Baden-Württemberg Stiftung

32 Millionen Euro für Forschung, Bildung, Gesellschaft und Kultur

Das mobile Testlabor CoVLAB (Bild: © BW Stiftung)

Der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung hat neue Programme für das Jahr 2021 beschlossen. Dazu gehören bewährte Programme wie das Baden-Württemberg-Stipendium, aber auch neue Programme zur Extremismusprävention und Prävention häuslicher Gewalt sowie die Fortführung der mobilen Corona-Teststation CoVLAB.

Der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung hat unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer neuen Beschlussrunde Programme für das Wirtschaftsjahr 2021 beschlossen. Rund 32 Millionen Euro fließen sowohl in neue Projekte als auch in bestehende Programme aus den Bereichen Forschung, Bildung sowie Gesellschaft und Kultur, inklusive des Budgets der Stiftung Kinderland.

„Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen ist es wichtig, in die Zukunft zu investieren. Genau das macht die Baden-Württemberg Stiftung mit dem aktuellen Programm. Gleichzeitig leistet sie mit dem mobilen Corona-Testlabor, dem Kunstfonds 2021 oder dem Projekt Familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt einen unmittelbaren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie‘‘, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Besonders freue ich mich über die Einrichtung der Klimaschutzstiftung. Mit der Gründung der Stiftung zum 1. Januar 2021 setzen wir ein weiteres deutliches Zeichen für mehr Klimaschutz.“

Neue Klimaschutzstiftung startet 2021

Am 1. Januar 2021 wird die neue Klimaschutzstiftung unter dem Dach der Baden-Württemberg Stiftung ihre Arbeit aufnehmen, die mit einem Kapital von 49,5 Millionen Euro ausgestattet ist. Die Klimaschutzstiftung unterstützt die Landesverwaltung bei ihrem Ziel der Klimaneutralität bis 2040, indem sie den Kohlenstoffidoxid-Ausstoß der dienstlich veranlassten Flugreisen der Landesregierung, der Hochschulen und der nachgeordneten Behörden kompensiert. Auch Unternehmen, Landkreise und Kommunen sowie alle Bürgerinnen und Bürger werden Kompensationszahlungen an die Stiftung leisten können.

„Wir freuen uns, dass wir bewährte Programme in den Bereichen Bildung und Forschung auch im kommenden Jahr unterstützen können“, erklärt Geschäftsführer Christoph Dahl. „Hervorzuheben ist dabei etwa die mobile Teststation CoVLAB, mit der wir flexibel und schnell auf das Pandemiegeschehen reagiert haben. Mit den Beschlüssen des Aufsichtsrats können wir dieses Projekt auch im Jahr 2021 fortsetzen und unseren Beitrag zu einem präventiven Gesundheitsschutz im Land leisten.“

Herausforderungen für Projektfinanzierung

„Derzeit steht auch die Vermögensverwaltung unter dem massiven Einfluss der Corona-Pandemie. Davon betroffen ist auch die Baden-Württemberg Stiftung, die einen überwiegenden Anteil ihres Stiftungsvermögens von 2,3 Milliarden Euro an den Finanzmärkten angelegt hat. Der Einbruch an den Kapitalmärkten im März 2020 hat trotz der Erholung im Laufe des Jahres die Ertragsaussichten belastet. Bei der weiteren wesentlichen Kapitalanlage in Immobilien sind die Auswirkungen der Pandemie auch spürbar. Die langfristig sichergestellte Finanzierung von Projekten bleibt weiterhin unser oberstes Ziel. Insbesondere die weltweite Negativzinssituation vergrößert aber zunehmend diese Herausforderung. Wir bleiben aber optimistisch, dass wir das Ziel wieder erreichen werden“, sagt der für den Vermögensbereich zuständige Geschäftsführer Reiner Moser.

