Artenschutz

„Goldene Wildbiene“ für zehn Gewinner-Kommunen

Zehn Gewinner-Kommunen in Baden-Württemberg wurden mit der „Goldenen Wildbiene“ im Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ ausgezeichnet. Die Gewinnerflächen an den Straßen sind Vorbild für das Anlegen insektenfreundlicher Blühflächen durch Bürgerinnen und Bürger im eigenen Garten.

Mit heimischen Wildpflanzen heißen immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg Wildbienen und andere Insekten willkommen. Zehn der Kommunen werden nun für ihr vorbildliches Engagement mit der „Goldene Wildbiene“ des Verkehrsministeriums ausgezeichnet.

Die diesjährigen Gewinner sind die Gemeinden Althütte, Baienfurt und Bermatingen, der Bodenseekreis, die Städte Göppingen und Giengen an der Brenz, der Ortenaukreis, der Ostalbkreis sowie die Gemeinden Steinen und Warthausen. Besonders hervorzuheben sind die Gewinnerflächen im Ortenaukreis, in Göppingen und in Warthausen. Deshalb werden diese Kommunen im Rahmen eines Vor-Ort-Termins ausgezeichnet.

Schaffung von Lebensräumen und Nahrungsangeboten für Insekten

Staatssekretärin des Verkehrsministeriums, Elke Zimmer, sagte anlässlich der Auszeichnung: „Um dem dramatischen Rückgang der Insekten entgegenzuwirken, hat die Schaffung von Lebensräumen und Nahrungsangeboten für die vor Ort vorkommenden Arten eine zentrale Bedeutung: Das Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen, die aufeinander und an die regionalen Bedingungen angepasst sind, bietet dafür die optimale Voraussetzung.“

Weiter betonte sie: „Die Gewinnerflächen an den Straßen sind Vorbild für das Anlegen insektenfreundlicher Blühflächen durch Bürgerinnen und Bürger im eigenen Garten.“ Denn viele der Gewinnerkommunen runden ihr Engagement mit unterschiedlichen Umweltbildungsaktionen oder dem Angebot von Saatgut aus heimischen Wildpflanzen für die Bevölkerung ab.

Zum vierten Mal hatte das Verkehrsministerium im Frühjahr alle Stadt- und Landkreise, Städte und Gemeinden aufgerufen, an dem Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ teilzunehmen. Zahlreiche Bewerbungen mit insektenfreundlich umgestalteten Rastplätzen, Kreisverkehren und anderen Flächen entlang von Straßen wurden eingereicht – insgesamt erreichten 47 Einsendungen das Ministerium. Trotz des Erfolgs zeigte sich, dass teilweise noch Informationsbedarf besteht und der Wettbewerb einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für die Schaffung von Blühflächen mit heimischen Wildpflanzen leistet.

Ortenaukreis – Rastplatz blüht auf

Der Ortenaukreis, der bereits zum dritten Mal unter den Gewinnern des Wettbewerbs ist, zeigt eine hohe Fachexpertise und überzeugt mit einem ganzheitlichen Konzept: Mit heimischen Wildpflanzen aus artenreichem Saatgut und Wiesendrusch wird ein reichhaltiges Angebot für Insekten geschaffen. Rund um den Rastplatz wurden außerdem unterschiedliche Nistangebote sowie Rückzugsraum für weitere Tierarten geschaffen.

Bei der Umsetzung der Maßnahme setzte der Ortenaukreis auf die Qualifizierung der Auszubildenden durch erfahrene Mitarbeiter der Straßenmeisterei. Vorbildhaft ist auch die Einbeziehung der Grundschule Kippenheim mit einem Umweltbildungsprojekt. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten die Schilder und Schaukästen, die nun allen, die den Rastplatz besuchen, Informationen und Anregungen für das eigene Engagement geben.

Göppingen blüht

In der Stadt Göppingen wurden mehrere straßenbegleitende Flächen rund um die Holzheimer Straße / Ecke Wielandstraße mit gebietsheimischen Wildblumen ökologisch und ästhetisch aufgewertet. Im letzten Jahr rief die Stadt mit der Aktion „Göppingen blüht“ die Bürgerinnen und Bürger auf, ihren Beitrag zur Biodiversität zu leisten, indem sie kostenlos Saatguttüten verteilte. Der ökologische Wert der Preisfläche soll in Zukunft durch generationsübergreifendes ehrenamtliches Engagement ergänzt werden. Damit bindet die Stadt die Bürgerinnen und Bürger weiter aktiv in den praktischen Umweltschutz ein. Gedacht ist in dem Zusammenhang an eine Insektennisthilfe sowie ein Sandariums.

Warthausen – versiegelte Fläche wird Blühstreifen

Unweit der örtlichen Grundschule wurde auf einer ehemals versiegelten Fläche an der Schillerstraße eine mehrjährige Blühfläche mit heimischen Wildpflanzen angelegt, die nun Nahrung und Lebensraum für Insekten bietet. Was die künftige Unterhaltung betrifft, setzt die Gemeinde auf die Beweidung mit Schafen, um die Fläche optimal weiterzuentwickeln.

Durch die zusätzliche Anlage von Biotopen für Amphibien und Reptilien bietet sie auch anderen Tiergruppen attraktive Bedingungen. Umweltbildungsmaßnahmen und der Bau von Nisthilfen sind bereits in der Planung und sollen das Projekt abrunden. 

Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ motiviert zum Insektenschutz

Der Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ ist eine der Aktivitäten des Verkehrsministeriums im Rahmen des „Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt“. An dem Wettbewerb können sich alle Stadt- und Landkreise, Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg beteiligen, die Rastplätze, Kreisverkehre oder sonstige straßenbegleitende Flächen mit heimischen Wildpflanzen insektenfreundlich gestalten.

Ziel des Wettbewerbs ist es, ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu setzen und zu zeigen, dass Grünflächen im Straßenraum Lebensraum, Nahrung und Nistmöglichkeiten für Insekten bieten, wenn sie mit heimischen Wildpflanzen naturnah gestaltet sind.

Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit sollen die Bürgerinnen und Bürger über den dramatischen Rückgang der Insekten sowie über Maßnahmen zur wirksamen Förderung der kleinen Tiere informiert werden.

Aus den Bewerbungen werden von einer Fachjury (Vertreter und Vertreterinnen der Naturschutzverbände, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und des Verkehrsministeriums) zehn Gewinnerkommunen ausgewählt. Neben der eigentlichen Fläche wird auch das sonstige Engagement der Kommunen für den Insektenschutz bei der Bewertung berücksichtigt.

Die Gewinner erhalten die Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ in Form eines goldenen Schildes und einer Informationstafel, die auf oder an der Fläche aufgestellt wird. Zudem stellt das Verkehrsministerium den Gewinnerkommunen Materialien für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und portraitiert sie auf seiner Webseite..

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