Bioökonomie

Intelligente Landnutzungssysteme der Zukunft

Landwirtschaftsminister Peter Hauk spricht am 31.03.2017 während einer Pressekonferenz zum Ende der Agrarministerkonferenz in Hannover vor Medienvertretern. (Foto: dpa)

Landwirtschaftsminister Hauk hat eine Agrophotovoltaik-Pilotanlage bei der Demeter-Hofgemeinschaft Heggelbach in Herdwangen-Schönach besucht.

„Wertvolle Agrarflächen müssen weitestgehend für die landwirtschaftliche Produktion erhalten bleiben, denn die sichere Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln hat oberste Priorität. Im Angesicht der aktuellen Herausforderungen müssen wir aber auch den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung weiter steigern. Die Agrophotovoltaik-Technologie bietet hier, im Sinne von intelligenten Landnutzungssystemen, die Möglichkeit, beide Bedürfnisse gleichzeitig zu befriedigen und dabei unter Umständen auch noch Synergieeffekte zu erzielen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, beim Besuch einer Agrophotovoltaik-Pilotanlage in Herdwangen-Schönach (Landkreis Sigmaringen).

Solarzellen über landwirtschaftlichen Nutzflächen

Bei der Agrophotovoltaik-Technologie werden Solarzellen auf einer Trägerkonstruktion über landwirtschaftlichen Nutzflächen installiert. Somit können auf geeigneten landwirtschaftlichen Flächen gleichzeitig Nahrungsmittel und umweltfreundlicher Strom erzeugt werden. Die Anlage bei der Hofgemeinschaft Heggelbach ist seit September 2016 in Betrieb und erzeugt auf 2.500 Quadratmetern genug Strom, um bis zu 62 Haushalte zu versorgen.

Die möglichen Synergieeffekte ergeben sich insbesondere beim Anbau von Kulturen, die zusätzlich geschützt werden müssen: Beispielsweise der Schutz gegen Hagelschäden im Obstbau oder dem Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung im Weinbau. Dies ist insofern besonders relevant für Baden-Württemberg, weil der Anbau von Sonderkulturen hier traditionell eine hohe Bedeutung hat. Die technische Machbarkeit ist in Heggelbach bestätigt worden, davon konnte sich der Minister überzeugen. „Nun gilt es, aufbauend auf den Ergebnissen des Projekts, weitere Standorte zu entwickeln und weitere Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln“, betonte Hauk.

Land fördert Durchführungsstudie

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bereite gemeinsam mit dem Umweltministerium die Förderung einer Durchführungsstudie vor, in der entsprechende Finanzierungskonzepte für den Ausbau von weiteren Agrophotovoltaik-Anlagen an geeigneten Standorten in Baden-Württemberg entwickelt werden sollen. Das Projekt werde – wie auch die Pilotanlage in Heggelbach – vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) koordiniert und gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Ressortforschungseinrichtungen des Landes durchgeführt.

„Der hier in Heggelbach erprobte Ansatz, mit einer Agrophotovoltaik-Anlage gleichzeitig Nahrungsmittel und erneuerbaren Strom zu produzieren, ist ein Beispiel für intelligente Flächennutzungskonzepte der Zukunft. Die Flächeneffizienz wird dadurch erhöht und Landnutzungskonflikte können dadurch entschärft werden“, so Minister Hauk.

Das Pilotprojekt in Heggelbach

In Heggelbach wurden im Projekt APV-Resola in drei bis fünf Metern Höhe Solarmodule auf Unterkonstruktionen über der Ackerfläche installiert. Die Fläche darunter kann weiterhin für Ackerbau, Sonderkulturen sowie die Nutztierhaltung verwendet werden. Der erzeugte Strom wird hauptsächlich für den Eigenbedarf der Hofgemeinschaft verwendet. Der Rest wird ins Netz eingespeist.

Die gesamte Versuchsfläche in Heggelbach umfasst rund 24.000 Quadratmeter. Davon wurden 2.500 Quadratmeter mit einer Photovoltaik-Anlage mit neuartigen bifazialen PV-Modulen überbaut, die auch auf ihrer Rückseite reflektiertes Licht in Strom umwandeln können. Die überbauten Flächen wurden mit Referenzstandorten verglichen, auf denen zeitgleich dieselben Kulturen angebaut wurden. Auch die Auswirkungen derartiger Anlagen auf die Umwelt und die Biodiversität wurden untersucht. Das Pilotprojekt APV-Resola wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Im Zuge der Umsetzung der Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg gibt es unter anderem auch Unterstützungsmaßnahmen für intelligente Landnutzungssysteme der Zukunft. In diesem Rahmen soll auch die Agrophotovoltaik-Technologie weiterentwickelt werden.

Agrophotovoltaik-Pilotanlage in Herdwangen-Schönach

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