Pressemitteilung

Finanzplatzgipfel
  • 04.04.2017

„Auslandsinvestitionen in Baden-Württemberg – Wachstumschancen oder Ausverkauf?“

  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seiner Rede beim Finanzplatzgipfel 2017 in Stuttgart (Foto: Sascha Baumann/all4foto.de)

Auf Einladung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben hochrangige Vertreter der baden-württembergischen Realwirtschaft und Forschung beim 11. Finanzplatzgipfel Stuttgart darüber diskutiert, ob durch Auslandsinvestitionen in Baden-Württemberg Wachstumschancen winken oder ein Ausverkauf droht.

Durch Globalisierung und steigenden Bekanntheitsgrad haben sich der traditionell exportstarken Wirtschaft Baden-Württembergs zusätzliche Absatzmärkte eröffnet. Parallel sind über die Produkte hinaus die Unternehmen selbst in den Fokus der Kunden oder der Konkurrenten geraten. Neben gewünschten Umsatzsteigerungen oder Kapitalbeteiligungen sind damit auch Risiken wie der Einblick ausländischer Investoren in hochtechnologische Produktionsprozesse, innovative Produkte oder digitale Dienstleistungen verbunden. Ob dadurch Wachstumschancen winken oder ein Ausverkauf droht, diskutierten hochrangige Vertreter der baden-württembergischen Realwirtschaft und Forschung beim 11. Finanzplatzgipfel Stuttgart im Neuen Schloss. Das Spitzentreffen, zu dem Ministerpräsident Winfried Kretschmann jährlich führende Köpfe im Land einlädt, wird vom Staatsministerium Baden-Württemberg und Stuttgart Financial, der Initiative für den Finanzplatz Stuttgart, veranstaltet.

Bedrohung durch Nationalismus und Protektionismus

„Nationalismus und Protektionismus bedrohen derzeit auch den Kern des baden-württembergischen Geschäftsmodells. Sie bedrohen den Geist von Freiheit und Offenheit, auf dem wir gerade bei der Digitalisierung und Vernetzung unserer Wirtschaft angewiesen sind. Und sie sind eine Gefahr für die politische Stabilität als Voraussetzung einer prosperierenden Wirtschaft“, so Ministerpräsident Kretschmann. „Wir müssen in Europa zusammenhalten und dürfen uns nicht spalten lassen. Politik und Wirtschaft sollen sich weiterhin aktiv dafür einbringen, die offene Gesellschaft und damit auch internationale Kooperationen zu verteidigen. Es gilt, einen guten Weg zu finden zwischen Offenheit für ausländische Investoren und Schutz der technologischen Souveränität in sensiblen Hochtechnologiebereichen und Schlüsseltechnologien vor gezielter wettbewerbsverzerrender Industriepolitik.“

„Ausländische Investitionen sind gut für den Standort Deutschland und den Standort Baden-Württemberg“, unterstrich Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Baden-Württemberg. „Sie eröffnen neue Wachstumsoptionen, gleichzeitig ergeben sich Zugänge zu den jeweiligen Märkten. Der Maschinenbau ist stark genug, die Chancen dieser Entwicklungen zu ergreifen. Gerade für China gilt jedoch: Ausländischen Investoren müssen in China gleiche Zugangsrechte eingeräumt werden wie in Deutschland. Wir brauchen gleiche Wettbewerbsbedingungen, also ein Level-Playing-Field.“ Hierfür fordere der VDMA den zügigen Abschluss eines EU-China-Investitionsabkommens mit Beseitigung der bestehenden Ungleichgewichte beim Marktzugang.

„Ausländische Direktinvestitionen werden sehr unterschiedlich betrachtet“, betonte hingegen Prof. Dr. Wilhelm Kohler, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen. „Mal sieht man ausländische Investoren als willkommene Arbeitgeber. Mal wird befürchtet, dass mit dem ausländischen Erwerb von Anteilen an heimischen Unternehmen ein „Ausverkauf“ der heimischen Wirtschaft stattfindet. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung dieser Effekte wird oft überschätzt. Die Wirtschaftspolitik sollte der Versuchung widerstehen, auf der Basis erwarteter positiver oder negativer Effekte lenkend einzugreifen.“

„Die Erfolgskriterien eines Mergers in ein chinesisches Unternehmen sind sehr individuell“, erklärte Dr. Gerald Karch, CEO der Putzmeister Holding GmbH. „Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Chairman des Mutterunternehmens sich der Faktoren bewusst ist, die zum Wachstum seines Investments führen. Er muss die notwendigen Konsequenzen in seiner Organisation dann durchsetzen. Letztlich ergibt sich daraus eine kontinuierliche Herausforderung für das deutsche Management.“

„Finanz- und Innovationskraft gehören bei Daimler untrennbar zusammen“, so Wilfried Porth, Vorstand Personal und Arbeitsdirektor, IT & Mercedes-Benz Vans der Daimler AG. „Denn nur durch zielgerichtete Investitionen in Forschung und Entwicklung entwickeln wir innovative Lösungen und sichern damit unseren Unternehmenserfolg. Wir sind überzeugt: Investitionen in Zukunftsbereiche wie Digitalisierung und Elektrifizierung stärken unsere Wettbewerbsposition – heute und in Zukunft.“

„Wie sich Auslandsinvestitionen in Baden-Württemberg auswirken, betrifft auch unmittelbar den Finanzplatz Stuttgart: Denn eine starke Wirtschaftsregion und ein starker Finanzplatz sind untrennbar miteinander verbunden“, erklärte Dr. Michael Völter, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V.. „Diese enge Verzahnung zur Realwirtschaft prägt die hiesige Finanzwelt wie keine andere – und begründet unsere Motivation, den Finanzplatzgipfel Stuttgart seit nunmehr acht Jahren zusammen mit dem Staatsministerium als Leuchtturm-Veranstaltung für die baden-württembergische Wirtschaft auszurichten.“

Über Stuttgart Financial

Mit zahlreichen Banken, Versicherungen, Bausparkassen und einer Börse zählt Stuttgart zu den wichtigsten Finanzplätzen in Deutschland. Die Aufgabe von Stuttgart Financial ist es, den Finanzplatz in der Wirtschaftsregion Stuttgart auf vielfältige Weise zu fördern: zum Beispiel durch Netzwerk- und Fachveranstaltungen, die Bereitstellung finanzplatzrelevanter Informationen, Projekte im Bereich Karriere, Bildung und Forschung, die Unterstützung der VC- und Gründerszene in Baden-Württemberg sowie Standortmarketing.

Stuttgart Financial wurde von der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. 2007 gemeinsam mit dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium und der Stiftung Kreditwirtschaft der Universität Hohenheim ins Leben gerufen. Die Förderung des Standorts zum Wohle der Bürger und der Wirtschaft in Baden-Württemberg ist dabei als fester Bestandteil des Vereinszwecks in der Satzung verankert.

Stuttgart Financial

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg / Stuttgart Financial


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