entsprechen, ohne dass die neue Technik sichtbar wird. Das Musikzimmer mit seinen wertvollen Holzbekleidungen und Stoffbespannungen wurde bisher teilweise als Durchgangsraum zum Erweiterungsbau genutzt. Nach Abbruch des Verbindungsganges zum alten Bürogebäude wird es in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Das Vorhaben wird in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt geplant und von erfahrenen Restauratoren in der Planung und Ausführung begleitet. Die Sanierung der Villa Reitzenstein soll nach den aktuellen Planungen Anfang 2015 abgeschlossen sein.

Für die Zeit der Umbaumaßnahmen finden der Ministerpräsident, die Minister und der Staatssekretär voraussichtlich ab Mai 2013 im Clay-Haus ihren Platz, welches das Land Baden-Württemberg im April 2012 erworben hatte. Die Staatsrätin zieht in die Richard-Wagner-Str. 16. Das Anwesen soll das Staatsministerium nicht nur für die Zeit der Umbaumaßnahmen ergänzen, sondern auch danach als Erweiterung der bereits vorhandenen Räumlichkeiten dienen. Für die Pressestelle der Landesregierung, die bisher ebenfalls zu den „Bewohnern“ der Villa Reitzenstein gehörte, wird ab Mai 2013 ein sogenannter Systembau hinter dem Clay-Haus zur Verfügung stehen.

Sanierung und Neubau Erweiterungsgebäude

Der in den 70er Jahren erbaute und asbestbelastete Erweiterungsbau südlich der Villa Reitzenstein soll zunächst nach den gesetzlichen Vorgaben asbestsaniert und voraussichtlich im 3. Quartal 2013 abgerissen werden. Die hier bisher untergebrachten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie Beschäftigte aus den umliegenden sanierungsbedürftigen Gebäuden, die durch das Staatsministerium genutzt werden (Gröber Straße, Sandberger Straße und Schönleinstraße), finden für die Zeit der Sanierungsmaßnamen ab Februar 2013 im Diakoniegebäude in der Stafflenbergstraße Platz. In den umliegenden Gebäuden sollen die Sanierungsarbeiten bis spätestens Ende 2014 erfolgen. „Auf Grund der Asbestbelastung im Erweiterungsbau, gibt es keine Alternative zu einem Abriss des Gebäudes. Nicht nur zum Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch, weil eine konventionelle Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich nicht vertretbar wäre,“ sagte Staatssekretär Murawski.

Der Ersatzbau für das abgerissene Gebäude soll auf der Neubauwiese der Richard-Wagner-Str. 15 entstehen und zukünftig wieder Büros und eine kleine Kantine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatsministeriums beherbergen. Zusätzlich entsteht ein Besucherzentrum für Besucher der Villa Reitzenstein. Der geplante Neubau wahrt – im Gegensatz zu seinem Vorgängerbau aus den 70er Jahren – größeren Abstand zur Villa Reitzenstein. Der ursprüngliche Charakter des historischen Gebäudes als „Villa im Park“ wird dadurch wieder deutlicher gemacht. Durch den Abbruch des alten Erweiterungsbaus können wichtige Elemente des denkmalgeschützten Landschaftsparks, wie etwa der Rosengarten, aufgewertet bzw. wiederhergestellt werden.

Das zurückhaltende, zweigeschossige Bürogebäude wird an der äußersten Südspitze des Parks errichtet und erfüllt hohe Anforderungen an die Energieeffizienz. Der überwiegende Teil der Baumasse entwickelt sich entlang natürlicher Geländeversprünge und tritt im Park nur als Fassade in Erscheinung. So bildet beispielsweise das neue Besucherzentrum zusammen mit der Kantine die östliche Einrahmung des wiederhergestellten Rosengartens. Alle Räume, die kein natürliches Licht benötigen, werden unterirdisch angeordnet. Die begrünten Dachflächen der unterirdischen Gebäudeteile werden Teil der Parklandschaft. Der Neubau verknüpft mehrere zum Staatsministerium gehörende Gebäude und Freiflächen, ohne dass dafür störende Verbindungsgänge im Park notwendig wären. Besonders wichtig ist die neu geschaffene Einbindung des bisher isolierten Clay-Hauses. Die Architektursprache des massiv gemauerten Neubaus ist zurückhaltend modern und belässt der Villa Reitzenstein die architektonische Dominanz. Vorhandene, gartengestalterische Elemente wie die denkmalgeschützten Freitreppen und Stützmauern bleiben erhalten und werden in die neu gestalteten Parkbereiche einbezogen. „Der Neubau berücksichtigt die historischen Gegebenheiten der Parkanlage und fügt sich in diese ein. Durch die Verbindung der Gebäude können die Arbeitsabläufe im Staatsministerium beschleunigt und vereinfacht werden“, so der Staatssekretär.