Forschung

Für die Fortführung bis ins erste Halbjahr 2022 werden für das mobile Corona-Testlabor CoVLAB 3,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Truck ist seit Ende Juli unterwegs, um schwerpunktmäßig Bedienstete der Justizvollzugsanstalten im Land zu testen. Mit der Bündelung von Probenentnahme und Analyse an einem Ort sowie der unmittelbaren ärztlichen Befundung bietet das CoVLAB Testergebnisse in Rekordzeit und von hoher medizinischer Aussagekraft. In den letzten Monaten wurden alle JVAs im Land auf freiwilliger Basis durchgetestet, momentan befindet sich das Mobil in der zweiten Testrunde. Der Truck ist modular aufgebaut, sodass auf das dynamische Pandemiegeschehen flexibel reagiert kann. So könnte das Labor, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, auch für Impfkampagnen eingesetzt werden.

Ein neues Forschungsprogramm widmet sich dem „Mikrobiom“, der Gesamtheit aller Mikroorganismen, die Mehrzeller wie Menschen, Tiere und Pflanzen besiedeln. Das Programm wird mit 4,15 Millionen Euro dotiert.

Bildung

Der internationale Austausch junger Menschen durch das Baden-Württemberg-Stipendium wird fortgeführt. Das Programm wird für das nächste Stipendienjahr mit 6,5 Millionen Euro ausgestattet. Die Mittel werden verwendet für die allgemeine Studierendenlinie, für das Walter-Hallstein-Programm für den Austausch unter europäischen Verwaltungen, für Studierende der Filmakademie Ludwigsburg mit der Sonderlinie für Filmproduktion sowie für Berufstätige. Der regionalen entwicklungspolitische Komponente zur Stärkung des Austauschs mit AKP/LDC-Ländern werden davon eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Das Baden-Württemberg-Stipendium wird jährlich an rund 1.500 Stipendiaten vergeben, die nach Baden-Württemberg kommen oder von hier aus ins Ausland gehen. Die Stärkung des internationalen Austauschs wird insbesondere auch nach der Corona-Pandemie wichtig sein. Im Jahr 2020/21 können aufgrund der Pandemie nicht alle vergebenen Stipendien realisiert werden. Die meisten Auslandsaufenthalte werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Das Stipendienprogramm ist eines der großen Austauschprogramme in Deutschland. Des Weiteren werden bekannte Programme wie das Eliteprogramm für Postdocs oder „Perspektive Donau“ fortgeführt.

Gesellschaftlicher Wandel und Kultur, Soziale Verantwortung

Neben bekannten Programmen zur MINT-Förderung wie „mikro makro mint“ oder dem Gesundheitsförderprogramm „Komm mit in das gesunde Boot“ wurde ein neues Programm zur Extremismusprävention an Schulen beschlossen. Hiermit sollen Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und aller Schularten mit dem Ziel der Stärkung der Demokratiebildung erreicht werden. Das Programm nimmt neben Links- und Rechtsextremismus auch Islamismus, Antisemitismus und weitere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in den Blick. Über Veranstaltungen von zum Beispiel Live-Hörspielen sollen die Schulklassen emotional und altersgerecht erreicht werden. Das Programm wird in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung entwickelt. Hierfür wurden Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro beschlossen.

Ein weiteres Programm nimmt die familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt in den Fokus. Erhebungen zeigen, dass die Covid-19-Pandemie die Situation der betroffenen Kinder verschärft. Im neuen Programm soll die gesamte Familie in den Blick genommen werden mit dem Ziel, das Verhalten von Erziehungsberechtigten zu verändern. Hierfür wurden ebenfalls 1,5 Millionen Euro bewilligt.

Der Kunstfonds der Baden-Württemberg Stiftung, mit dem kleinere und mittlere innovative Kulturprojekte unterstützt werden, wird für 2021 mit zwei Millionen. Euro ausgestattet.

Beschlüsse des Aufsichtsrats im Herbst 2020

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Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

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