Schienenverkehr

Erste länderübergreifende S-Bahn zwischen Bayern und Baden-Württemberg

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)

Ein Gutachten im Auftrag von Bayern und Baden-Württemberg, der Landkreise Ansbach und Schwäbisch Hall sowie des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg hat ergeben, dass die Verlängerung der S4 vom bayerischen Dombühl ins baden-württembergische Crailsheim möglich ist. Im nächsten Schritt muss die Finanzierung abgestimmt werden.

Die erste Hürde ist genommen: Ein Gutachten hat ergeben, dass die Verlängerung der Nürnberger S4 vom bayerischen Dombühl ins baden-württembergische Crailsheim möglich ist. Das Gutachten hat mehrere Varianten einer S-Bahn-Verlängerung untersucht und bewertet. Zu favorisieren ist demnach eine Verlängerung der S4, die zusammen mit den bereits heute fahrenden Regionalexpress-Zügen stündliche Fahrmöglichkeiten für die Fahrgäste an den Stationen Ansbach, Leutershausen-Wiedersbach, Dombühl, Schnelldorf und Crailsheim schafft. 

Das Gutachten hatten die Länder Bayern und Baden-Württemberg, der Zweckverband Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (ZVGN) sowie die Landkreise Schwäbisch Hall und Ansbach in Auftrag gegeben. Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Mein Ziel ist es, die Signale für die erste länderübergreifende S-Bahn zwischen Bayern und Baden-Württemberg so schnell als möglich auf grün zu stellen. Denn mit dieser Lösung können wir für die Bürgerinnen und Bürger zwischen Ansbach und Crailsheim das Angebot im Schienennahverkehr verdoppeln. Hierfür werde ich bei allen Beteiligten werben.“

Attraktiver länderübergreifender Nahverkehr in Franken

„Mit der Durchbindung der S-Bahn nach Crailsheim besteht die Möglichkeit, eine zusätzliche und umsteigefreie Verbindung nach Nürnberg zu schaffen und damit den nächsten Schritt für einen attraktiven und länderübergreifenden Nahverkehr in Franken zu gehen. Gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, den Landkreisen und dem ZVGN setzen wir uns für dieses Projekt und eine schnelle Umsetzung ein“, sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann.

„Jetzt ist der Weg frei für die Verbesserung der grenzüberschreitenden Schienenanbindung, vor allem für den Bereich Schnelldorf, Dombühl und Leutershausen. Auch die künftige Romantische Schiene Richtung Wilburgstetten wird davon profitieren. Das ist sehr positiv – die sorgfältige Arbeit an dem Gutachten und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten haben sich gelohnt“, äußerte sich Dr. Jürgen Ludwig, Landrat des Landkreises Ansbach.

Politische Unterstützung beider Länder

„Dass die Verlängerung der S4 nach Ansicht der Gutachter möglich ist, ist für den Landkreis Schwäbisch Hall eine sehr gute und lang ersehnte Nachricht“, so Landrat Gerhard Bauer. „Vor allem die Menschen in den Gebieten beiderseits der Landesgrenze warten schon lange auf diese Verbindung. Die Verlängerung der S4 bedeutet aber auch ein großes Plus für das überregionale Schienenverkehrsnetz. Ganz besonders freut mich, dass dieses verkehrspolitische Anliegen von Seiten beider Bundesländer eine so große politische Unterstützung bekommen hat, auf die wir nun auch für die nächsten Verfahrensschritte bauen können. Dafür danke ich allen Beteiligten, insbesondere meinem Ansbacher Kollegen Dr. Jürgen Ludwig und den Vertretern der beiden Landesregierungen, ganz herzlich und hoffe, dass wir die Umsetzung nun gemeinsam in ebenso großer Einigkeit zügig angehen können.“

In einem nächsten Schritt müssen nun beide Länder den erforderlichen finanziellen Rahmen abstimmen und mit der Deutschen Bahn einen belastbaren Zeitplan für die Verlängerung der S-Bahn vereinbaren. Darauf abgestimmt können die Landkreise und Kommunen ihre Busverkehre anpassen. Denn das attraktive Angebot auf der Schiene soll durch eine enge Verknüpfung mit den Bussen an den Stationen zwischen Ansbach und Crailsheim weiter verbessert werden.

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