Einrichtung einer Kindertagesstätte

Eine weitere Neuerung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und insbesondere deren Kinder, ist die Kindertagesstätte, die im Gebäude in der Sandberger Straße 10 entstehen und im Herbst 2013 ihren Betrieb aufnehmen soll. Geplant sind drei Gruppen zu je zehn Kindern von 0 bis 3 Jahren und eine Gruppe mit 20 Kindergartenkindern. Hier finden vorrangig Kinder der Beschäftigten aber je nach Kapazität auch Kinder aus der Umgebung im Alter von null bis sechs Jahren eine kindgerechte und zeitlich flexible Betreuung. „Mit diesem Angebot werden wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Staatsministerium weiter und zielgerichtet ausbauen“, so Murawski.

Heizzentralen

Die energetische Sanierung der Gebäude ist ein Schwerpunkt der geplanten Baumaßnahmen. Für die Gebäude auf dem Areal Richard-Wagner-Str. 15, Gröber Str. 20 und 22 sowie das Clay-Haus soll im Ersatzbau eine Heizzentrale mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk eingerichtet werden. In das Gebäude Sandberger Str. 10 (KITA) soll ebenfalls ein Blockheizkraftwerk eingebaut werden. Das Gebäude Sandberger Str. 2-8 wird nach der Fertigstellung der Sanierung von diesem Blockheizkraftwerk mitversorgt werden.

Parköffnung

Es ist beabsichtigt, den Park künftig in weit stärkerem Umfang als bislang (z.B. regelmäßige Termine am Wochenende) für die Bevölkerung zu öffnen. Unter Beachtung von Sicherheitsfragen und der Finanzierbarkeit wird hierzu derzeit eine Konzeption erarbeitet.

Maßnahmenübersicht

  • Generalsanierung Villa Reitzenstein
  • Abbruch des Erweiterungsbaus und Ersatzneubau
  • Sanierung Sandbergerstraße 2 - 8
  • Sanierung Schönleinstraße 11
  • Herrichtung des für die Interimsunterbringung angemieteten Diakoniegebäudes
  • Herrichtung des Clay-House für die Interimsnutzung der Hausspitze während der Bauphase
  • Errichtung eines Systembaus auf dem Grundstück des Clay-House für die Interimsnutzung der Mitarbeiter während der Bauphase
  • Herrichtung des Gebäudes Sandbergerstraße 10 für die Einrichtung einer Kindertagesstätte

Kosten

Im Regierungsentwurf des Staatshaushaltsplans 2013/14 wurden für die Sanierung der Villa Reitzenstein 9,5 Millionen Euro und für den Abbruch des Erweiterungsbaus und den Ersatzneubau 12,0 Millionen Euro € aufgenommen. Die Kosten für die übrigen Sanierungsmaßnahmen (ohne KiTa) werden auf insgesamt rund 5,5 Millionen Euro geschätzt. Für die Errichtung des Systembaus fallen Kosten in Höhe von rund 800.000 Euro an.

Villa Reitzenstein

Die Villa Reitzenstein wurde 1910 - 1913 nach Plänen der Architekten Schlösser und Weirether von der Witwe Baronin Helene von Reitzenstein erbaut. Sie investierte damals 2,8 Millionen Goldmark in die Villa, die Nebengebäude und die Anlage des Parks. Das ist bis heute ablesbar in der herausragenden handwerklichen Ausführungsqualität, den großzügigen Ausstattungen und den hochwertigen Boden- und Wandbelägen, die weitgehend unbeschadet den 2. Weltkrieg überstanden haben. 1921 wurde die Villa an den württembergischen Staat verkauft. In der Folgezeit war sie Sitz der württembergischen Staatspräsidenten und ab 1933 der Gau-Leitung der NSDAP. Nach dem Krieg diente sie übergangsweise der amerikanischen Militärverwaltung als Sitz und war Tagungsort des Länderrats der amerikanisch besetzten Gebiete. Seit 1952 ist sie offizieller Amtssitz der baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Seit Mitte der 70er Jahre wurde das Gebäude nicht mehr grundlegend saniert. Die Gebäudetechnik und der Brandschutz entsprechen nicht mehr den geltenden Erfordernissen.

Weitere Informationen zur Villa Reitzenstein und einen virtuellen Rundgang finden Sie unter www.staatsministerium.baden-wuerttemberg.de/villareitzenstein


Ministerium

Das Staatsministerium in der Villa Reitzenstein (Parkansicht).

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