Ökologischer Landbau

Auftaktveranstaltung zu fünf neuen Bio-Musterregionen

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)

Der Landkreis Ludwigsburg und die Landeshauptstadt Stuttgart haben vom Land die Förderzusage als neue Bio-Musterregionen erhalten. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg nun neun Bio-Musterregionen. Mit ihnen will die Landesregierung den ökologischen Landbau weiter stärken.

„Immer mehr Menschen möchten heutzutage wissen, wie und wo ihre Lebensmittel produziert werden. Die Nachfrage nach regional erzeugten Bio-Lebensmitteln bietet ein großes Potential, die ökologische Landwirtschaft in Baden-Württemberg weiter zu stärken. Wir möchten die regionalen Marktchancen für unsere Betriebe und Unternehmen ausgeschöpft wissen und gleichzeitig auch für die Umwelt nutzen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, bei der Auftaktveranstaltung zu den neuen Bio-Musterregionen in Eberdingen (Landkreis Ludwigsburg). Die Landesregierung hatte am 5. Februar die fünf neuen Bio-Musterregionen bekanntgegeben.

Ökologischen Landbau im Land weiter stärken

„Wir freuen uns, heute dem Landkreis Ludwigsburg und der Landeshauptstadt Stuttgart die Förderzusage als Bio-Musterregion überreichen zu können. In dieser Region spielt insbesondere die intensive Stadt-Land Vernetzung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gratuliere ich im Namen der Landesregierung allen ausgewählten Bio-Musterregionen gleichermaßen und bin gespannt auf die ersten Berichte aus der Umsetzung“, betonte der Minister. Die Bio-Musterregion Landkreis Ludwigsburg und Landeshauptstadt Stuttgart zeichne sich durch eine große Vielfalt in der landwirtschaftlichen Produktion aus. Zudem biete die Landeshauptstadt ein umfassendes Nachfrage- und Absatzpotential.

„Das Thema Bio und organisch hergestellte Lebensmittel ist für uns schon lange viel mehr als ein Modetrend. Dahinter steckt eine Überzeugung. Ich bin froh, dass wir das als Bio-Musterregion nun zeigen können. Es ist unser erklärtes Ziel, den Bio-Landbau zu stärken“, so der Dezernent für Bauen, Umwelt und Technik im Landratsamt Ludwigsburg, Dr. Christian Sußner.

Dr. Michael Münter, Leiter des Referats Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität bei der Landeshauptstadt Stuttgart, sagte: „Wir freuen uns, dass die Landeshauptstadt Stuttgart und der Landkreis Ludwigsburg mit ihrem gemeinsamen Konzept als Bio-Musterregion ausgewählt wurden.“ In der Gesellschaft gebe es ein wachsendes Interesse an Produkten aus ökologischer Erzeugung. Die städtische Abteilung für Wirtschaftsförderung würde im regionalen ökologischen Anbau eine große Chance für die heimische Landwirtschaft sehen, um von den Verbraucherwünschen zu profitieren. Dr. Münter weiter: „Das Konzept der Bio-Musterregion Ludwigsburg-Stuttgart will den Absatz regionaler Bio-Produkte weiter ankurbeln. Gerade im Bereich der sogenannten Außer-Haus-Verpflegung in Kantinen, Großküchen oder in der Gastronomie gibt es dafür ein großes Potential, das es zu nutzen gilt.“

„Die neuen Bio-Musterregionen in den Landkreisen Hohenlohe/Schwäbisch Hall, Ludwigsburg/Stuttgart, Emmendingen/Breisgau-Hochschwarzwald/Freiburg, Biberach und Neckar-Odenwald ergänzen unsere bestehenden Bio-Musterregionen mit innovativen Ideen und handlungsorientierten Konzepten“, sagte Minister Hauk. Damit könne das Bewusstsein für ökologischen Landbau und für regionale Bio-Lebensmittel weiter gestärkt und in die Fläche getragen werden.

Somit gebe es in Baden-Württemberg nun neun Bio-Musterregionen. Die wesentlichen Akteure, also die Landwirte, die handwerklichen Verarbeiter und die regionalen Vermarkter, sollen durch ein vom Land gefördertes Regionalmanagement miteinander ins Gespräch gebracht werden. Das Regionalmanagement solle gemeinsam mit den Akteuren des Öko-Sektors vor Ort Maßnahmen für mehr Öko-Landbau in Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung entwickeln.

Die neuen Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg

Im Bereich des Regierungsbezirks Freiburg werden die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald sowie die Stadt Freiburg gemeinsam zukünftig die bestehende Bio-Musterregion Bodensee ergänzen. Das Konzept weist breite Unterstützung aus der Region und konkrete Ideen für die Umsetzung auf. Schwerpunktthema ist hier die Stadt-Land-Vernetzung, welche beispielsweise durch einen erhöhten Anteil von regionalen Bio-Produkten in Schulen, Betriebskantinen und Mensen gestärkt werden soll.

Im Bereich des Regierungsbezirks Tübingen wird zukünftig der Landkreis Biberach, welcher an die bereits bestehende Bio-Musterregion Ravensburg angrenzt, ans Werk gehen. Hier wurden bereits viele Ideen und Projekte entwickelt, bei welchen Querschnittsthemen, wie Biodiversität, konsequent mitgedacht werden. Es sind beispielsweise umfassende Maßnahmen in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Streuobst vorgesehen.

Im Regierungsbezirk Stuttgart kommen zwei Bewerber zur bestehenden Bio-Musterregion Heidenheim plus dazu: Die Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall haben gemeinsam ein Konzept vorgelegt, welches hervorragend an die bereits bestehenden Erfahrungen und vorhandenen Strukturen in der Region anknüpft. Das Thema der Informations- und Bildungsarbeit bekommt hier einen besonderen Stellenwert. So sollen beispielsweise bestehende Ökobetriebe als Ausbildungs- und Vernetzungsstellen eine zentralere Rolle in der landwirtschaftlichen Ausbildung bekommen. Ein weiteres vorgesehenes Projekt soll sich der Erzeugung von Bio-Ferkeln widmen.

Der Landkreis Ludwigsburg wird gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart eine weitere neue Bio-Musterregion werden. Die Region zeichnet sich durch eine große Vielfalt in der landwirtschaftlichen Produktion aus, zudem bietet die Landeshauptstadt ein umfassendes Nachfrage- und Absatzpotential. Hier sollen beispielsweise die vielen Betriebskantinen mit mehr biologischen Produkten aus der Region versorgt werden.

Im Regierungsbezirk Karlsruhe wird der Neckar-Odenwald-Kreis als neue Bio-Musterregion, neben der bereits bestehenden Bio-Musterregion Enzkreis, etabliert werden. Die Ideen und Maßnahmen knüpfen an vorhandene Strukturen an, so soll beispielsweise der in der Region stark vertretene Sektor der Christbaumerzeugung vermehrt öko-zertifiziert werden. Eine weitere Idee ist die Herstellung und Vermarktung eines ‚Odenwälder Käseherzes‘ mit Biomilch aus der Region.

Mit den Bio-Musterregionen setzt die Landesregierung eines ihrer Koalitionsziele um. Im Januar 2018 wurden in Folge eines Wettbewerbs die ersten vier Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt. Im Rahmen eines zweiten Wettbewerbs wurden Anfang 2019 fünf weitere Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt.

In den ausgewählten Regionen fördert das Land ein Regionalmanagement zur Unterstützung des Öko-Landbaus vor Ort und stellt finanzielle Mittel zur Aktivierung der Regionen über einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Ökologischer Landbau

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