Gesundheit

Bundesweiter Aktionstag gegen Glückspielsucht

Eine Frau bedient in einer Spielhalle in Stuttgart einen Automaten. (Foto: © dpa)

Am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht machen verschiedene Aktionen und Veranstaltungen auf die Gefahren von Spielsucht und auf Hilfsangebote aufmerksam. Baden-Württemberg beteiligt sich daran bereits zum zehnten Mal in Folge.

Am 30. September 2020 findet der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Baden-Württemberg beteiligt sich daran bereits zum zehnten Mal in Folge. Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, organisiert von den Suchtberatungsstellen und kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen, machen die Bevölkerung am Aktionstag auf die Gefahren von Spielsucht und auf Hilfsangebote aufmerksam.

Glückspielsucht ist ernstzunehmende Krankheit

„Nicht immer wird Glücksspielsucht als ernstzunehmende Krankheit wahrgenommen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Der Aktionstag soll Aufmerksamkeit auf die Gefahren des Glücksspiels und dessen Folgen lenken. Während der grassierenden Corona-Pandemie kann der Anreiz von illegalen Online-Glücksspielangeboten besonders groß sein, zumal Spielbanken und Spielhallen vorübergehend geschlossen waren. Deshalb ist Aufklärungsarbeit im Moment von enormer Bedeutung. Fehlende Informationen dürfen nicht dazu führen, dass illegale Glücksspielangebote genutzt werden“, so Lucha weiter.

Erst mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der im Sommer nächsten Jahres in Kraft treten soll, könnten Online-Glücksspielangebote zugelassen werden. Vorschriften zum Jugend- und Spielerschutz müssten dann aber in jedem Fall eingehalten werden.

CityCards machen auf Hilfsangebote aufmerksam

Das Ministerium für Soziales und Integration und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart stellen zur Unterstützung der Aktivitäten vor Ort Give-Aways bereit, die beim Landesgesundheitsamt bestellt werden können. Zum diesjährigen Aktionstag wurden Postkarten mit dem Slogan „Risiko?“ entwickelt. Die Karte verweist auf das Landesgesundheitsamt, bei dem weiterführende Informationen zum Thema in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Türkisch zu finden sind.

„Die Botschaft, dass Glücksspiel gefährlich ist und süchtig machen kann, kann gar nicht oft genug betont werden“, sagte Dr. Karlin Stark, die Leiterin des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg. „Mit den CityCards können wir viele Menschen ungezwungen in ihrer Freizeit erreichen. Die Karten machen neugierig und führen dazu, dass man einen zweiten Blick darauf wirft. Außerdem verweisen sie auf unsere Internetseite, auf der viele nützliche Informationen abgerufen werden können.“

Damit möglichst viele Menschen für das Thema Glücksspielsucht sensibilisiert werden, gibt es die Postkarten ab Donnerstag, 1. Oktober, auch als CityCards in vielen Cafés und Restaurants kostenlos zum Mitnehmen. An rund 750 Orten sind die Karten zu finden, unter anderem in den Städten Ludwigsburg, Stuttgart und Esslingen, Heidelberg und Mannheim, Karlsruhe und Ettlingen, Freiburg, Villingen-Schwenningen, Konstanz, Tübingen und Reutlingen, Ulm sowie Friedrichshafen.

Was sind Glücksspiele?

Als Glücksspiele werden Spiele mit Geldeinsatz bezeichnet, bei denen der Spielerfolg in erster Linie vom Zufall bestimmt und nicht von der Kompetenz oder dem Wissen der Teilnehmenden abhängig ist. Hierzu zählen beispielsweise Lotterien, Geldspielautomaten sowie Sportwetten und Glücksspielangebote in der Spielbank oder im Internet.

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2019 zum Glücksspielverhalten in Deutschland kommt zu dem Schluss, dass rund 75 Prozent der Befragten im Alter von 16 bis 70 Jahren bereits Erfahrungen mit Glücksspielen gemacht haben. Allein 37,7 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen, womit ein leichter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen ist.

Für die meisten Menschen bleibt Glücksspiel ohne negative Folgen. Dennoch kommt es immer wieder zu problematischem Verhalten bis hin zu einer Suchtentwicklung. Aktuelle Schätzungen gehen von circa 229.000 problematisch und circa 200.000 wahrscheinlich pathologisch Glücksspielenden in Deutschland aus. Für Betroffene und ihre Angehörigen kann das Glücksspiel den Alltag bestimmen. Betroffene sind stark vom Glücksspiel eingenommen, spielen mit immer höheren Einsätzen oder versuchen, erlittene Verluste durch erneutes Glücksspiel auszugleichen. Bei keiner anderen Abhängigkeitserkrankung ist das Risiko einer Verschuldung und finanziellen Schieflage so hoch wie bei der Glücksspielsucht. Auch die Familien der Betroffenen sind häufig von den Folgen der Sucht betroffen. Arbeitslosigkeit, Verlust der Wohnung, Brüche in Beziehungen und in der Familie sind mögliche Folgen einer Glücksspielsucht.

Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht

Landesgesundheitsamt: Glücksspiel – Spaß statt Sucht?

Frau in einem Labor zeigt Test für das neue Coronavirus
  • Coronavirus

Infektionen und Todesfälle in Baden-Württemberg

Minister Thomas Strobl
  • Corona-Pandemie

Minister Strobl beendet freiwillige Quarantäne

  • Coronavirus

Start für #Wellenbrecher

Drei leuchtende Würfel mit Paragrafen-Zeichen liegen auf einer Computer-Tastatur.
  • Corona-Verordnungen

Aktuelle Änderungen der Corona-Verordnungen

Eine Mutter geht mit einem Kinderwagen über einen Zebrastreifen. (Foto: © dpa)
  • Fussverkehr

Fußgänger bei Verkehrsplanung stärker berücksichtigen

Schüler steigen in einen Bus (Bild: © picture alliance/Swen Pförtner/dpa)
  • Coronavirus

Stärkere Förderung zusätzlicher Schulbusse

Ein Polizist steht in der Innenstadt vor einem jungen Mann, der seinen Mund-Nasenschutz anlegt, nachdem er von dem Polizisten darauf hingewiesen worden ist.
  • Coronavirus

Schwerpunkt-Kontrollen zur Einhaltung der Quarantänepflicht

Eine Frau deckt in einem Restaurant in Münstertal einen Tisch ein und trägt Mundschutz.
  • Wirtschaft

Gastgewerbe sieht schwierigem Winter entgegen

Ein Mann steht im Strandbad in Eriskirch (Baden-Württemberg) am Ufer des Bodensees. (Foto: dpa)
  • Tourismus

Sommertourismus leidet unter Corona

Logo der Wohnraum-Allianz BW. (Bild: Wohnraum-Allianz Baden-Württemberg)
  • Wohnen

Zehntes Spitzengespräch der Wohnraum-Allianz

Innenminister Thomas Strobl
  • Corona-Pandemie

Minister Strobl vorsorglich in freiwilliger Quarantäne

  • Coronavirus

Land ruft die dritte Pandemiestufe aus

Frau hält Pendler-Schein in der Hand.
  • Coronavirus

Ausnahmen zur Quarantänepflicht für Einreisende

Eröffnung des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung
  • Hochschulen

Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung eröffnet

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im öffentlichen Personennahverkehr: Zwei Straßenbahnwagen zwischen dem französischen Straßburg und dem baden-württembergischen Kehl am Rhein (Bild: dpa).
  • Coronavirus

Gegen Einschränkungen im Grenzverkehr

  • Verbraucherschutz

Ältere Verbraucher für bewusstes Online-Verhalten sensibilisieren

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält während einer Plenarsitzung im Landtag von Baden-Württemberg eine Regierungserklärung.
  • Regierungsinformation

„Wir müssen das Ruder jetzt herumreißen“

Hotelschild (Symbolbild)
  • Coronavirus

Beherbergungsverbot wird aufgehoben

Ein Mund- und Nasenschutz hängt am ersten Schultag des neuen Schuljahres in einer Grundschule in Hemmingen an einem Haken. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Schule

Anpassung der Corona-Verordnung Schule an das dynamische Infektionsgeschehen

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: Martin Stollberg / Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Corona-Hilfen

Bundeswirtschaftsminister plant weitere Corona-Hilfen

Eine Frau zeigt auf eine Leinwand auf der eine Balkengrafik zu sehen ist (Symbolbild: © dpa).
  • Haushalt

Nachtragshaushalt für Corona-Vorsorge und Zunkunftsinvestitionen

Innenminister Thomas Strobl (r.) überreicht Monica Wüllner (l.) das Bundesverdienstkreuz am Bande
  • Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Monica Wüllner

Frauenwirtschaftstage 2020
  • Gleichstellung

16. Frauenwirtschaftstage gestartet

DRUCK SACHE #6
  • PODCAST ZUM BUNDESRAT

#6 DRUCK SACHE – „Preis-Fragen“

Polizei mit Maske
  • Coronavirus

Maskenkontrollen im öffentlichen Nahverkehr