Polizei

Großeinsatz gegen die `Ndrangheta

Zwei Wappen der baden-württembergischen Polizei sind neben einem Polizeifahrzeug zu sehen.

Der Polizei Baden-Württemberg ist ein Schlag gegen die `Ndrangheta gelungen. Die Festnahmen sind das Ergebnis einer erfolgreichen europäischen Zusammenarbeit der Polizei, die auch künftig entschieden fortgesetzt wird.

„Das internationale, organisierte Verbrechen stellt eine große Herausforderung für die Arbeit der Polizei dar. Kaum eine Branche ist so flexibel, wenn es darum geht, sich auf aktuelle Entwicklungen anzupassen, um kriminelle Gewinne zu erwirtschaften. Dank jahrelanger, intensiver Ermittlungen des Polizeipräsidiums Ravensburg, die in enger und absolut vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden geführt wurden, ist uns dieser Schlag gegen die `Ndrangheta jetzt gelungen. Und diesen Ermittlungserfolg dürfen alle auch als Warnung verstehen: Die Polizei Baden-Württemberg geht ganz entschieden gegen das organisierte Verbrechen vor, wir haben `Ndrangheta, Cosa Nostra und Konsorten fest im Blick“, so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl.

Intensive Ermittlungsarbeit zahlt sich aus

Die Italienische Organisierte Kriminalität, kurz IOK, ist in Deutschland und auch im süddeutschen Raum nach wie vor aktiv. In einem Großeinsatz sind das Polizeipräsidium Ravensburg, die Staatsanwaltschaft Konstanz und die Steuerfahndung des Finanzamtes Ulm am heutigen Tag zusammen mit den italienischen Behörden gegen Mitglieder der kalabresischen `Ndrangheta vorgegangen und konnte deren schwerpunktmäßig im Bodenseeraum ermittelten Strukturen nachhaltig zerschlagen. Dem Großeinsatz gingen jahrelange gemeinsame Ermittlungen der deutschen und italienischen Strafverfolgungsbehörden wegen eines umfangreichen Handels mit Betäubungsmitteln, bandenmäßiger Hinterziehung von Umsatzsteuer und weiterer Delikte voraus, die in den heutigen Einsatzmaßnahmen mündeten. Die Ermittlungen wurden auf europäischer Ebene durch Eurojust koordiniert und unterstützt. Neben zahlreichen Durchsuchungen sowie Festnahmen in Deutschland und Italien erfolgten auch vermögenssichernde Maßnahmen, um der Gruppierung ihre wirtschaftliche Grundlage zu entziehen.

Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit 

„Bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität ist die nationale wie internationale Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg. Das Ergebnis des heutigen Einsatzes ist ein tolles Zeichen, wie eine solche grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfolgreich gelingen kann. Auf diesen positiven Erfahrungen gilt es aufzubauen, um den Kontakt und den Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden zu fördern, verstärkt Ermittlungskooperationen einzurichten und schlussendlich der Organisierten Kriminalität ihre Rückzugsräume zu nehmen. Deshalb werden wir eine aufeinander abgestimmte und effektive grenzüberschreitende Kriminalitätsbekämpfung auch weiterhin im Rahmen der Innenministerkonferenz anpacken und ausbauen. Bei allen beteiligten Personen und Behörden möchte ich mich für ihre Ausdauer, ihren langen Atem und ihre Hartnäckigkeit bedanken, mit der sie diese langwierigen Ermittlungen zu einem so erfolgreichen Abschluss gebracht haben“, betont Innenminister Thomas Strobl.

Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Konstanz und des Polizeipräsidiums Ravensburg vom 5. Mai 2021